Verbandsliga

Schwalmstadt vom SSV Sand  gnadenlos ausgekontert

+
Tobias Oliev

Einen herben Rückschlag musste Fußball-Verbandsligist 1. FC Schwalmstadt beim 0:5 in Sand hinnehmen.

Manchmal gelingt es dem Stadionsprecher mit einem einzigen Satz, den kleinen, aber feinen und spielentscheidenden Unterschied zweier Mannschaften auf den Punkt zu bringen. „Tom-Michell Samson hat mit einer überragenden Energieleistung das 5:0 erzielt“ schallte es in der 90. Minute über den Rasenplatz des SSV Sand.

„Irgendwie symptomatisch“ fand das Schwalmstadts Trainer Güven, denn genau eine solche Energieleistung, ein dynamischer Sololauf an der Außen- Richtung Grundlinie mit dem unbedingten Willen, den Ball im Gehäuse des Gegners unterzubringen, hatte er von seiner Mannschaft vermisst. Die Quittung für den heimischen Fußball-Verbandsligisten: eine 0:5 (0:3)-Schlappe beim Tabellenfünften. Und damit eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass die Schwälmer, die so gut aus der Winterpause gekommen waren, wieder tief im Abstiegskampf stecken.

Den Garaus machte ihnen ein Ex-Schwälmer. Tobias Oliev nämlich, an drei der fünf SSV-Tore beteiligt. „Alles lief nach Plan“, konnte der 33-jährige Torjäger nach seiner Auswechslung zufrieden feststellen. Der Plan bestand darin, den Gast im eigenen Stadion auszukontern. Das gelang vorzüglich. Denn als sich der FCS nach einer halben Stunde des Abtastens nach vorne wagte, wurde er postwendend dafür bestraft. Erst verkürzte Torwart Christof den Winkel, als Brian Mitchell nach Jerkovic‘ Traumpass freistehend vor ihm aufgetaucht war (34.), dann nahm das Sander Umschaltspiel Fahrt auf.

Tobias Oliev dreht auf

Ausgerechnet nach einer Gäste-Ecke konnte Salko Dzaferi das 1:0 erzielen (35.), blitzartig vorbereitet über zwei Stationen (Jan-Philip Schmidt und Tobias Oliev). Rückzugsverhalten des Gegners? Kaum auszumachen. Auch beim 2:0 durch Oliev selbst (40.) ging alles viel zu schnell für die Schwalmstädter Abwehr, die Antonio Bravo Sanchez ungestört flanken ließ. Ein Doppelschlag, den vor der Pause der Vorbereiter des zweiten Tores mit dem dritten Treffer für den SSV krönte (42.). „Wir sind nach dem ersten Gegentor völlig eingebrochen“, bekannte Atilla Güven.

Sein Vorhaben, zumindest die zweite Hälfte zu gewinnen, scheiterte ebenso krachend am „Kunstrasenfußball“ (Güven) seiner Mannen. Denen verhalf ein Pressing in der SSV-Hälfte zwar zu einem leichten Übergewicht, nicht aber zu gezielten Abschlüssen. Es fehlte im schablonenhaften Aufbauspiel das Tempo und die zündende Idee, darüber hinaus ließ sich Sand nicht locken. Oder schaltete plötzlich mal wieder den Turbo ein. Wie bei Olievs 4:0 in der 50. Minute.

Trotzdem ging das Schwälmer Anrennen weiter. Brotlose Kunst, denn Torgefahr produzierte es nicht. Stattdessen setzten die Gastgeber sogar in Unterzahl - der eingewechselte Andre Wicke konnte nicht mehr weiter spielen und Trainer Mario Deppe hatte schon dreimal gewechselt - den Schlusspunkt. Auch das „irgendwie symptomatisch“ für die offenbarten Kräfteverhältnisse.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.