Handball

Vilte Duknauskaite beendet ihre Karriere mit 31 Jahren - Lob von Ex-Trainer Weiss

Vilte Duknauskaite (SVG Fritzlar)
+
Vilte Duknauskaite nimmt Maß: Zwei Jahre sorgte die gebürtige Litauerin beim Drittligisten SVG Fritzlar für Torgefahr.

Einmal noch ist sie ihrer Freundin Lena Hildebrandt zuliebe bei Eintracht Böddiger eingesprungen. Doch nun ist wirklich Schluss: Vilte Duknauskaite beendet ihre Handballkarriere.

Die Entscheidung, eine Sportlerkarriere zu beenden, ist häufig keine leichte. Wird bisweilen im Nachhinein bedauert oder per Comeback revidiert. Doch Vilte Duknauskaite (seit kurzem Vilte Weinrich) scheint genau zu wissen, dass nach dieser (abgebrochenen) Saison für die Handballerin Schluss ist. „Es reicht“, sagt die 31-Jährige, die sich darauf freut, „nun etwas mehr Zeit für andere Dinge zu haben.“Das klingt in der Tat recht überzeugend. So, als wäre die geborene Litauerin mit sich im Reinen. Schließlich wollte sie schon nach der Spielzeit 2018/2019 aufhören, kehrte dann aber noch mal wegen Böddigers Trainerin Lena Hildebrandt zu ihrem „Heimatverein“ zurück. Drum ist der Saisonabbruch aufgrund der Corona-Krise das einzige, was die Rückraumspielerin schmerzt: „Ich hätte gern die Saison mit den Mädels erfolgreich zu Ende gespielt.“ Trotzdem hat es zum Klassenerhalt der Eintracht-Damen gereicht, die damit auch in der kommenden Saison in der Oberliga antreten werden.

Lena Hildebrandt hört ebenfalls auf. Als Eintracht-Trainerin, mit der Vilte Duknaukaite sieben Jahre zusammen spielte und mit der sie eine enge Freundschaft verbindet. Auch in der neuen Konstellation - die eine als Spielerin, die andere auf der Bank - gab‘s keine Probleme. „Vilte war eine tolle rechte Hand und große Unterstützung für mich“, sagt Lena Hildebrandt über ihren erfahrenen Schützling. Eine „echte Frohnatur“, die stets für ein gutes Mannschaftsklima sorgte und als Vorbild für die jüngeren Spielerinnen fungierte.

Mittelblock der Extraklasse in Kirchhof

Beide zusammen bildeten einst einen Mittelblock der Extraklasse, wobei Vilte Duknauskaite stets den offensiveren Part erledigte. Denn: „Sie ist im eins gegen eins bärenstark und kann die Aktionen des Gegners hervorragend lesen“ (Hildebrandt). Der SG 09 Kirchhof verhalf dieses Bollwerk zum Aufstieg in die 2. Liga und zum folgenden Klassenerhalt in der Saison 2012/2013 mit fast unveränderter Mannschaft. Unter Gernot Weiss, mit dem sie vorher bereits mit der HSG Bad Wildungen ins Unterhaus eingezogen war.

Der Handball-Lehrer hält große Stücke auf Vilte Duknauskaite: „Vilte ist eine Teamplayerin und eine komplette Spielerin, die alles hat.“ Gemeint ist ihr Sprungwurf, ihr Wurf aus dem Lauf, ihr Auge für die Mitspielerin, ihre enormen Defensivqualitäten, ihr taktisches Verständnis. Drum wäre für seinen ehemaligen Schützling die 1. Liga „durchaus möglich gewesen“, drum mutet ihre erfolgreiche Karriere etwas unvollendet an. Die Aufbauspielerin ficht das nicht an. „Ich bin zufrieden mit dem, was ich als Handballerin erreicht habe“, sagt sie. Aber auch: „Ich bin und war ein Lebemensch. Für mich war Freundschaft stets mindestens genauso wichtig wie meine Karriere.“

Die begann 2005 im Handball-Internat der HSG Bad Wildungen. Als 15-Jährige zog die junge Vilte von Celle, wo sie aufgewachsen war, allein nach Nordhessen. „Eigenständig weit weg von Zuhause mit 15 Mädels unter einem Dach zu leben, war schon eine große Umstellung“, bekennt die „Handballerin aus Leidenschaft“ (Vilte über Vilte).

Diese Erfahrung habe sie geprägt. Nicht nur auf dem Feld, wo es für das Talent schnell bergauf ging. Vielleicht letztlich nicht ganz so hoch wie möglich, doch dafür ist Vilte Duknauskaite sich und ihrem Naturell immer treu geblieben. Auch das macht den Erfolg einer Karriere aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.