1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport
  4. Sport Waldeck-Frankenberg

Nach 200 Kilometern im Sattel: Wilhelmi wird 25., Schmidtmann auf Rang 34

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Friederike Weiler

Kommentare

Aaron Wilhelmi (rechts) auf der dritten Etappe bei der Alpentour-Trophy in Schladming, hier mit Philip Handl (links) und Lukas Kaufmann.
Gemeinsam den Berg hoch gekämpft: Aaron Wilhelmi (rechts) auf der dritten Etappe, hier mit Philip Handl (links) und Lukas Kaufmann. © Marketa Navratilova

Vier Etappen, 200 Kilometer und 10 000 Höhenmeter – die Alpentour-Trophy im österreichischen Schladming hatte es in sich. Mit dabei waren auch Aaron Wilhelmi aus Löhlbach und Tobias Schmidtmann aus Römershausen.

Schladming – Den beiden Mountainbikern dürften die Beine jetzt wohl ordentlich schmerzen? „Quatsch, wir haben uns doch gerade erst warm gefahren“, scherzt der 26-jährige Wilhelmi, der sich erstmals der internationalen Konkurrenz in Österreich stellte. Doch Schmidtmann, der bereits das dritte Mal am Start war, gibt zu, „dass die Beine jetzt schon etwas zäh sind“.

Und das dürfen sie auch, schließlich können sich die Ergebnisse der beiden Sportler sehen lassen: Wilhelmi, im Trikot der MT Melsungen unterwegs, sicherte sich nach 10:39:06 Stunden den 25. Platz bei der Elite (gleichzeitig auch Gesamt-25.) und Schmidtmann, unterwegs für das EGF Bunstruth-Racing-Team, fuhr nach 11:16:53 Stunden als Dritter der Männer II (Gesamt-34.) über die Ziellinie. „Ich hatte einen Platz unter den Top 30 angepeilt, das Ergebnis passt also, ich bin sehr zufrieden, zumal ich alle Abfahrten unverletzt herunter gekommen bin, das war nämlich meine größte Sorge“, sagt Aaron Wilhelmi und fügt an: „Wir hatten nicht nur verdammtes Glück mit dem Wetter – an allen vier Tagen war es sonnig – auch die Gegend ist unheimlich schön. Da hat das Fahren gleich noch mehr Spaß gemacht. Allerdings sind die Berge eine ganz andere Nummer als Zuhause: Du fährst fast 1,5 Stunden nur bergauf, solche Berge gibt’s bei uns ja gar nicht.“

Auch Tobias Schmidtmann war mit seinen Ergebnissen sehr zufrieden: „Vier Etappen und drei Mal Podium, da kann ich mich nicht beklagen. Und mir haben auch die technischen Abfahrten ziemlich gut gefallen, da konnte ich immer einige Plätze gutmachen“, sagt der 33-Jährige.

Und welche der vier Etappen war die Härteste? „Es waren irgendwie alle hart und ich war immer wieder froh, wenn es in die Anstiege ging, weil es die Abfahrten extrem in sich hatten“, sagt Wilhelmi und Schmidtmann ergänzt: „Hin und wieder haben wir schon gelitten, aber bereut haben wir unsere Teilnahme nie. Insgesamt ist die Alpentour-Trophy super organisiert, man bekommt viel für sein Geld, das ist bei anderen Rennen nicht unbedingt der Fall“, sagt Schmidtmann. Schließlich beträgt allein die Startgebühr 450 Euro. „Auch die Verpflegung abends und an der Strecke war richtig gut und abwechslungsreich. Nur den Kuchen im Zielbereich konnte ich nach ein paar Tagen nicht mehr sehen, da wäre mir ein Käsebrot lieber gewesen“, so Wilhelmi.

Die beiden Mountainbiker waren gemeinsam mit Schmidtmanns Freundin Milena Stafunsky nach Schladming gefahren. „Milena hat uns gut angefeuert, Getränke gereicht und auch so super unterstützt, das war schon toll“, sagt Schmidtmann. Vor jedem Start wurde erst gemeinsam um 7 Uhr gefrühstückt, danach wurden die Trinkflaschen fertig gemacht „und dann ging es mit dem Auto in die Walachei, wo wir unsere Flaschen aufgestellt haben“. Danach wurde sich umgezogen und warm gefahren, bevor um 10 Uhr der Startschuss fiel. „Nach dem Rennen haben wir uns etwas ausgeruht und gedehnt, haben die Räder sauber gemacht und danach wieder die Flaschen eingesammelt und gegessen“, sagt Schmidtmann. „Der Tagesablauf war immer gleich und trotzdem sind die Tage verflogen.“

Den Gesamtsieg sicherte sich nach 9:28:35 Stunden übrigens der 39-jährige Kolumbianer Hector Leonardo Paez Leon. Für den zweifachen Mountainbike-Marathon-Weltmeister war es bereits der dritte Trophy-Gesamterfolg. „Die Zeit beziehungsweise das Leistungslevel des Siegers ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer“, sagt Aaron Wilhelmi und ergänzt: „Andererseits war er insgesamt gesehen keine zehn Prozent schneller, dafür, dass er das, wie viele andere im Feld auch, hauptberuflich macht und ein riesen Team im Hintergrund hat – vom Trainer über den Physiotherapeuten bis hin zum Mechaniker. Das wäre genauso, wie wenn unsere Dorfjugend beim Champions-League-Finale mit spielen würde“, sagt der 26-Jährige mit einem Schmunzeln im Gesicht. „Sicher will man seine Leistung immer steigern, das soll auch das Ziel sein. Wenn ich mir aber beispielsweise die dritte Etappe anschaue, bei der ich mit dem Österreicher Philip Handl, dem Europameister der Mountainbike-Ultra-Distanz, und dem Deutschen Meister Uwe Hardter über die Berge fliege, bin ich sicher auf dem richtigen Weg. Und bergab ist noch viel Potenzial.“

Doch jetzt stehen erst einmal etwas ruhigere Tage auf dem Plan. Für Aaron Wilhelmi ging es bereits am Montag wieder an der Arbeit weiter, Tobias Schmidtmann hingegen hat diese Woche noch Urlaub. „Wir haben vergangene Woche 21 Stunden auf dem Rad gesessen, da wir uns jede Etappe auch vorher angeschaut haben. Da sind wir ganz froh, wenn wir den Sattel nicht gleich wieder am Hintern spüren“, sagt Tobias Schmidtmann.

Auch interessant

Kommentare