Volleyball

Frankenberger Ludwig Mischmann ist Teammanager der Männer-Nationalmannschaft

Seit April Teammanager der Deutschen Männer-Volleyball-Nationalmannschaft: Ludwig Mischmann aus Frankenberg. Portraitfoto
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Seit April Teammanager der Deutschen Männer-Volleyball-Nationalmannschaft: Ludwig Mischmann aus Frankenberg.

Erneut hat ein Frankenberger einen prominenten Posten beim Volleyball-Verband bekommen: Ludwig Mischmann ist seit April Teammanager der Deutschen Männer-Nationalmannschaft.

Frankenberg – Volleyball und Frankenberg – die Kombination scheint zu passen: Nachdem sich bereits die Beachvolleyballer Paul Becker und Sarah Schneider sowie Leonie Schwertmann in der Halle einen Namen gemacht haben und Andreas Burkard als Geschäftsführer beim Volleyball-Landesverband Württemberg im Einsatz ist, hat ein weiterer Frankenberger den Sprung in die Volleyball-Spitze geschafft: Ludwig Mischmann, der seit Mitte April Teammanager der Deutschen Männer-Nationalmannschaft ist.

Doch wie kommt man an eine solche Position? Nachdem der Deutsche Volleyballverband (DVV) Anfang März die Stelle ausgeschrieben hatte, ergriff der 25-Jährige seine Chance. „Ich habe mich einfach auf gut Glück beworben und hatte am Ende auch tatsächlich Glück“, sagt der gebürtige Frankenberger und fügt an: „Obwohl ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet habe, dass ich genommen werde – selbst nicht nach zwei Bewerbungsgesprächen, weil ich ja noch bis Oktober im Studium bin und noch gar keinen Abschluss habe“, so der Sportmanagement-Student.

Doch es kam eben anders, schließlich ist Ludwig Mischmann im Volleyball-Zirkus kein Unbekannter. Vor über 15 Jahren hat er unter Uwe Burkard in Frankenberg selbst mit der Ballsportart begonnen und vor 2,5 Jahren stieg er beim Frauen-Bundesligisten SC Potsdam als Teamkoordinator ein. „Das war natürlich eine super Vorbereitung für diesen Job und ich glaube auch, dass ich deswegen überhaupt erst die Stelle als Teammanager bekommen habe, denn durch meine Arbeit bei den Frauen kannte ich bereits viele Abläufe.“

Denn sein Aufgabenfeld ist breit gefächert: „Ich bin Ansprechpartner für die Verbände, koordiniere und plane die Trainingslager, Spieltage und Turniere in Absprache mit der Geschäftsstellenleitung des DVV in Frankfurt, bin das Bindeglied zwischen Mannschaft und externen Personen wie beispielsweise Presse und Sponsoren und halte immer Rücksprache mit der Mannschaft, den Trainern und dem Verband, denen ich auch gleichzeitig den Rücken freihalte“, so Ludwig Mischmann, der mit einem Lachen ergänzt: „Zusammengefasst könnte man auch sagen, dass ich der Junge für Alles bin.“ Und ganz nebenbei steckt er zusätzlich in den Vorbereitungen seiner Bachelorarbeit, um das Studium im Oktober beenden zu können.

Klingt jedenfalls nach einem vollen Terminplan. „Zeitlich gesehen bin ich sehr flexibel. Die Tage können recht voll sein, aber es gibt auch Tage, an denen nichts zu tun ist.“ Vor einem Trainingslager oder Turnier hingegen ist’s immer etwas stressiger: „Wo ist das Hotel, wie kommt man hin, wo findet das Training statt, schnell auf Trainingsplanänderungen reagieren – anfangs ist immer viel zu tun, das pendelt sich aber nach ein paar Tagen ein.“

Genauso war’s in Kienbaum, dort war das deutsche Team im Mai vier Wochen lang zur Vorbereitung auf die Nationenliga. „Das war mein erster Job, bei dem ich komplett allein für alles verantwortlich war. Das war beim Bundesliga-Team anders, da hatte ich noch einen Manager über mir, der mir immer geholfen hat. Dieses Mal war ich die Person, die alles gemacht hat, damit Spieler und Trainer sich vollkommen aufs Training und die Spiele konzentrieren konnten.“

Und war’s eine große Umstellung? „Nicht wirklich, mein Vorgänger Thomas Ranner, der jetzt als Co-Trainer bei den Männern im Einsatz ist und somit im Notfall immer mit vor Ort ist, hat mir eine super Einweisung gegeben und mir alles erklärt. Und von Potsdam her kannte ich schon viele Abläufe, daher hatte ich einen super Einstieg und bin meiner Meinung nach gut mit der Aufgabe klar gekommen.“

Von Kienbaum aus ging’s für Ludwig Mischmann und das neu formierte Team von Bundestrainer Andrea Giani dann weiter ins italienische Rimini zur Nationenliga. „Das war meine erste große Herausforderung. Es stand vorher einiges an Organisation und Planung an und vor Ort waren wir gut fünf Wochen lang in einer Blase gefangen. Wir haben uns fast nur im Hotel, am Spielort oder am Privatstrand des Hotels aufgehalten, viel mehr war nicht möglich.“

Nach der Rückreise stand erst einmal ein Besuch in der Heimat an. „Ich versuche, so oft es geht, meine Familie und Freunde in Frankenberg zu besuchen. Nur neben dem Job und dem Studium bleibt momentan kaum Zeit. Das könnte sich aber ab Oktober ändern, weil Mischmann einen Umzug nach Frankfurt plant, wo auch der DVV seinen Sitz hat.

Derzeit ist Ludwig Mischmann wieder mit seiner Mannschaft in Kienbaum, im Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum, unterwegs, um sich auf den Saisonhöhepunkt, nämlich die Europameisterschaft im September in Estland, vorzubereiten. „Ich freue mich schon sehr auf die EM, die ist definitiv das Highlight dieses Jahr. Aber bis es losgeht, muss noch einiges organisiert und geplant werden.“

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