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Treu, flexibel, bodenständig: Carolin Weißkopf spielt seit 20 Jahren für den TSV Obermelsungen

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Bei ihr hat alles Hand und Fuß: Carolin Weißkopf, die als Kapitänin des Verbandsligisten TSV Obermelsungen im Tor (links) und im Feld zu überzeugen weiß.
Bei ihr hat alles Hand und Fuß: Carolin Weißkopf, die als Kapitänin des Verbandsligisten TSV Obermelsungen im Tor (links) und im Feld zu überzeugen weiß. © Pressebilder Hahn

Sie ist eine Spielerin, wie sie sich jeder Verein wünscht. Ein absoluter Teamplayer, wie Trainer Nils Engelhardt seine Kapitänin Carolin Weißkopf beschreibt. Und die 29-Jährige ist noch viel mehr beim Frauenfußball-Verbandsligisten TSV Obermelsungen.

Obermelsungen – Denn Carolin Weißkopf ist die dienstälteste Spielerin, weil sie seit 2010 unterunterbrochen zur ersten Mannschaft zählt. Torfrau und Mittelfeldakteurin, sichere Elfmeterschützin, ehemaliges Vorstandsmitglied – und vor allem ist sie Fußballerin mit Leib und Seele. Das hat sie in erster Linie ihrem Vater und ihrem älteren Bruder zu verdanken. Ihr Vater trainierte in der Jugend die Mannschaft ihres Bruders – und die kleine Schwester war meistens dabei. „Ich war so etwas wie das Maskottchen“, sagt sie mit einem Lachen.

Selbst zu kicken begann sie mit fünf Jahren bei ihrem Heimatvereins FTSV Kehrenbach. In dieser Zeit lernte sie bereits ihren heutigen Trainer kennen, denn beim FTSV spielten Weißkopf und Engelhardt zusammen in der F- und E-Jugend. Anschließend war für Weißkopf bei den Jungs aber Schluss. Seit der D-Jugend ist sie Teil der TSV und seit 2010 nicht mehr aus dem Frauenteam wegzudenken. Und schnupperte mit 16 Jahren unter dem damaligen Coach Gisbert Ey schon Hessenliga-Luft.

Lob für das Familiäre

Nach einem Jahr ging es wieder runter, ehe der Wiederaufstieg folgte. Zwei Jahre konnten sich Weißkopf und der TSV halten. Danach kam es zu einem personellen Aderlass und dem freiwilligen Gang in die Gruppenliga. Während viele Spielerinnen Obermelsungen den Rücken kehrten, entschied sich die gelernte Sozialversicherungsfachfrau zu bleiben. „Ich habe mich immer wohlgefühlt und deswegen nie wirklich darüber nachgedacht, mich einem anderen Verein anzuschließen“, sagt sie. Vor allem das Familiäre, die gute Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den einzelnen Mannschaften, egal ob Männer, Frauen oder Jugend – das sei beim TSV besonders. Nach 20 Jahren im Verein kann sie das bestens beurteilen.

Ebenso wie die Bedeutung der Saison 2021/22, als trotz eines eigentlichen aussichtslosen Rückstands auf das rettende Ufer doch noch der Klassenerhalt gelang. Die 29-Jährige bezeichnet diese Spielzeit als ihre intensivste und emotionalste. Das hängt auch damit zusammen, dass der langjährige Trainer Karl-Martin Weinzierl, den Weißkopf als „einer der besondersten Menschen, die ich kennenlernen durfte“ bezeichnet, kurz nach seinem Rücktritt verstarb. Aus dieser Trauer entstand eine einzigartige und einmalige Kraft.

Hessenliga ist ein Ziel

Weinzierl war es auch, der Weißkopf zu seiner Kapitänin machte und der sie eine Saison lang ins Tor stellte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie ausnahmslos auf dem Feld gespielt, vor allem im defensiven Mittelfeld. Und die Kehrenbacherin machte ihre Sache trotz fehlender Erfahrung gut: „Ich habe oft intuitiv agiert. Und ich habe keine Angst vor dem Ball.“ Der Mannschaft sei sicherlich zugute gekommen, dass sie als gelernte Feldspielerin eher offensiv agiere und mitspiele. Dadurch habe sie mehr Ballkontakte gehabt, als es bei den meisten Torfrauen üblich sei.

Deutlicher wohler fühlt sich Obermelsungens Tausendsassa im Feld. Auf der Sechs und auf der Acht. Mit Blick für die freie Mitspielerin. Und mit denen will sie nochmal hoch hinaus. Noch einmal in der Hessenliga spielen. So wie vor 13 Jahren, als alles begann. (von Sina Ternis)

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