Leichtathletik

Treysa: Hammerwerfer Lasse Gundlach greift die 70 Meter an

Trainer ESV Jahn Treysa
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Trainer ESV Jahn Treysa

Im Hammerwerfen der Männer haben die deutschen Leichtathleten seit 15 Jahren keine internationale Spitzenplatzierung mehr erreicht. Lasse Gundlach ist einer, der nur allzu gern etwas daran ändern würde.

Treysa - Der 18-Jährige aus Bergshausen hat sich im Trikot des ESV Jahn Treysa unter den besten Nachwuchskräften Deutschlands in dieser herausfordernden Disziplin etabliert. Der Schützling von Trainer Helmut Schneider zeigte auch 2020 unter widrigen Umständen seine großartigen Fähigkeiten. Im September stellte Lasse Gundlach mit 61,69 Metern bei den Deutschen Meisterschaften in Heilbronn eine persönliche Bestleistung auf.

Die Weite reichte hinter Ausnahmetalent Merlin Hummel in der Endabrechnung für den fünften Platz. Und das, obwohl der Nordhesse sich als jüngerer Jahrgang der U 20 erst an die schwerere sechs Kilogramm Kugel gewöhnen musste. Eine Nominierung für den U 20-Bundeskader verdiente er sich deshalb redlich. An den Lehrgängen des Bundestrainers Joachim Lipske nehmen nur neun Werfer in seiner Altersklasse teil. Ein Indiz dafür, wie groß dessen Potenzial ist.

Darüber hinaus gehört der vielseitige Sportler, der erstmals im Grundschulalter mit der Leichtathletik in Berührung kam, dem Rasenkraftsport-Bundeskader an. Bei den Deutschen Rasenkraftsport-Meisterschaften in Erfurt gewann der angehende Abiturient in der Schwergewichtsklasse Bronze im Steinstoßen sowie bei den Junioren Silber im Gewichtswurf, im Steinstoßen und im Dreikampf. Zusammen mit seinen ESV-Teamkollegen Sebastian Arnold und Leo Sommerlade erzielte das Wurftalent ein herausragendes Ergebnis von 6564 Punkten, das zum Mannschaftstitel führte.

Ohne Verletzungen wäre mehr drin gewesen

Der Siebtplatzierte der U 20-Hammerwurf-Bestenliste sieht trotz seiner bisherigen Erfolge noch erhebliche Steigerungsmöglichkeiten: „Es wäre mehr drin gewesen, wenn ich keine gesundheitlichen Probleme gehabt hätte. Im nächsten Jahr peile ich die 70-Meter-Marke an.“ Um sein Ziel zu erreichen, will der Bronzemedaillen-Gewinner der deutschen Jugendmeisterschaften 2019, der lange an einer Schambein-Entzündung laborierte, auch in der Ausnahme-Situation sein Training durchziehen.

Das heißt: Der Schüler mit den Leistungskursen Sport und Biologie ist viermal pro Woche auf dem Hammerwurfplatz aktiv. Hierfür fährt der ehemalige Vellmarer regelmäßig nach Treysa, um mit Landesstützpunkttrainer Schneider vor allem an der Technik und am Schwungverhalten zu arbeiten. Zusätzlich stehen zwei Krafteinheiten zu Hause auf dem Programm.

Der Feinschliff für den Angriff auf neue Bestweiten soll im Frühjahr in mehreren Trainingslagern erfolgen. „Ich bin zielstrebig und investiere einen Großteil meiner Freizeit, um mich weiter in der deutschen Spitze zu etablieren“, betont der 1,93 Meter große Hüne. In der Hoffnung, dass sein Hammer in 2021 weiter fliegt als je zuvor.

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