1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport
  4. Sport Waldeck-Frankenberg

Schüler-B-Team des TSV Hessen Frankenberg gewinnt Mannschaftsmeisterschaft

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Hans Dreier

Kommentare

Erfolgreicher Frankenberger Leichtathletik-Nachwuchs: Das
Erfolgreicher Frankenberger Leichtathletik-Nachwuchs: Das Foto zeigt die DSMM-Mannschaft von 1996. In der hinteren Reihe von links Walter Müller, Sven Scharr, Alexander Breidenbach, Till Vollmar, Andreas Sidorow, Andreas Tatzel, Manuel Blaschke, Walter Tatzel; in der vorderen Reihe von links Michael Tatzel, Maximilian Kronenberg, Kai Hornig und Pascal Materna. © Tatzel

Zehn Jungs und zwei Trainer vom TSV Frankenberg schrieben vor 25 Jahren große lokale Leichtathletik-Geschichte: Sie wurden 1996 hessischer Mannschaftsmeister der Schüler B in der DSMM.

Frankenberg – Ein bemerkenswerter Erfolg. Es war der bis dahin größte Erfolg der Frankenberger Mehrkämpfer. Hinter dem Buchstabenungetüm DSMM (Deutsche Schüler-Mannschafts-Meisterschaft) verbirgt sich ein Mannschaftswettkampf, den die Leichtathletik-Verbände schon seit langem ausschreiben. Und in dem feierte der TSV Hessen Frankenberg unter den Trainern Walter Tatzel und Walter Müller sowie Annette Briel damals große Erfolge. Wie diesen hessischen Mannschaftstitel in 1996 eben.

Schnellste Staffel Deutschlands

Für Furore sorgte im selben Jahr auch die 4 x 50-Meter-Staffel des TSV: In der Besetzung Alexander Breidenbach, Andreas Sidorow, Michael und Andreas Tatzel lief das Quartett 26,03 Sekunden und belegte mit dieser Zeit den ersten Platz in der deutschen Bestenliste der M 13.

Michael Tatzel, heute Professor in Göttingen, erinnert sich noch gern an die Zeit zurück, als diese Erfolge erzielt wurden, auch wenn nicht mehr alle Details präsent sind. „Richtig, die Staffel lief damals die schnellste Zeit in ganz Deutschland“, so der 37-Jährige, „und nach dem DSMM-Titel 1996 als B-Schüler gelang das gleiche Kunststück noch einmal zwei Jahre später 1998 als A-Schüler.“

Neben Michael Tatzel zählte auch dessen ein Jahr älterer Bruder Andreas (38) zum ehrgeizigen Team. Und Andreas Sidorow erklärte damals: „Ich bin doch hier nicht am Start, um Zweiter zu werden.“ Der Ausspruch, an den sich Michael Tatzel gut erinnert, verdeutlicht: Die Jungs wollten etwas erreichen.

Eine richtig schöne Zeit

„Es war eine richtig schöne Zeit“, sagt auch Andreas Sidorow im Rückblick. Er, der einst durch seine Grundschullehrerin Frau Höhle zum Sport kam, möchte die Zeit als Schüler und Jugendlicher im TSV nicht missen. „Erst habe ich es kurz als Fußballer versucht. Das hat mir aber nicht so gefallen. Ich bin dann in der Leichtathletik hängen geblieben. Und das war gut so“, erzählt Sidorow.

Seine Lieblingsdisziplinen waren Weitsprung und Kugelstoßen. „Den 1000-m-Lauf habe ich gehasst wie die Pest“, sagt Sidorow im Rückblick. Wichtiger als jeder Einzelne war damals die Gruppe, erinnert sich Sidorow: „Solch ein Team, so eine Mannschaft hat man selten. Es geht um die Mannschaft, da hat jeder Gas gegeben.“

Neues Stadion an der Eder

Von Trainerseite her betreute Walter Tatzel die älteren ab zwölf Jahre, während Walter Müller sich um die jüngeren bis elf Jahre kümmerte. Einen neuen Aufschwung hatte der Mannschafts-Wettkampf im TSV Frankenberg in den 90er Jahren erfahren, auch aufgrund der guten Trainingsmöglichkeiten und in Folge der Einweihung des neuen Stadions an der Eder im Jahr 1989.

Einer, der damals schon seinen Beitrag zum Mannschaftserfolg der Frankenberger Schüler lieferte, ist Till Vollmar, der heutige Leichtathletik-Chef und Vorsitzender der TSV-Leichtathleten. „Schon im Vorkampf haben wir damals ausreichend Punkte gesammelt, um ins Finale der ersten Sechs zu kommen“, erinnert sich Vollmar. Und bis ins Finale habe dann klar der Erfolg der gesamten Mannschaft im Blickpunkt gestanden.

Dabei habe der gesamte Frankenberger Anhang noch eine Schrecksekunde überstehen müssen, erinnert sich Walter Tatzel. Denn vor dem abschließenden 1000-Meter-Lauf hatte sich Alexander Breidenbach am Oberschenkel verletzt. Doch Breidenbach ließ das Team nicht im Stich, trat bandagiert zum Lauf an und half trotz des Handicaps, den Vorsprung des TSV Frankenberg sogar noch zu vergrößern.

Auch wenn in den letzten Jahren die Werfer im TSV dominierten, ist Till Vollmar, was den Mannschaftswettkampf angeht, optimistisch: „Vielleicht haben wir ja über 25 Jahre danach, in 2022 wieder eine Mannschaft mit Aussichten dabei.“

1966 gegründet

Leichtathletik-Abteilung im TSV Frankenberg wurde übrigens 1966 gegründet. Damals verließen die Leichtathleten die Turnabteilung, zu der sie bis dahin gehört hatten.

An der Spitze der neuen Abteilung arbeitete Walter Tatzel. Auf sportlicher Seite sorgte dann in den folgenden Jahren der zweite aus dem Mehrkampf-Trainerduo, Walter Müller, unter anderem als Vierter der deutschen Jugendmeisterschaften für Topleistungen.

Mit der Einweihung des Stadions an der Eder 1989 erlebte auch aufgrund der nun sehr guten Trainingsbedingungen der Mehrkampf in Frankenberg einen Aufschwung. Unter den Trainern Tatzel, Müller und Annette Briel feierten die Mehrkämpfer ihre Erfolge. Auch Walter Müller trug einmal das deutsche Nationaltrikot.

Auch interessant

Kommentare