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Was war da denn los? Aus Torwart Bronikowski wird Torjäger Lewandowski

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Von: Sebastian Schmidt

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Kann es auch mit dem Kopf: Oliver Bronikowski ist derzeit hinter Sebastian Nödel die Nummer zwei. Dafür hat er seinem MFV als Stürmer geholfen.
Kann es auch mit dem Kopf: Oliver Bronikowski ist derzeit hinter Sebastian Nödel die Nummer zwei. Dafür hat er seinem MFV als Stürmer geholfen. © Pressebilder Hahn

Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade raus. Es ist nicht überliefert, ob es T-Shirts in Melsungen mit diesem Spruch gibt. In jedem Fall leben die Fußballer des Gruppenligisten Melsunger FV dieses Motto, denn sie haben ein Spiel beim SV Kaufungen mit 2:1 gewonnen, das an Hiobsbotschaften kaum zu überbieten war.

Melsungen – Was war da denn los? Schon im Abschlusstraining hatten sich Maximilian Kördel am Knöchel und Maurice Mager am Knie verletzt. Kördel musste passen, Mager setzte sich zur Not auf die Bank. Als kurzfristig noch Benet Berisha, der mit vier Toren maßgeblich an drei Siegen und einem Remis beteiligt war, passen musste, war die Stimmung vor der Abreise gedämpft. Mehr noch als der Anruf aus Kaufungen kam, dass sich die MFV-Spieler wegen Umbauarbeiten in einer alten Gymnastikhalle ohne warme Duschmöglichkeit umziehen müssten.

Auf dem Platz hätte es sich Melsungen dann leicht machen können. Vier Top-Chancen in den ersten 20 Minuten notierte MFV-Trainer Sascha Beetz. Doch weil lediglich Sebastian Vollgraf traf (5.) und auf der Gegenseite Spielertrainer Thomas Müller mit dem ersten SV-Angriff erfolgreich war (30.), stand es nach einer halben Stunde nur 1:1.

Gleich drei Schwerverletzte im Spiel

Und die Sorgen der Gäste wurden größer. Erst verletzte sich Kapitän Marvin Haas an der Leiste (20.), dann musste Abwehrhoffnung Nick Nolte mit Verdacht auf Kreuzbandriss ins Klinikum Kassel gebracht werden (40.). Dort wäre er beinahe auf seinen Mitspieler Daniel Kolek getroffen, denn der schied kurz vor Schluss mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch aus.

Ausgerechnet in einem der wenigen Spiele mit Derbycharakter gegen die Ex-Melsunger Nick Krug und Kevin Hermansa, den Ex-Körler Karim Kouay und den Ex-Felsberger Enes Karasoy lief alles, wirklich alles gegen die Bartenwetzer. Satte fünf Mal musste Beetz seine Formation umschmeißen, ließ erstmals Vollgraf links verteidigen, brachte dann doch den angeschlagenen Mager und hatte vor allem eine völlig verrückte Idee: Ersatz-Torhüter Oliver Bronikowski wurde als Stürmer eingewechselt.

Ein Tor mit Ansage

„Olli hat noch gesagt, dann muss ich halt auch einen machen.“ Gesagt, getan. Die letzte Aktion. Ein Freistoß von Ivan Durdek. Bronikowski steigt hoch. Kopfball. Tor. 2:1. Grenzenloser Jubel. Abpfiff. Der MFV distanziert sich so langsam vom Tabellenkeller. „So ein Spiel gibt es vielleicht alle zehn Jahre“, sagte Beetz freudestrahlend. Und hat nun einen zweiten Torwart, den sie fortan Oliver Lewandowski nennen. Oder auch den Mann, der jede Zitrone zur Limonade macht. (Sebastian Schmidt)

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