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Wollrode zieht Männerteam aus Bezirksoberliga zurück

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Meik Badenheuer
Meik Badenheuer © Pressebilder Hahn

Der TSV Wollrode, einer der letzten eigenständigen heimischen Dorfvereine, hat sein Männerteam für die kommende Spielzeit zurückgezogen. Dies teilte der 1. Vorsitzende Meik Badenheuer mit. Nach einer missglückten Saison mit 16 Niederlagen, einem Sieg sowie einem Unentschieden sieht sich der Absteiger aus der Handball-Landesliga nicht in der Lage, eine spielfähige Bezirksoberliga-Mannschaft zu melden.

Wollrode - Die Gründe: Vier Leistungsträger verlassen den Verein, um höherklassig zu spielen. Kevin Gockell und Louis Badenheuer wechseln zum Oberligisten TSV Vellmar, Lukas Reinbold schließt sich dem Oberliga-Aufsteiger HSG Baunatal an und Linksaußen Jan Habenicht will beim SVH Kassel auf Torejagd gehen. Da zieht es Tobias Ganasinski zurück zur HSG Baunatal II und Marc Schindler versucht sein Glück bei der TSG Dittershausen. Mit Thassilo Frohmuth sowie Jan Riemenschneider haben zwei Routiniers ihr Karriereende angekündigt. Fünf weitere Akteure sind dauerhaft beruflich verhindert.

Meik Badenheuer spricht daher von einem unausweichlichen Schritt. Und kündigt an: „Wir wollen die kommenden Monate für eine Neuausrichtung nutzen, um in der Saison 2023/24 wieder eine konkurrenzfähige Herrenmannschaft zum Spielbetrieb anmelden zu können.“ Erste Gespräche seien bereits geführt worden und würden in den nächsten Wochen vertieft. Die nahe liegendste Option ist dabei der Neustart in der Bezirksliga A. Auch andere Szenarien wie die Zusammenarbeit mit einem anderen Verein stehen zur Diskussion.

Seit 95 Jahren wird beim TSV ununterbrochen Männerhandball im Ligabetrieb gespielt. 1990 stellte der Verein drei Männer- und zwei Frauenteams und schaffte in einem Jahr mit allen fünf den Aufstieg, woraufhin sogar die Hessenschau über das handballverrückte 570-Seelen-Dorf berichtete.

Nach der Neuordnung der Handball-Ligen Mitte der 90er Jahre spielten die Männer stets in der Bezirksoberliga, bevor 2020 gar der Aufstieg in die Landesliga gelang. Nach dem Abstieg in der vergangenen Saison gehen für die Wollröder Männer nun vorübergehend die Lichter aus.

Umso mehr liegt der Fokus nun auf den TSV-Frauen, die als Landesliga-Vizemeister glänzten und sich für die kommende Spielzeit viel vorgenommen haben. Trainerin Margret Schmidt hat bereits für ein Jahr verlängert und kann auf die ein oder andere Verstärkung hoffen.

Trainerkollege Mensur Fitozovic, seit 2016 in Wollrode, ist derweil arbeitslos. „Es war eine gute Zeit in freundschaftlich familiärer Atmosphäre,“ blickt der engagierte Coach keineswegs im Zorn zurück. Und im Sinne von Landsmann Stepanovic entspannt nach vorn: „Lebbe geht weider!“ (Von Max Alter)

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