Verbandsliga Nord:

Wander- und Paradiesvogel Christian Hesse: FC Körle ist Verein Nummer 13

+
Trikot-Sammler: Christian Hesse lief unter anderem schon für Eisenach, Bicken, Mengsberg, Wetter und Kinzenbach auf. 

Die Fußballer des Verbandsligisten FC Körle wohnen alle im Umkreis der Schwarzwald-Kampfbahn. Alle, außer Christian Hesse. Der wohnt in Biedenkopf bei Marburg und pendelt die – den Rückweg eingerechnet – 210 Kilometer zu jedem Training und zu allen Spielen.

Anders ausgedrückt: Hesse absolviert im Schnitt pro Woche fast 1000 Kilometer auf den Landstraßen zwischen Ober- und Nordhessen, um für den FC Körle zu kicken.

Warum ausgerechnet Körle? „Ich hatte Kontakt zu Christian Dobler-Eggers. Über ihn ist der Wechsel von Willingen nach Körle zustande gekommen“, erklärt der Innenverteidiger. Für den 25-Jährigen war der Transfer nichts Besonderes, denn der FC Körle ist bereits die 13. Station des Wandervogels. „Ich will immer wieder etwas Neues kennenlernen. Für mich ist es unvorstellbar, einem Verein länger als zwei Jahre treu zu bleiben“, sagt der junge Mann, der noch ein zweites Hobby hat.

Als Kandidat bei der "Bachelorette" gab's keine Rose

Christian Hesse spielt gern in TV-Soaps mit und hat es auch schon mal in den Kreis der 20 Kandidaten geschafft, die sich der Bachelorette vorstellen durften. „Leider habe ich keine Rose bekommen“, bedauert Hesse sein frühes Aus im Mai in Athen. Gut möglich, dass die Junggesellin befürchtete, der Kandidat würde die Frauen genauso schnell wechseln wie die Fußballklubs.

Voller Einsatz für Körle: Christian Hesse (l., hier gegen Vellmars Njegos Despotovic). 

Der erste hieß VfL Biedenkopf, und es folgten in dieser Reihenfolge: VfB Wetter, VfB Marburg, FC Ederbergland, TuS Naunheim, Sportfreunde Siegen, KSV Baunatal, FC Eisenach, VfB Gießen, TSV Mengsberg, TSV Bicken und SC Willingen. 

Nun also Körle als Nummer 13. Sollte – wie es scheint – der FC aus der Verbandsliga absteigen, haben die Körler nur geringe Aussichten, ihren Innenverteidiger langfristig an den Verein zu binden, denn ein Abstieg war für Christian Hesse schon häufig der Anlass, seine Zelte ganz schnell wieder abzubrechen. „Ich will immer so hochklassig wie möglich spielen“, sagt der ehrgeizige Fußballer, der sich beim FCK wohl fühlt.

Verbandsliga ist sein Anspruch

Allerdings mündet ein Engagement Hesses nicht zwangsläufig in den Abstieg. Die Kurzaufenthalte in Siegen und Baunatal beendete der Kopfballspezialist mit Gardemaß von 1,91 Meter, weil er den Sprung in die jeweilige erste Mannschaft nicht schaffte. In beiden Klubs hatte er sich viel vorgenommen, denn sowohl Siegen als auch Baunatal waren Regionalligisten, als er bei ihnen anheuerte. Bei der SG Kinzenbach stimmte die Chemie zwischen Trainer und Spieler, der sich selbst als „nicht immer einfach“ bezeichnet, nicht.

Den Ritterschlag erhält dagegen der TSV Mengsberg. „In Mengsberg hätte ich noch ein zweites Jahr gespielt, wenn der TSV nicht aus der Verbandsliga abgestiegen wäre“, sagt Hesse. Und alle, die den Werdegang des 25-Jährigen verfolgen, sind gespannt darauf, wie dessen 14. Fußball-Klub heißen wird. Wer sich bewerben möchte, sollte mindestens in der Verbandsliga spielen und beinharte, „nicht immer einfache“, Innenverteidiger mögen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.