Deutsche Billard-Meisterschaften: Erst in der Verlängerung des Endspiels verloren

Jens Fischer nach packendem Finale deutscher Vizemeister im Cadre 35/2

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Deutscher Vizemeister: Im Billard Cadre 35/2 wurde Jens Fischer aus Birkenbringhaus en in dieser Woche in Bad Wildungen Deutscher Vizemeister. Dafür gab’s die Silbermedaille.

Birkenbringhausen/Bad Wildungen - Toller Erfolg für den 33 Jahre alten Jens Fischer aus Birkenbringhausen: Er wurde deutscher Vizemeister im Cadre 35/2. 

Bei den Deutschen Meisterschaften in dieser Woche in der Wandelhalle in Bad Wildungen schrammte der leidenschaftliche Billardspieler in der Disziplin Cadre 35/2 nur hauchzart am Deutschen Meistertitel vorbei. An Nummer drei gesetzt, unterlag Fischer im Finale erst in der „Overtime“ knapp gegen Titelverteidiger Helmut Künstler vom TV Merzenich.

„Es war denkbar eng, der Titel war zum Greifen nah, zwischenzeitlich sah ich schon wie der sichere Sieger aus“, bilanziert Fischer nach dem Turnier mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Nach der ersten Enttäuschung bin ich mit der Vizemeisterschaft letztlich aber sehr zufrieden.“ Das Erreichen des Halbfinales hatte sich Fischer für die Deutsche Meisterschaften als Ziel gesetzt.

Für Jens Fischer, der in Bad Wildungen für den TSV Frankenberg an den Start ging, waren die Deutschen Meisterschaften ein Turnier mit Höhen und Tiefen. „Es war ein schwieriges Turnier“, sagt Fischer. Schon im ersten Spiel gegen Rainer Waldbauer (Wattenscheid) tat sich der Jungunternehmer aus dem Burgwald sehr schwer und sicherte sich nur mit viel Mühe einen knappen 250:238-Erfolg. Nach zwischenzeitlichem klarem Rückstand konnte der 33-Jährige das Match nur noch durch eine 100er-Serie drehen.

„Das sah in der Vierer-Gruppe schon nach einer Erstrundenniederlage aus, das wäre ein denkbar schlechter Start gewesen“, sagt Fischer, aber anschließend lief es für ihn noch schlechter: Am nächsten Tag unterlag er gegen Uwe Werner vom SV Lok Staßfurt (Sachsen-Anhalt) mit 204:250. „Da habe ich nicht gut gespielt, da lief gar nichts, da bin ich weit unter meinen Möglichkeiten geblieben“, muss der heimische Starter zugeben.

„Mit dem Rücken zur Wand“ in dem äußerst ausgeglichenen Feld lief Fischer im letzten Gruppenspiel gegen den am Gruppenkopf gesetzten Sascha Lindenau (Grün-Weiß Hassel/Nordrhein Westfalen) dann aber zur Top-Form auf. Fischer lieferte ein „Sahnespiel“ ab, siegte mit 250:26 und stand damit im Halbfinale. Die 250 Punkte machte der Birkenbringhäuser schon im ersten Anlauf – dem hatte Lindenau nichts entgegenzusetzen. „Da habe ich lehrbuchmäßig gespielt“, freute sich Fischer.

Durch seinen zweiten Erfolg im dritten Spiel holte er sich sogar noch den Gruppensieg. Gegner im Halbfinale war dann Toralf Reinhardt aus Berlin. „Das war wieder eine Kopie meines ersten Gruppenspiels, ich habe anfangs überhaupt nicht in die Partie gefunden“, berichtet Fischer. Reinhardt führte schon 160:20, als Fischer eine 140er-Serie startete, zurück ins Spiel kam und letztlich mit 250:180 siegte.

Im Finale gegen Titelverteidiger Helmut Künstler hatte Fischer dann viele Fans dabei - Familie, Freunde, Clubmitglieder. Künstler war auch Deutscher Meister in der Freien Partie geworden. „Wir sind eine Spielstärke“, analysiert der Burgwalder. Im dritten Versuch beendete Fischer seine Partie bereits mit 250 Punkten. „Da war ich gefühlt Deutscher Meister“, sagte der 33-Jährige – aber Künstler spielte im letzten Versuch eine 144er-Runde und glich noch aus.

„Das war mental schwer zu verkraften“, gab Fischer letztlich zu – nach zwei Stunden siegte Künstler schließlich in der Overtime – „das ist so ähnlich wie Elfmeterschießen beim Fußball“, erklärt Fischer. Bei der starken Konkurrenz musste er sich schließlich mit der Silbermedaille zufriedengeben. „Ich wollte ins Halbfinale kommen und habe das Finale erreicht. Mit etwas Pech hätte ich in dem dichten und ausgeglichenen Feld auch schon in der Vorrunde ausscheiden können.“

mjx

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