Amateurvereine reagieren mit Verständnis, aber auch Sorge

Frankenberg: Corona und der Sport steht wieder still

Ausgesperrter Sport: Im gesamten November müssen die Sportvereine ihren Trainings- und Wettkampfbetrieb einstellen.
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Ausgesperrter Sport: Im gesamten November müssen die Sportvereine ihren Trainings- und Wettkampfbetrieb einstellen.

Die Politik schickt den Amateursport zum zweiten Mal in den Stillstand. Zumindest bis Ende November geht auf Sportplätzen, in Hallen und Laufbahnen nichts mehr, kein Training, kein Spiel, kein Wettkampf.

Frankenberg - Wie reagieren die betroffenen Vereine und Verbände im Frankenberger Land? Wir haben sie gefragt.

Leichtathletik

Die Leichtathleten des TSV Frankenberg haben mit dem erneuten Lockdown gerechnet und der stößt bei Till Vollmar auch auf Zustimmung. „Der Schnitt ist jetzt richtig. Wir alle haben Verantwortung gegenüber unseren Eltern und Großeltern, aber auch den Arbeitgebern“, sagt Trainer und Abteilungsleiter Till Vollmar. Für die jüngsten Gruppen fällt in dieser Woche bereits das Training aus, die Leistungssportler treffen sich am heutigen Freitag noch einmal. „Wir wollen Trainingspläne verteilen, damit sie zu Hause trainieren und Grundlagen schaffen können.“ Das ist für Vollmar auch wichtig, dass trotz Lockdown ein wenig Normalität vorhanden bleibt. „Wenn man normalerweise fünf, sechs Mal pro Woche trainiert und dann plötzlich gar nicht, dann fällt einem die Decke auf den Kopf.“ Ohnehin steht bei den Athleten im Winter vor allem das Grundlagentraining auf dem Programm, das könne auch gut alleine bewältigt werden. Ob es Hallenwettkämpfe geben wird, vermag Vollmar nicht zu sagen. „Aber für uns Leichtathleten ist das in der Halle ohnehin nicht kriegsentscheidend.“ Bislang sei seine Abteilung gut durch die Corona-Krise gekommen, Abmeldungen gab es kaum, dafür sogar einige Zugänge. „Das liegt auch daran, dass wir im Sommer gut gearbeitet haben und die Trainer viel angeboten haben“, ist Vollmar überzeugt.

Reitsport

Die Pferdesportler warten nach Angaben von Robert Kuypers vom Pferdesportverband Hessen noch auf die genaue Verordnung der hessischen Landesregierung. Da der Pferdesport zu den Individualsportarten gezählt werde, gebe es hier Ausnahmen von der Sportstättenschließung für den Freizeit- und Amateurbereich. Gruppenvoltigieren zählt allerdings nicht dazu.

„Ja, das ist schlimm. Wir befürchten den Lockdown nicht erst seit gestern, aber wenn es dann kommt, erreicht es einen trotzdem überraschend“, sagt Michaela Kittel. Und die Vorsitzende des RVV Bromskirchen führt aus: „Für uns heißt das, dass wir ab Montag keinen Unterricht mehr erteilen dürfen, dass wir natürlich dem Tierschutz genügen und die Pferde bewegen können, aber nur in eingeschränktem Maße und mit qualifiziertem Personal. Das heißt, wir müssen alle zuhause bleiben.“ Der Verein habe das den Eltern der rund 80 Kinder, die der RVV für das Voltigieren begeisterte, schon mitgeteilt.

Der RVV habe das Ganze im Frühjahr ja bereits einmal durchgemacht, so Kittel: „Für einen so kleinen Verein wie uns geht das ganz klar an die Substanz.“ Ihre Hoffnung ist, dass Eltern und Kinder dem Voltigieren treu bleiben nach dem ersten Lockdown im Frühjahr und nach dem Zweiten jetzt: „Da muss man sehr auf die Solidarität der Eltern bauen, dass die nun nicht beim zweiten Mal dann vielleicht doch die Segel streichen.“

Schießsport

Auch für die heimischen Sportschützen beginnt ab kommendem Montag die von ganz oben angeordnete Wettkampfunterbrechung. „Die Wettkämpfe werden erst mal ausgesetzt, da haben wir gar keine andere Wahl“, betont Monika Vöhl. „In vier Wochen schauen wir dann weiter, wie sich die Zahlen entwickelt haben, was die Bundesregierung uns dann vorgibt und was wir daraus machen können“, sagt die Bezirksschützenmeisterin aus Gemünden.

Noch im Sommer hatte sich bei den hessischen Sportschützen kein einheitliches Bild geboten: Während Bezirke wie der in Bad Wildungen alle Rundenwettkämpfe Luftgewehr und Luftpistole wegen Corona gleich komplett strichen, entschieden sich der Hessische Verband (in höheren Klassen) und auch der Bezirk Frankenberg dafür, die Saison, allerdings nur unter besonderen Bedingungen (zum Beispiel nur Heimkämpfe und spezielles Hygienekonzept) zu starten.

„Wir hätten gerne weitergeschossen, zumal es sich ganz gut eingespielt hatte mit den ausschließlich Heimwettkämpfen, die wir erlaubt hatten. Viele Aktive haben das Angebot auch genutzt“, sagt Monika Vöhl. had/tsp

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