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Zäher Widerstand des TSV unbelohnt - MSG mit 27:25 im Derby vorn

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Von: Ralf Ohm

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Der glückliche Derby-Sieger: die MSG Körle/Guxhagen feiert den 27:25-Erfolg beim TSV Wollrode.
Der glückliche Derby-Sieger: die MSG Körle/Guxhagen feiert den 27:25-Erfolg beim TSV Wollrode. © Pressebilder Hahn

Das lang ersehnte Landesliga-Derby hielt, was es versprach: Eine volle Hütte (300 Zuschauer in der Guxhagener Kreissporthalle), prächtige Stimmung auf den Rängen und eine Überraschung, die für Sekunden in der Luft lag. Erst ein Doppelschlag zwei Minuten vor Schluss bescherte dem Favoriten, der MSG Körle/Guxhagen, einen 27:25 (12:9)-Erfolg beim Außenseiter, dem arg ersatzgeschwächten TSV Wollrode.

Guxhagen - Noch eine Viertelstunde vor Schluss, als der TSV-Trainer mit einer Auszeit den 3:0-Lauf des Gastes zum 15:19 zu unterbrechen trachtete, drängte sich die Frage auf, ob denn Mensur Fitozovic überhaupt noch einen Pfeil im Köcher hatte. Zunächst nicht, denn der Nachbar erhöhte sogar noch auf 15:21 (47.). Dann doch. In Person von Marcel Botthof und Jan Habenicht.

Der nach 20 Minuten eingewechselte Schlussmann glänzte nicht nur mit seinen Paraden, sondern auch mit seinen gestochen scharfen Tempogenstoßpässen auf seinen Linksaußen, der sich als äußerst dankbarer Abnehmer erwies. „Dieses Risiko mussten wir eingehen“, erklärte der Ex-Vellmarer, denn im Positionsangriff hatten seine Vorderleute bereits einige Körner gelassen.

Nur der quirlige Flügelspieler nicht, der auch im Eins-gegen-Eins nicht zu halten war und mit seinem 15. Tor zum 24:24 (54.) eine fantastische Wollröder Aufholjagd krönte. „Wir haben immer daran geglaubt, noch mal zurück kommen zu können“, verwies der 21-Jährige auf die Moral seiner Mannschaft.

Als danach auch noch der sonst so sichere Niklas Griesel mit einem Siebenmeter am TSV-Schlussmann scheiterte, schien sogar die Wende möglich. Doch dann blieb Lukas Reinbold hängen und Eugen Gisbrecht sowie Magnus Rulff rissen die Gastgeber auf der Zielgeraden aus allen Träumen.

Jan Habenicht dreht richtig auf

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, bekannte Christian Schade. Dabei hatte der MSG-Trainer seine Mannen nach verschlafenem Start (3:5) eigentlich ganz gut wieder in die Spur gebracht. Unter anderem mit der Einwechslung von Neuzugang Eugen Gisbrecht, „der das Spiel erst mal von außen auf sich wirken lassen sollte“. Die Wirkung: Der Spielmacher kam, sah und verschärfte das Tempo im Positionsangriff, wo nach den Außen Griesel und Ploch nach und nach auch Nicolas Bachmann auftaute. „Wir sind trotz der Startschwierigkeiten ruhig geblieben, haben danach unsere Chancen besser genutzt und uns vor allem in der Abwehr erheblich gesteigert“, beschrieb Stephan Wicke die Wandlung seines Teams, wofür der Torwart selbst ein blendendes Beispiel war.

So konnten nach fünf Treffern in Folge zum 6:9 (21.) und einer halbwegs beruhigenden 12:9-Halbzeitführung nach dem Wechsel auch Wollrodes Nadelstiche der MSG nichts anhaben. Nicht die kurzfristig aufblitzende schnelle Mitte, die Spielmacher Reinbold zu zwei Treffern nutzte. Nicht der permanente Versuch, die Abwehr des Gegners mit einem zusätzlichen Feldspieler zu knacken. Dieses Experiment war spätestens nach Rulffs Wurf ins leere TSV-Tor zum 15:20 beendet.

Nicht aber der TSV-Widerstand. „Wir haben toll gekämpft“, lobte Wollrodes Trainer seine Schützlinge, die noch mal aufstanden. Und die Halle - einem solch‘ brisanten Nachbarduell würdig - auf der Zielgeraden zum Kochen brachten.

Mensur Fitozovic
Lobt den Kampfgeist seiner Mannschaft: Mensur Fitozovic, Trainer des TSV Wollrode © Pressebilder Hahn

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