Nebe-Team nach 3:1 weiter

TSV Wabern beweist Fair-Play im Hessenpokal gegen KSV Baunatal nach Horror-Verletzung

Lieferten sich packende Zweikämpfe: Baunatals Emin Dag, der an alter Wirkungsstätte beim 3:1 im Hessenpokal traf, und Waberns Niklas Müller.
+
Lieferten sich packende Zweikämpfe: Baunatals Emin Dag, der an alter Wirkungsstätte beim 3:1 im Hessenpokal traf, und Waberns Niklas Müller.

84 Minuten lang war das Spiel im Fußball-Hessenpokal zwischen dem TSV Wabern und dem KSV Baunatal packend. 84 Minuten, in denen die Gastgeber unterstrichen, dass sie in der Gruppenliga keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Und die Gäste, dass auch der zweite Anzug nach zehn Umstellungen im Vergleich zum 2:2 in der Hessenliga gegen Neuhof sitzt.

Wabern – Doch in der 84. Minute verletzte sich Baunatals Malte Bandowski beim Stand von 3:1 (2:1) für seine Mannschaft schwer – so schwer, dass anschließend niemand mehr spielen wollte. Dabei schien die Szene auf den ersten Blick unspektakulär. Kein böses Foul, einfach nur Pech. Der Innenverteidiger bekam einen Schlag von hinten beim Spielaufbau. Dann kam er unglücklich auf. So unglücklich, dass er sich das Bein verdrehte und seine Kniescheibe heraussprang. Monatelang droht er nun auszufallen.

Als die Kicker beider Teams das Ausmaß registrierten, halfen alle mit. Sie holten Jacken und Decken, um den 25-Jährigen am späten Abend bei einsetzender Kälte zu wärmen. Und noch ehe der Rettungswagen eintraf, trugen ihn vier Mann – darunter Baunatals Kapitän Felix Schäfer und Torwart Kim Sippel – vom Platz. „Gerade unsere jüngeren Spieler standen unter Schock. Wir konnten nicht wie vorher in Zweikämpfe gehen und wollten nicht mehr weitermachen“, betonte Sippel. Also baten die Gäste den TSV trotz noch sechs Minuten auf der Uhr plus Nachspielzeit um einen Nicht-Angriffspakt. Darauf ließen sie sich ein.

Zuschauer spendeten Applaus

„Das ist keine Frage. Dafür sind wir Amateure und keine Profis, bei denen ohne Gnade alles durchgeprügelt wird“, erklärte Waberns Trainer Mario Völker. Also ging es nach elf Minuten Unterbrechung weiter. Aber nur für eine Minute unter Applaus der Zuschauer, die noch einige Pässe sahen, ehe der Schlusspfiff ertönte.

Fair-Play des TSV, anstatt die Chance auf eine Sensation zu suchen. Die nicht unmöglich war, weil der Gruppenligist speziell gegen den Ball geschickt arbeitete und Leidenschaft an den Tag legte. Allerdings hatte der KSV angeführt von Schäfer und Verteidiger Künzel körperliche Vorteile. Zudem war das Team von Trainer Tobias Nebe effizient. Fatih Üstün veredelte einen Vorstoß von Justin Wieczorek über den linken Flügel zum 1:0 (13.).

Dag trifft an alter Wirkungsstätte

Emin Dag, der an alter Wirkungsstätte nach einer Zerrung doch mitmachen konnte, bekam ein Geschenk zum 2:0. Der Mittelstürmer ließ sich nach einem Fehlpass von Sebastian Löcke nicht zweimal bitten und schob locker ein (27.). Feiern lassen wollte er sich nach seinem ersten Pflichtspiel-Treffer für Baunatal indes nicht.

Das war ein Nackenschlag. Nur sechs Minuten später schlug Wabern zurück. Weil Patrick Herpe ein Schlitzohr ist. Mit einem Freistoß aus 17 Metern – flach unter die Mauer – gelang dem Spielertrainer der Anschlusstreffer gegen seinen Ex-Verein. Das ermutigte die Zuckerrübenstädter, couragierter zu agieren. Doch immer dann, wenn es hätte brenzlig werden können, zückte ein Schiedsrichter-Assistent die Fahne. Somit blieb ein Abschluss von Fabian Korell nach einem Wackler gegen zwei Mann die Szene, die einem möglichen Ausgleich am nächsten kam (50.).

Fatih Üstün entscheidet sehenswert

Genauer Maß nahm Fatih Üstün. Der Edeltechniker, der fleißig Eigenwerbung betrieb, sorgte mit einem ansatzlosen Kracher aus 25 Metern in den Winkel für die Vorentscheidung (81.). Die zur Entscheidung wurde, weil drei Minuten später niemand mehr spielen wollte und sich alles nur noch um die schwere Verletzung von Malte Bandowski drehte. (Sebastian Schmidt)

Die Statistik:

Wabern: Elgaz - Splietorp, Löcke, Wendel, Müller - Schluckebier - Mühlberger (76. Hofmann), Rohde, Schmeer, Fabi. Korell - Herpe.

Baunatal: Sippel - Wilhelm (80. Blahout), Bandowski (90.+5 Gül), Künzel, Lorenzoni - Üstün, Berninger-Bosshammer, Schäfer, Wieczorek - Pforr, Dag (65. Springer).

SR: Wahl (TSV Laufdorf). Z: 250.

Tore: 0:1 Üstün (13.), 0:2 Dag (27.), 1:2 Herpe (33.), 1:3 Üstün (81.).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.