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Profi am Controller: Max Winter spielt für Mainz 05 in der virtuellen Bundesliga

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Von: Thorsten Spohr

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Profi am Start: Max Winter spielt für den FSV Mainz 05 in der virtuellen Bundesliga und für Gemünden beim Waldeck-Frankenberger E-Soccer-Cup.
Profi am Start: Max Winter spielt für den FSV Mainz 05 in der virtuellen Bundesliga und für Gemünden beim Waldeck-Frankenberger E-Soccer-Cup. © FSV Mainz 05

Ganz souverän ist bislang der TSV Gemünden durch die Gruppenphase des Waldeck-Frankenberger E-Soccer-Cups gekommen - fünf Spiele, fünf Siege.

Gemünden/Josbach - Im Feld der Wohrastädter steht ein waschechter Bundesligaspieler: Max Winter spielt für den FSV Mainz 05 in der virtuellen Bundesliga.

Winter, Marek Ullrich und Ole Brück kennen sich aus der A-Jugend der JSG Gemünden/Wohratal. Als Brück und Ullrich fragten, ob Winter in diesem Jahr beim E-Soccer-Cup für Gemünden auflaufen will, zögerte der 17-Jährige nicht lange. „Ich finde es richtig cool, dass es regional solche Turniere gibt. Ich spiele gerne mit den Jungs und es macht viel Spaß“, erzählt der Josbacher, der unter dem Aliasnamen „Kuchinter“ an den Start geht – ein Zusammenschluss der Nachnamen seiner Eltern, Kuche und Winter.

Schon fast ein Beruf

Hat er Vorteile dank seiner Erfahrung aus der virtuellen Bundesliga? Winter, der bislang alle seine Duelle beim E-Soccer-Cup gewonnen hat, meint ja. „Die Jungs hier spielen aus Spaß. Für mich ist das schon fast ein Beruf.“ Zumal Max Winter in Mainz professionell betreut wird. Mit dem Trainerteam steht jeden Sonntag eine Trainingseinheit auf dem Programm, dazu werden die eigenen Spiele und die des Gegners analysiert sowie taktische Kniffe und Finessen ausprobiert. Wie im richtigen Fußball auch. Dazu trainiert Winter fast jeden Tag zu Hause. Jeden Mittwoch stehen Spieltage an, zu denen Winter mit dem Zug nach Mainz anreist.

Wie er zum FSV gekommen ist? Fast wie im „richtigen“ Fußball. Winter, der seit 2015 Fifa spielt, machte bei überregionalen Turnieren auf sich aufmerksam. Eine Agentur nahm ihn unter Vertrag und vermittelte ihn nach Mainz. Seit dieser Saison ist er für die 05er am Controller.

Umstellung auf X-Box nicht einfach

Mainz spielt in der Süd-Ost-Staffel und ist derzeit nur Tabellenvorletzter, zuletzt gab es eine 1:7-Niederlage gegen Hoffenheim. „Bei uns läuft es in dieser Saison noch nicht so gut“, erzählt Winter, der vor allem das Problem hat, dass er auf der X-Box spielen muss. „Bislang habe ich vor allem auf der Playstation gespielt. Die Umstellung ist nicht einfach, weil die Controller unterschiedlich sind.“

Für Winter ist E-Soccer mittlerweile mehr als nur ein Hobby. „Es ist wie ein richtiger Job“, sagt der Schüler des Gymnasiums Oberurff. „Es gibt Spieler, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten.“ Bei Winter ist es noch nicht so weit, dennoch hat er bei Mainz einen richtigen Ver-

trag, bekommt monatlich Geld und die Fahrtkosten für die Spieltage in Mainz erstattet. „Mein Plan ist: Ich will zuerst die Schule fertig machen und dann will auch ich versuchen, E-Soccer als Profi zu spielen.“

Neben der Agentur King-E-Sports, die ihn zum Mannschaftswettkampf nach Mainz vermittelt hat, steht er auch bei der Agentur des Bundesligaspielers Sebastian Polter unter Vertrag, für die er in Einzelwettbewerben antritt. » 

Hintergrund

Mainz 05 kämpft in der virtuellen Bundesliga um Punkte. 26 der 38 Profiklubs aus der ersten und zweiten Bundesliga schicken eine Vertretung in der virtuellen Liga an den Start, jeweils 13 Vereine spielen in einer Süd-Ost und in einer Nord-West-Staffel. Zwei Spieler sind pro Team im Einsatz, einer spielt ein Einzel auf der Playstation, einer auf der X-Box. Abgeschlossen wird jedes Duell mit einem Doppel. Die jeweiligen Ergebnisse werden addiert und bilden das Gesamtergebnis. Die Spiele werden auf Streaming-Plattformen wie Twitch übertragen. 

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