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Kreisoberligist SG Oberes Edertal: „Hier wächst etwas zusammen“

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Von: Hans Dreier

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Immer mit vollem Einsatz: Kapitän Henning Schneider (rechts) von Oberes Edertal, hier gegen den Rennertehäuser Nils Born. Philipp Kaiser (hinten) schaut zu.
Immer mit vollem Einsatz: Kapitän Henning Schneider (rechts) von Oberes Edertal, hier gegen den Rennertehäuser Nils Born. Philipp Kaiser (hinten) schaut zu. © Michael Paulus

Als Herbstmeister, mit einem satten Vorsprung von neun Punkten auf die zweitplatzierte SG Lahnfels, hat die SG Oberes Edertal die Hinrunde in der Fußball-Kreisoberliga Nord abgeschlossen.

Battenberg - Im nächsten Jahr startet die Elf von Trainer Oliver Sprang in der Aufstiegsrunde, für die sich mit der SG Rennertehausen/Battenfeld ein zweiter Kreisvertreter qualifiziert hat. Die starke lokale Konkurrenz begrüßt auch OE-Mannschaftskapitän Henning Schneider. „Ich freue mich immer, wenn die Konkurrenten aus der nahen Umgebung genau so erstarken wie wir. Dann können wir unseren Kreis alle gut vertreten“, sagt der 22-Jährige im Interview.

Herr Schneider, blicken wir kurz zurück: Oberes Edertal ist mit einer 1:3-Niederlage gegen Großseelheim in die Saison gestartet. Jetzt gehen Sie als Tabellenführer in den zweiten Saisonteil: Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Wir können aus der ersten Saisonhälfte eine positive Bilanz ziehen. Zwar haben wir das erste Spiel verloren. Aber danach hatten wir ein spielfreies Wochenende, da konnten wir uns noch einmal besser auf das Kommende vorbereiten.

Außer gegen Großseelheim gab es die Niederlage gegen Cappel (ebenfalls 1:3). Woran hat es gefehlt bei den Spielen?

Das passiert, und so etwas gehört dazu. Gerade das erste Spiel war besonders ärgerlich. Aber das war auch wichtig, weil es der Auslöser für uns war, noch mehr an uns zu arbeiten. Und das zweite Spiel, da war die andere Mannschaft einfach besser an dem Tag, da hat es bei uns an gewissen Punkten gefehlt.

Insgesamt gesehen hat ihr Team ja überwiegend deutliche Siege eingefahren: Wie hat sich die Mannschaft entwickelt?

Definitiv gibt es eine Entwicklung bei uns in der Mannschaft, gerade innerhalb der letzten Jahre. Denn das kann man nicht nur innerhalb der laufenden Runde betrachten. Wir haben eine Mannschaft, die seit längerer Zeit zusammen wächst, die Jahr für Jahr immer eingespielter wird, und die eine deutlich positive Entwicklung vorweist.

Wo liegen die Stärken Ihres Teams? Und was für Schwächen hat es noch?

Das sind tatsächlich solche Fragen, auf die ich keine genaue Antwort geben will. Das ist auch superschwierig zu sagen. Gerade was die Schwächen angeht, da werde ich mich nicht hier hinstellen (lacht) und preisgeben, was bei uns nicht so gut läuft.

Die Derbys sind ja das Salz in der Suppe, heißt es. Hat Sie denn ein heimischer Konkurrent überrascht, und wenn ja warum?

Ich freue mich prinzipiell immer, wenn Mannschaften aus dem oberen Edertal guten Fußball spielen, ihre Performance positiv gestalten. Wir haben ja mit Rennertehausen/Battenfeld noch eine Mannschaft, die mit uns in den Top Sechs spielen wird.

Welchen Anteil hat der Trainer am Erfolg?

Natürlich einen großen Anteil. Das ist einer, der stellt uns nicht nur ein. Wir mussten gerade in der Coronazeit sehr viel von zuhause aus arbeiten, haben Läufe und Krafteinheiten gemacht. Unser Trainer hat uns Pläne geschrieben, hat sich um uns gekümmert, hat geguckt, dass wir nicht den Anschluss verlieren. Es ist immer schwierig bei Ballsportlern, sie zu motivieren, etwas ohne Ball zu machen. Aber das hat in der Zeit jedenfalls sehr gut funktioniert. Und nicht nur dadurch hat der Trainer einen riesigen Anteil daran, dass es aktuell gerade gut gelaufen ist.

Nun ist es wegen Corona erneut eine besondere Saison: Wie stark beeinträchtigt Ihrer Ansicht nach das den Fußball noch?

Schon die erste Saison, bevor diese abgebrochen wurde, habe ich als extrem empfunden. Man hatte einfach immer das Gefühl: Keiner weiß genau, wie machen wir das jetzt? Wie geht’s jetzt weiter? Und natürlich hat das einen riesen Einfluss auf alle Mannschaften gehabt. Teilweise wurden Spiele abgebrochen. Oder gerade jetzt in dieser Runde: Wir haben zwei Spiele gewonnen, weil ein Team aus unterschiedlichen Gründen nicht angetreten ist. Durch Corona kam ja auch dieser neue Modus. Ich glaube, die Spiele wären nicht abgesagt worden, hätte es diesen Modus nie gegeben.

Wie finden Sie den Modus Auf- und Abstiegsrunde?

Ich persönlich werde immer der Verfechter der normalen Ligamethode sein. Aber ich verstehe den Ansatz dahinter, dass es dem Verband bei all dem Corona wichtig war, auf jeden Fall eine gewertete Hinrunde zu haben. Die Liga ist momentan so aufgebläht und so groß, was auf jeden Fall ein riesen Nachteil ist. Und ich bin gespannt, ob man den Modus beibehält. Ich kann es mir aber nicht vorstellen, dadurch dass ja auch jetzt wieder viele Teams, ich glaube, es sind fünf, absteigen werden. So gesehen wünsche ich mir, dass wir zum normalen Modus zurückkehren.

Welche Ziele haben Sie sich für die weitere Saison gesetzt?

Wir wollen uns einfach gut präsentieren. Wir haben jetzt zehn Spiele vor uns, da werden wir versuchen, sie so positiv wie möglich zu gestalten. Und dann schauen wir mal, wo es hingeht. Es wird keiner in Tränen ausbrechen, falls es mal nicht so gut laufen sollte.

Oberes Edertal ist für viele der Vereine der Meisterkandidat Nummer eins. Sehen Sie das auch so? Oder haben Sie andere Favoriten?

Ich finde, das ist ganz schwer zu beantworten. Alle Vereine, die in der Aufstiegsrunde spielen werden, haben das verdient. Diese Mannschaften sind für mich alle Favoriten, sie haben alle guten Fußball gespielt. Ich würde nie einen Favoriten benennen, es kann hier jeder gewinnen.

Wäre Ihre Mannschaft reif für die Gruppenliga?

Das wird sich dann zeigen. Wenn wir am Ende oben stehen, dann würde ich mich freuen, einmal im Leben auch mal aufzusteigen.

Was steht auf Ihrem Wunschzettel für das nächste Jahr?

Also erst mal prinzipiell Gesundheit. Ich möchte von großartigen Verletzungen verschont bleiben, um mal zurück zum Fußball zu kommen. Ich wünsche mir eine positive Rückrunde, dass wir zurückblickend – egal wie es ausgegangen ist – sagen können: Wir haben alles gegeben, wir haben alles probiert. Dann schauen wir mal.

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