13 Flüge in 24 Monaten

Zwischen B- Liga und Barcelona: Dennis Hempeler ist der Trainer-Tourist

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Sein spanisches Wohnzimmer: Fußball-Trainer Dennis Hempeler im Camp Nou in Barcelona.

Diese Art der Weiterbildung kommt einem spanisch vor: Die Leidenschaft von Dennis Hempeler aus dem Homberger Stadtteil Wernswig, der als Fußball-Trainer mit B-Lizenz seit zwei Jahren zwischen B-Ligist SV Ascherode und Barcelona reift.

Nicht weniger als 38 038 Kilometer hat er dafür zurückgelegt. 13 Flüge in die zweitgrößte Stadt Spaniens innerhalb von nur 24 Monaten. Drei bis vier Tage dauern die Reisen in der Regel. Das war so nicht geplant. Denn eigentlich wollte der 38-Jährige „nur“ mal das Camp Nou, das mit 99 354 Zuschauern größte Stadion Europas, live erleben und sich von Messi und Co. verzaubern lassen.

Doch Barcelona hat mehr zu bieten. Die Flaniermeile La Rambla, die Placa de Catalunya, den Katalonienplatz, von dem aus zu Fuß die römischen Ruinen besichtigt werden können, und das Castell de Montjuic, die beeindruckende Festung auf dem Hausberg der katalanischen Hauptstadt. Aber vor allem – und hier wird aus dem Reisenden der Trainer-Tourist – Fußball, Fußball, Fußball. „Selbst an den Schulen sieht man die Kinder immer mit Ball und Trikots rumlaufen. Der Sport wird hier ganz anders gelebt“, weiß Hempeler.

Fußball rund um die Uhr

Deswegen war gleich Feuer und Flamme. Zwar sind 95 Prozent der Trainingseinheiten von Barcas Profis nicht für die Öffentlichkeit zugängig, dafür aber hat sich der Wernswiger attraktive Alternativen gesucht. Spiele und Training der 2. Mannschaft, Futsal und Einheiten von Jugend und Senioren im Stadtteil Les Corts. Fußball rund um die Uhr auf unterschiedlich gutem Niveau.

„Ich stelle mich dann aber nicht zu den frenetischen Muttis oder Papas, sondern etwas seitlich versetzt, um besser beobachten zu können“, sagt er augenzwinkernd. So kann er die Trainingsinhalte gut verinnerlichen. Und legte bereits bei den Übungen in Ascherode den Fokus voll auf den Ball und die Passsicherheit.

Futsal läuft in Spanien spielerisch

Von ständigen Wald- und Straßenläufen ist er weggekommen. „Nur langer Hafer und dann gucken, was der Mittelstürmer macht, ist nicht mein Spiel“, betont der Liebhaber des Tiki-Taka. Auch Futsal hat Hempeler in Barcelona schätzen gelernt. Denn während im Schwalm-Eder-Kreis vor allem die älteren Kicker mit dieser Variante fremdeln, ist die körperlose Spielform in Spanien längst auf den Hinterhöfen etabliert. 

Prominente Bekanntschaft: Auch den 104-fachen holländischen Nationalspieler Dirk Kuyt (r.) hat Dennis Hempeler in Barcelona schon getroffen.

Tolle Technik, schnelle Bewegungen – da wird der Wernswiger vom stillen Beobachter schon mal zum lautstarken Reporter, wenn er die Kumpels in der Heimat mit Videos versorgt. Kein Wunder, zählte er 2007 mit seinem Heimatverein SG WeWaLe/Ca. zu den Spezialisten, die sogar den Dauer-Hallenkreismeister FSC Gensungen/Felsberg besiegen konnten.

Modell Spielertrainer überzeugt ihn nicht

Damals hätte sich der Angreifer nicht träumen lassen, dass er mal Trainer wird. „Schuld“ ist Michael Herwig, denn er 2017/18 ein paar Wochen bei der SG Ohetal/Frielendorf vertrat. Das machte ihm so viel Spaß, dass er sich in Ascherode versuchte. Mit der schnellen Erkenntnis, „dass mich das Modell Spielertrainer nicht überzeugt, sodass ich mich nach und nach zurückgezogen habe, um besser von außen Einfluss nehmen zu können.“ 

Nebenbei betreut er seit einem Jahr einmal pro Woche die Torhüter des Gruppenligisten FC Homberg. Besser gesagt Torspieler, denn auch dort gibt’s vermehrt Übungen mit dem Fuß. Im November 2019 bestand Dennis Hempeler seine C-Lizenz, in diesem März die B-Lizenz. Da kommt es einem nicht spanisch vor, dass er es künftig die eine oder andere Liga höher versuchen möchte.

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