„Risiko ist zu groß“

Fußballkreis Frankenberg: Hallenmeisterschaften wegen Corona-Pandemie abgesagt

Die Corona-Pandemie fordert ein weiteres sportliches Opfer: In diesem Winter wird es keine Hallenrunde im Fußball geben. Dies entschied der Frankenberger Kreisfußballausschuss am Dienstagabend. Betroffen sind die Turniere für Senioren und der gesamte Jugendbereich. Auch der Kreis Waldeck hat alle Wettbewerbe im Jugendbereich abgesagt.

Mit vollem Einsatz waren Mannschaften von den Bambini bis zu den Altherren bei den Fußball-Hallenkreismeisterschaften im Einsatz. In diesem Winter wird es solche Szenen nicht geben. Der Kreisfußballausschuss hat die Wettbewerbe aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Unser Bild entstand im Januar während der Endrunde der A-Junioren beim Spiel SG Eder gegen den TSV Gemünden.

Frankenberg. Das Votum des Fußballausschusses fiel einstimmig aus, wie der stellvertretende Kreisfußballwart Rudolf Matter erklärte. Matter und seinen Kollegen ist angesichts der derzeit wieder steigenden Fallzahlen das Risiko zu groß. „Draußen kannst du dich gut verteilen und Abstand halten. In der Halle funktioniert das einfach nicht. Da sitzt du dicht an dicht“, sagt Matter, der für den Jugendbereich gerade bei den Altersklassen abwärts der C-Junioren von in der Vergangenheit gut gefüllten Hallen berichtet, da immer viele Eltern und Großeltern die Spiele ihrer Kinder verfolgen.

Dazu weist Matter auf die Suche nach einem örtlichen Veranstalter hin. „Wer ist in diesen Zeiten bereit, so eine Veranstaltung mit Hygienekonzept und allen Regeln auszurichten? Das ist ein so großer Aufwand, den kann man eigentlich keinem zumuten.“

Gezeigt hätte sich die Unsicherheit auch bei den Meldungen, die der Kreisfußballausschuss sicherheitshalber in der vergangenen Woche abgefragt hatte. Auch wenn Matter nicht alles ausgezählt hat, sagt der Gemündener, „dass es vom Gefühl her weniger als in den Vorjahren waren“. Dies hätte alle Altersklassen betroffen.

Auch Jugendturniere auf der Ebene des Verbands und der Region fallen der Pandemie zum Opfer. Eine generelle Absage sämtlichen Hallenfußballs für Junioren und Juniorinnen hat der Jugendausschuss des hessischen Verbandes zwar nicht formuliert, es gibt jedoch eine Empfehlung, es zu lassen.

Generell empfiehlt Matter allen Vereinen, in diesem Jahr auf die Ausrichtung von Hallenturnieren zu verzichten. Im Fußballkreis Frankenberg hatten in den vergangenen Jahren die SG Laisa/Berghofen, der FC Ederbergland und der TSV Gemünden große Turniere ausgerichtet.

In der Wohrastadt scheint die Tendenz ebenfalls Richtung Absage zu gehen. „In der Form wie bisher werden wir kein Turnier ausrichten können“, sagt Gemündens Vorsitzender Dirk Rief, der von der Idee eines abgespeckten Turnierformats berichtet. „Aber auch das sehen wir derzeit kritisch“, sagt der TSV-Vorsitzende.

In Gemünden gebe es zusätzlich das Problem, dass das Bürgerhaus wegen einer Sanierung gesperrt ist. „Wenn uns das nicht zur Verfügung steht, würde sich alles noch mehr in der Halle ballen“, fürchtet Rief. Noch im Laufe des Oktobers will sein Verein eine endgültige Entscheidung fällen.

Ähnlich sieht es beim TSV Laisa aus. „Aktuell gehe ich nicht davon aus, dass wir ein Turnier anbieten werden“, sagt Vorsitzender Dirk Paulus. Die Halle in Battenberg sei zwar reserviert, für Paulus ist der Aufwand derzeit aber viel zu hoch. „Und dann hast du immer die Frage: Kommen die Mannschaften, kommen die Zuschauer? Im schlimmsten Fall hättest du weniger Resonanz bei deutlich mehr Arbeit.“ Eine endgültige Entscheidung will der TSV im November fällen.

Für den FC Ederbergland erklärte Jugendleiter Rainer Wenzel: „Wir würden gerne unser Turnier spielen. Aber die Gegebenheiten lassen es derzeit wohl leider nicht zu.“ (Von Thorsten Spohr)

Rubriklistenbild: © Michael Paulus

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