Ein Bild und seine Geschichte: Erfolg beim Mannheim-Marathon

Ein überraschender Doppelsieg beim Viermündener Paarduell

Schnappten sich vor zehn Jahren in Mannheim überraschend den Doppelsieg: (von links) Ralf und Petra Paulus sowie Sabrina und Mike Schwarz. archiv
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Schnappten sich vor zehn Jahren in Mannheim überraschend den Doppelsieg: (von links) Ralf und Petra Paulus sowie Sabrina und Mike Schwarz.

In unserer Serie „Ein Bild und seine Geschichte“ zeigen wir Fotos, hinter denen besondere Geschichten stecken. Dieses Mal geht’s um das „Viermündener Paarduell“ vor genau zehn Jahren, also am 21. Mai 2011, beim MLP-Marathon in Mannheim.

Viermünden - Zu dem Mannheimer Marathon damals waren Ralf und Petra Paulus gemeinsam mit Mike und Sabrina Schwarz, damals noch Czepa, angetreten. Und ganz unerwartet ging’s für die Athleten des SV Dodenhausen abends mit einem Gesamtsieg und einem zweiten Platz auf die Heimreise.

„Durch einen Lauffreund aus Korbach habe ich überhaupt erst erfahren, dass man nicht nur als Sololäufer, sondern auch als Duo beim Marathon antreten kann“, sagt Ralf Paulus und fügt an: „Den Gedanken, dort mit meiner Frau zu laufen, fand ich ganz spannend, und im Herbst 2010 haben wir beschlossen, dass wir das Abenteuer angehen.“ Denn: „Sabrina und ich hatten leichtsinnigerweise gesagt, dass wir beim Duo-Marathon mitmachen – und dann konnten wir keinen Rückzieher mehr machen“, so Petra Paulus.

Gezielte Vorbereitung

Also wurde sich gezielt auf den Marathon vorbereitet. „Ich bin drei Mal pro Woche jeweils zehn Kilometer laufen gegangen, damit ich die 8,4 Kilometer auch gut schaffe, ohne zusammen zu brechen“, so Petra Paulus, die auch hin und wieder gemeinsam mit ihrem Mann laufen ging. „Mit Ralf kann ich natürlich nicht mithalten, aber wenn er seine Regenerationsläufe gemacht hat, bin ich mitgekommen. Das hat mich angespornt, weil ich natürlich mithalten wollte“, so die Viermündenerin.

Und gut acht Monate später, am 21. Mai 2011, ging es nachmittags nach Mannheim. Die drei Töchter, die ansonsten immer bei den Rennen des Vaters dabei waren, wurden dieses Mal bei den Großeltern abgegeben. „Wir sind ohne große Erwartungen losgefahren. Einen Platz unter den besten Zehn habe ich mir zwar insgeheim gewünscht, aber das war schon sehr ambitioniert“, sagt Ralf Paulus.

Gemeinsam mit Mike Schwarz und Sabrina Czepa, einem befreundeten Pärchen, ging es dann nach Mannheim. „Vor zehn Jahren war ich vom Laufen her noch richtig fit, das war meine Hochphase, im selben Jahr bin ich auch mit 2:50,09 Stunden am 21. Oktober meine Marathonbestzeit in Dresden gelaufen. Und damals war ich noch schneller als Mike unterwegs. Als ehrgeiziger Läufer wollte ich natürlich auch mit meiner Frau vor Mike und Sabrina im Ziel sein, daher musste ich einen ordentlichen Vorsprung auf Mike herauslaufen, damit meine Frau am Ende auch noch vor Sabrina im Ziel war, denn Sabrina war schneller als meine Frau unterwegs“, sagt Ralf Paulus und ergänzt: „Und das ist mir geglückt und der Sieg ging an uns.“

Herrlicher Frühsommertag

Doch der Reihe nach: „Der 21. Mai war ein herrlicher Frühsommertag. Wir haben schnell alles gefunden, haben uns aufgewärmt und sind dann ohne große Erwartungen an den Start“, sagt Ralf Paulus. „Anders war dieses Mal nur, dass keine Familienangehörigen und Vereinsfreunde an der Strecke waren. Dadurch fehlte die gewohnte Unterstützung.“

Ralf Paulus und Mike Schwarz legten ein gutes Tempo vor und so war es Ralf Paulus, der in der Wechselzone nach 33,8 Kilometern als Erster mit gut fünf Minuten Vorsprung an seine Frau Petra übergab. „Während des Rennens habe ich mir schon Gedanken gemacht, ob beim Wechsel alles klappt und ob meine Frau überhaupt schon da ist“, so der 52-Jährige.

Doch die Gedanken waren umsonst – Petra Paulus wartete bereits in der Wechselzone auf ihren Mann. „Ich war sehr aufgeregt vor meinem Start und habe nicht damit gerechnet, dass ich so weit vorn laufen werde“, sagt Petra Paulus und ergänzt: „Irgendwann habe ich sogar gedacht, dass ich falsch abgebogen bin, weil mir so viele Läufer entgegenkamen. Ich bin dann aber einfach weitergelaufen, genauso, wie ich es auch zuhause trainiert habe.“

Zieleinlauf und Vip-Bereich

Und dann ging’s nach 8,4 Kilometern ins Ziel – ihre Gesamtzeit: 3:09,48 Stunden. „Im Ziel kam direkt jemand auf mich zu, der mir gratulierte und sagte, dass ich gewonnen habe. Ich konnte das überhaupt nicht glauben. Aber dann habe ich mich riesig gefreut und bin Sabrina um den Hals gefallen, als sie direkt nach mir als Zweite ins Ziel kam.“

Ralf Paulus und Mike Schwarz kamen kurze Zeit später ebenfalls zum Zielbereich. „Meine Frau hatte einen Anhänger des Veranstalters um den Hals baumeln auf dem stand, dass wir zur Siegerehrung in den Vip-Bereich kommen dürfen, genauso wie Sabrina und Mike. Und dann konnten wir vom Balkon des Rathauses aus die Athleten ins Ziel einlaufen sehen, das war toll. Außerdem gab es super Essen. Das war ein ganz wunderbarer Abend, mit dem niemand von uns gerechnet hatte.“ Nach der Siegerehrung gegen Mitternacht machte sich das Quartett allerdings auf die Heimreise, da am nächsten Morgen in der Walkemühle in Frankenberg ein Jazzkonzert anstand. „Da wollte meine Frau gern hin, also habe ich ihr den Gefallen getan und dort haben wir dann einfach weitergefeiert.“

Seit dem Marathon vor zehn Jahren ist Petra Paulus zu keinem Rennen mehr angetreten. „Ich laufe zwar noch, aber nur um mich fitzuhalten. Ich bin kein Wettkampftyp“, so die 53-Jährige, die ergänzt: „Mike und Sabrina waren damals übrigens nicht böse auf uns, weil wir vor den beiden waren, ganz im Gegenteil: Ralf durfte sogar bei ihrer Hochzeit Trauzeuge sein und wir sind außerdem beide Paten bei ihren Kindern. Die Freundschaft besteht nach wie vor und wir laufen auch noch hin und wieder zusammen.“

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