Kurioser Platzverweis II: Rote Karte für Foul an Teamkollegen

Wurde von seinem Teamkollegen leicht geschubst: Hauberns Marius Eckel, hier gegen Willersdorfs Jonas Althaus. Foto: Kaliske

Simtshausen. Man sollte meinen, dass „kuriose Platzverweise“ im Fußball nicht all zu häufig vorkommen.

Doch nachdem es kürzlich erst Hatzfelds Tobias Schneider bis zu „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ geschafft hat, weil er eine gelb-rote Karte kassierte, obwohl er nicht mal gespielt hat - schaffte Hauberns Michael Stahl vergangenen Sonntag ein ähnliches Kunststück.

Michael Stahl

Dieses Mal war der Spielort des Geschehens der Fußballplatz in Simtshausen, auf dem die Frankenberger B-Liga-Partie zwischen der SG Simtshausen/Asphe/Treisbach und dem TSV Haubern stattgefunden hat. Das Spiel lief 40 Minuten, als es zwischen Michael Stahl und Marius Eckel - beide vom TSV Haubern - zu einem verbalen Meinungsaustausch kam. Danach schubste Stahl sogar noch seinen Teamkollegen. Und das war eindeutig zu viel für Schiedsrichter Thorsten Bepperling (Caldern), der in der Aktion eine Tätlichkeit sah und daraufhin die rote Karte zückte und Stahl des Feldes verwies.

„Waren Emotionen im Spiel“ 

„Die Aktion ist mir sehr unangenehm“, gibt Michael Stahl zu und ergänzt: „Allerdings fand ich es nicht so schlimm, dass gleich eine rote Karte nötig gewesen wäre. Es gab eine Meinungsverschiedenheit, weil ich über die Lösung einer Spielsituation nicht zufrieden war. Der Trainer möchte, dass ich als Innenverteidiger in der Kette auf meine Mitspieler Einfluss nehme. In diesem Fall waren Marius und ich anderer Meinung und haben das lautstark kund getan, da waren halt Emotionen im Spiel.“

Und dann kam es eben zum Schubser. „Das war von meiner Seite her eher als Motivationsanstoß gedacht“, sagte der 18-jährige Stahl und fügte an: „Daraufhin nahm mich der Schiedsrichter zur Seite - und ich dachte, es gibt Gelb. Von der roten Karte war ich sehr überrascht.“

„Nicht böse gemeint“ 

Stahl betonte auch noch einmal, dass Kameradschaft in Haubern groß geschrieben werde. „Wir verstehen uns alle sehr gut und ich habe auch mit Marius überhaupt keine Probleme. Wir waren hoch motiviert und wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Die Aktion war überhaupt nicht böse gemeint.“

Auch Johannes Depner sah die rote Karte seines Teamkollegen als übertrieben an: „Gelb hätte da vollkommen ausgereicht. Das war eine Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden und der Schubser nicht der Rede wert“, so der Kapitän.

Allerdings steht auch im Lehrbuch: „Die Regel sieht in diesem Fall keinen Unterschied zwischen Mit- und Gegenspieler vor. Eine Tätlichkeit, egal gegen wen sie ist, ist mit einer roten Karte zu be-strafen“, sagt Schiedsrichter-Lehrwart Steffen Rabe. „Wenn mein Kollege die Aktion als Tätlichkeit wertet, dann ist rot die richtige Karte.“

Dasselbe gilt auch bei verbaler Beleidigung“, so Steffen Rabe weiter: „Ich darf als Spieler auch meinen Mannschaftskollegen nicht beleidigen, auch das hätte eine rote Karte zur Folge.“ Anders sieht es allerdings bei einer Tätlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter aus: „Hier gibt es keine rote Karte. Hierbei wird das Spiel sofort abgebrochen und die Bestrafung erfolgt direkt über das zuständige Sportgericht.“ (mp)

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