SG hatte 25:29 im Gipfeltreffen schnell weggesteckt - Denks Glückwunsch in der Auszeit

Wenn der Verlierer feiert

Löwenstark: die Spielerinnen des Zweitliga-Aufsteigers SG 09 Kirchhof mit (v.l.) Simone Larsen Poulsen, Hannah Grothnes, Andra Lucas, Diana Sabljak, Rica Wäscher, Danique Boonkamp, Paula Küllmer, Laura Nolte, Kim Mai, Frederikke Siggaard, Dionne Visser und Christin Kühlborn. Foto: Kasiewicz

melsungen. Beide Mannschaften ließen ihren Glücksgefühlen freien Lauf, obwohl das Gipfeltreffen der 3. Handball-Liga Ost doch mit den Füchsen Berlin nur einen Sieger gehabt hatte. Beide Teams tanzten nach dem Schlusspfiff im Kreis, in beiden Lagern flossen Freudentränen. Und beide Rivalen - Meister und Vize-Meister - trafen sich schließlich noch zu einem gemeinsamen Jubelbild mit Sekt und Lametta.

Wohl noch nie hatte die SG 09 Kirchhof so schnell eine 25:29-Niederlage weggesteckt. Das begann noch während des Spitzenspiels, als Trainer Christian Denk seine Schützlinge in einer letzten Auszeit zehn Sekunden vor Schluss zum Aufstieg und zu einer „geilen Saison“ beglückwünschte: „Das wäre sonst untergegangen.“ Angesichts der rauschenden Aufstiegsparty eine durchaus zutreffende Vermutung.

Für Kapitänin Christin Kühlborn war‘s, obwohl schon ihr dritter, ihr „bisher schönster Aufstieg“. Verbunden mit dem Wunsch, jetzt auch mal in der 2. Liga zu bleiben - genau das ist der 23-jährigen Linksaußen nämlich bisher noch nicht gelungen.

„Das wird hart“, weiß Laura Nolte (aus eigener Erfahrung) um die große Herausforderung. „Hart“ war für die Rechtsaußen in der laufenden Saison der nach der Derbyniederlage in Fritzlar einsetzende Schwebezustand. Denn: „Das mögliche Endspiel gegen Berlin hatten wir verspielt und es somit nicht mehr in der eigenen Hand.“ Da war das psychologische Händchen des SG-Coaches gefragt, „der uns immer wieder aufgebaut und kleine Ziele gesetzt hat.“ Ehe der Verzicht der Sieger der Nord- und Weststaffel durchsickerte und Kirchhof somit als Zweiter aufsteigen konnte.

Larsen Poulsen gezeichnet

Was den eigenen Erfolg und die damit verbundenen Emotionen nicht schmälern konnte. „Die Freude ist trotzdem riesig“, strahlte Dionne Visser, die damit die Motivation für ihren Wechsel an die Fulda bestätigt sah: „Ich wollte unbedingt in die 2. Liga.“ Da konnte es die 20-jährige Kreisläuferin durchaus verschmerzen, dass ihr die Berlinerin Anna Blödorn am letzten Spieltag noch die Torjägerkrone mit 157 zu 155 Treffern weggeschnappt hatte.

Nur bei Simone Larsen Poulsen dauerte die Verarbeitung der zweiten Niederlage gegen das alles überragende Team aus der Hauptstadt etwas länger. Zum einen hatte die Dänin in der Schlussphase noch einen heftigen Schlag auf die Nase abbekommen, die nach dem Spiel immer noch wehtat, zum andern hätte sie ihr letztes Spiel im SG-Trikot liebend gerne gewonnen. Und übte sogar Selbstkritik: „Ich hätte das heute noch besser machen können.“

Was indes nicht für ihre „Mission Wiederaufstieg“ gilt, denn die hat die 28-jährige Rückkehrerin mit Bravour erfüllt. Und damit das wieder gut gemacht, „was wir mit dem völlig unnötigen Abstieg aus der 2. Liga vor drei Jahren verbockt hatten.“

Das machte der Leistungsträgerin mit dem fulminanten Unterarmwurf den selbst gewählten Abschied etwas leichter. Und ermöglichte ihr trotz leichter Blessuren doch noch in die ausgelassenen Feierlichkeiten einzutauchen.

Von Ralf Ohm

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