Umfrage unter heimischen Klubs

Tischtennis-Verband lässt nur Hinrunde zu Ende spielen - Vereine stimmen zu

Tischtennisschläger und Ball
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Der heimische Tischtennissport ruht derzeit: In Hessen sollen nur noch die Spiele der Hinrunde ausgetragen werden.

Das Präsidium des Hessischen Tischtennisverbandes (HTTV) hat auf die Corona-Pandemie reagiert und die Saison verkürzt. Die heimischen Vereine stimmen der Entscheidung zum Großteil zu.

Frankenberg - Wie der HTTV mitteilt, steht nun das fest, was der Verband bereits angekündigt hatte: In allen hessischen Tischtennis-Ligen wird die Rückrunde gestrichen. Im neuen Jahr sollen – sofern die Entwicklung es zulässt – nur noch die offenen Spiele der Hinrunde ausgetragen werden. Die Spiele der Rückrunde entfallen.

Sind Spiele der Rückrunde bereits vorverlegt und ausgetragen worden, so werden diese aus der Wertung genommen, teilt der HTTV mit. Ziel ist es, dass jede Mannschaft einmal gegen alle anderen aus ihrer Liga angetreten ist, um die Saison am Ende werten zu können. Dass es am Ende zu einem Ungleichgewicht zwischen Heim- und Auswärtsspielen kommen kann, lasse sich laut Verband nicht vermeiden.

Auch alle weiterführenden Veranstaltungen, wie Bezirks- oder Hessenmeisterschaften sind abgesagt worden. „Der Verband plant jetzt eine Hessenmeisterschaft im Sommer. Daran sieht man ja, dass man nicht damit rechnet, dass sich die Lage kurzfristig entspannt“, sagt Waldeck-Frankenbergs Kreiswart Karl-Friedrich Meyerhöfer.

Wir haben uns bei ihm und einigen Vereinsvertretern umgehört.

Christian Marschik (TTC Ederbergland): „Hinsichtlich der Entwicklung der Pandemie wäre es derzeit vermessen, zu glauben, dass die Runde hätte komplett zu Ende gespielt werden können. Daher kann ich die Entscheidung des HTTV durchaus nachvollziehen. Auch wenn wir sicherlich gerne mehr Punktspiele in dieser Saison gemacht hätten. Für unsere Mannschaft hat es eigentlich keine besonderen Konsequenzen. Der Klassenerhalt ist für uns noch in Reichweite. Wir haben noch vier Spiele, teilweise gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt, in denen wir so viele Punkte holen wollen, wie es irgendwie geht. Gespannt darf man allerdings sein, wann diese vier Spiele stattfinden. Schließlich hatten wir seit Mitte Oktober keinen Schläger mehr in der Hand. Aber hier sind die Vorzeichen ja für alle Vereine gleich.“

Entscheidung ist nur logisch

Melanie Landau (SV Rennertehausen): „Also die Entscheidung kommt für mich nicht überraschend und ist nur logisch. Es bleibt abzuwarten, wie lange sich die Hinrunde ins neue Jahr ziehen wird. Ich habe unsere bisherigen drei Saisonspiele als sehr krampfig empfunden, wegen dem hohen Aufwand bezüglich der Hygieneregeln, keine Zuschauer, kein Zusammensitzen nach den Spielen wie gewohnt. Mit Spaß hatte das wenig zu tun. Ich persönlich kann in dieser Zeit aktuell gut auf den Wettkampfsport verzichten, es gibt gerade einfach Wichtigeres.“

Karl-Friedrich Meyerhöfer (Tischtennis-Kreiswart Waldeck-Frankenberg): Ich weiß trotz der Entscheidung noch gar nicht, wie das terminlich alles gehen soll. Bislang war es in der Hinrunde ja so, dass Spiele ohne Bestrafung kurzfristig abgesagt werden konnten. Die müssen ja alle auch noch nachgeholt werden, um eine gesamte Hinrunde zu schaffen. Und es muss jedes Team mindestens einmal gegen ein anderes spielen, um eine Saison-Wertung möglich zu machen. Dass eine gesamte Runde mit Hin- und Rückspiel ausgetragen werden kann, halte ich für ausgeschlossen. Ein Ende mit den gesperrten Hallen und Gemeinschaftshäusern ist ja nicht absehbar. Es könnte so ja unter Umständen sein, dass ein Verein gar kein Heimspiel mehr austragen kann.

Sandra Siebert (TSV Halgehausen): „Grundsätzlich finde ich die Entscheidung zu dieser Einfachrunde schade, aber es bleibt uns als Aktiven und den Verantwortlichen ja nichts anderes übrig im Moment. Es ist besser, wenigstens als Einfachrunde zu Ende zu spielen, denn wir wissen ja nicht, wie es im nächsten Frühjahr aussieht. Ob man dann überhaupt wieder anfangen kann oder nicht. Es ist auf jeden Fall besser als gar nicht mehr zu spielen oder die Runde zu annullieren. Wir haben schon fünf Spiele absolviert, jetzt sind es noch drei Spiele, die nächstes Jahr noch gespielt werden müssen. Wir liegen in der Tabelle vorne, von daher kann ich noch entspannt sein.“

Eine gute Lösung

Kurt Müller (TSV Bromskirchen): „Ich halte diese Entscheidung in Anbetracht der ganzen Umstände, die uns diese Coronapandemie abverlangt, für eine gute Lösung. Denn erstens haben wir damit einen Abschluss zum Ende der Rückrunde, das heißt jetzt genauer zum Ende dieser Einfachrunde. Ich finde, dass man damit die optimale Lösung gefunden hat. Und zweitens müssen wir in diesen Zeiten schließlich alle irgendwie Abstriche machen. Außerdem sollte man das in dieser Situation nicht ganz so eng sehen. Es ist immer noch Sport, und es gibt logischerweise Wichtigeres. Wie gesagt: Ich bin mit dieser Entscheidung einverstanden.“

Heinz Krause (Postsportverein Edertal): „Ich finde die Entscheidung grundsätzlich richtig, habe aber zu kritisieren, dass nun die Mannschaften unterschiedliche Anzahl an Heim- und Auswärtsspielen haben. Das finde ich gar nicht gut. Nach der Vorrunde hätten wir, soweit ich weiß, mehr Heimspiele gehabt. Aber jetzt bei den vier Spielen in der Rückrunde sind drei davon auswärts und nur ein Heimspiel. Das ist schon eine Benachteiligung, man hätte das auch anders machen können, dass das ausgeglichen wäre. Im Übrigen finde ich es gut, aber es sind halt nur noch vier Spiele, vier haben wir bereits absolviert. Hätte man jetzt einfach die Vorrunde weiter gespielt, für die Partien dann nur einen neuen Termin genommen, dann hätten wir sogar mehr Heimspiele gehabt. Aber gut, mit dem Nachteil müssen wir halt leben, wenn es so gewollt wird.“ (von Thorsten Spohr und Hans Dreier)

Tischtennis-Kreiswart Karl-Friedrich Meyerhöfer aus Korbach

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