Was war denn da los? Torwart trifft Schiri und sieht Rot

Ungewollt den Schiedsrichter „angeschossen“: Torwart Felix Heiner. Foto: Archiv

Eifa. Die Partie zwischen der SG Hatzfeld/Eifa und der SG Wollmar/Frohnhausen II in der Frankenberger Fußball-Kreisliga B am vergangenen Wochenende war eigentlich ein ganz normales Fußballspiel.

Eine Begegnung, wie sie an Sonntagen zigfach hierzulande auf den Sportplätzen zu sehen ist. Die Partie endet 3:0 (0:0) für die favorisierten Hausherren - nichts Ungewöhnliches also.

Und doch hat eine Schiedrichter-Entscheidung nach der Pause es verdient, noch einmal diskutiert zu werden. Beim Stand von 3:0 nämlich wird Felix Heiner, der Torwart der SG Wollmar, in der 72. Minute mit Gelb/Rot vom Platz geschickt. Diese Tatsache allein ist noch nicht so ungewöhnlich, dass es sie extra zu beleuchten lohnt.

Es ist allerdings die Art und Weise, für die Heiner seine zwei Gelben Karten bekam. Denn Heiner traf mit einem Schuss ungewollt den Schiedsrichter der Partie auf den verlängerten Rücken. Dafür gab es die zweite Gelbe Karte; und da Heiner kurz zuvor schon einmal Gelb gesehen hatte, bedeutete dies Gelb/Rot und damit Platzverweis.

Der junge Keeper der Gästeelf schildert die Aktion aus seiner Sicht: „Es gab einen Freistoß für Hatzfeld aus dem Mittelfeld. Die Hatzfelder wollten ihn schnell ausführen und schossen dabei den Schiedsrichter an. Dieser ließ den Freistoß wiederholen, und der Ball landete dann in meinem Strafraum. Ich selbst kam im Zweikampf zu spät und brachte einen Gegenspieler zu Fall. Deshalb sah ich zu Recht die erste Gelbe Karte. Der Elfmeter wurde anschließend verwandelt und ich wollte den Ball dann zur Mittellinie schießen. Dies tat ich jedoch, ohne hinzuschauen, außerdem stand ich eher seitlich zum Spiel. Dass der Ball dann den Schiedsrichter traf, das war keine Absicht von mir“, so der Torwart.

„Der Referee drehte sich herum und zeigte mir erneut die Gelbe Karte dafür. Da es die zweite war, gab es noch Gelb/Rot hinterher. Selbst die Spieler von Hatzfeld redeten auf den Schiri ein, um ihn zu überzeugen, dass es keine Absicht war. Er ließ sich aber nicht umstimmen, leider“, so Felix Heiner weiter.

Der Frankenberger Schiedsrichter-Lehrwart Steffen Rabe erklärt, was die Regel bei dieser geschilderten Situation sagt. „Wenn ein Spieler den Ball nach dem Schiedsrichter schießt, wirft oder ähnliches, dann ist dies eine grobe Unsportlichkeit und mit einer Roten Karte zu ahnden“, erläutert Rabe. In diesem Fall habe es der Unparteiische wohl etwas anders gesehen, oder er war der Meinung, dass der Torwart mit der Gelb/Roten Karte und der Spielsperre genug bestraft sei, so Rabe abschließend.

Von Michael Paulus

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