Handball: Twistetals Trainer Dirk Wetekam im Interview über eine besondere Konstellation des Spielplans

„In der Liga habe ich das noch nie erlebt“

Besondere Konstellation: Zweimal binnen weniger Tage trifft Dirk Wetekams HSG Twistetal auf die TG Wehlheiden. Foto: Spitzkopf

Mühlhausen. Normalerweise liegen im Ligasport zwischen Hin- und Rückspiel zweier Vereine einige Monate. Bei der HSG Twistetal ist das an den kommenden beiden Wochenenden ein wenig anders: Hin- und Rückspiel gegen die TG Wehlheiden werden in der Handball-Bezirksoberliga der Männer binnen acht Tagen ausgetragen – eine Spielverlegung in der Hinrunde machte dies möglich. Das erste Aufeinandertreffen findet am heutigen Samstag ab 19.15 Uhr in Mühlhausen statt. Eine besondere Situation, die zusätzliche Brisanz dadurch erhält, dass beide Teams zu den Titelkandidaten zählen. Wir sprachen mit Trainer Dirk Wetekam über diese ungewöhnliche Konstellation des Spielplans.

Herr Wetekam, haben Sie es als Trainer schon einmal erlebt, dass Hin- und Rückspiel in der Liga so kurz hintereinander stattfinden?

Dirk Wetekam: In der Liga habe ich das noch nicht erlebt. Vor 15 Jahren mussten wir mit der HSG eine Relegation zur Landesliga gegen Alsfeld spielen. Damals fanden die Spiele auch innerhalb einer Woche statt.

Wehlheiden gehört mit zu den Titelfavoriten: Ist es vor diesem Hintergrund ein Vor- oder ein Nachteil, dass die beiden Spiele so kurz hintereinander stattfinden?

Wetekam: Ob es ein Vorteil oder Nachteil war, weiß man vermutlich erst nachher. Nun entscheidet die derzeitige Verfassung und personelle Situation über den Ausgang. Liegen die Spiele weiter auseinander, könnte sich da mehr verändern.

Im Lager der HSG sprach man im Vorfeld von „Europacup-Spielen“. Ist der Vergleich treffend?

Wetekam: Der Vergleich hinkt natürlich. Nur die zeitliche Nähe der beiden Spiele ist dem Europacup gleich. Es ist allen klar, dass beide Spiele nicht addiert werden und es nicht um ein Weiterkommen geht, sondern dass in beiden Spielen Punkte vergeben werden.

Glauben Sie, dass Spiel eins Auswirkungen auf das zweite hat?

Wetekam: Da bin ich mir sicher. Im Sport spielt sich viel im Kopf ab, und da hat der Sieger von Spiel eins schon einen gewissen psychologischen Vorteil.

Kann man in einer Woche zum Beispiel taktisch etwas ändern, Erkenntnisse einarbeiten?

Wetekam: Feinheiten kann man sicherlich schon verändern, aber man wird sein grundsätzliches Konzept nicht ändern. Dennoch kommt der Spielanalyse diesmal eine größere Bedeutung als sonst zu.

Ist das zweite Spiel das schwierigere?

Wetekam: Da möchte ich Sepp Herberger zitieren: Das nächste Spiel ist immer das Schwerste. Es ist ganz wichtig, sich zunächst auf die erste Begegnung zu konzentrieren. Alles andere wäre fatal. Danach gilt dann dem zweiten Spiel die volle Aufmerksamkeit. Da Wehlheiden am letzten Wochenende zwei Punkte in Vellmar eingebüßt hat, würden sie bei einer weiteren Niederlage im ersten Spiel schon enorm unter Druck stehen. Bei der momentanen Konstellation könnte das schon das Aus im Aufstiegskampf bedeuten.

„Relegation? Daran verschwende ich keinen Gedanken.“

Dirk Wetekam

Es gibt dieses Jahr Aufstiegs-Relegationsspiele der beiden Zweiten der Bezirksoberligen Kassel und Melsungen – dann im richtigen Europacup-Modus. Kann das Team schon von den beiden Wehlheiden-Spielen lernen?

Wetekam: Außer dass ich mir die Termine in den Kalender eingetragen habe, verschwende ich keine Gedanken an die Relegation. Ich denke auch, dass es eine gänzlich andere Situation sein würde. Davon ab: Wir wollen alles dafür geben, als Meister aufzusteigen.

Ist es von Vorteil, das erste Spiel gegen Wehlheiden vor eigenen Fans auszutragen? Zumal am heutigen Karnevalssamstag nur in Mühlhausen Handball gespielt wird, die Mehrzweckhalle dürfte so richtig voll werden...

Wetekam: Die Halle wird voll sein und ich sehe es schon als Vorteil an, zunächst zu Hause zu spielen und erst dann in Wehlheiden, wobei wir die letzten Jahre in Wehlheiden gut aufgetreten sind und auch da gewinnen wollen. Dennoch dürfen wir nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Heimspiele sind keine Selbstläufer. Auch wenn wir letzten Samstag eine gute Leistung gebracht haben, werden wir uns in allen Belangen steigern müssen. Wehlheiden hat das erfahrenste Team der Liga und auch einen Trainer, der schon alles erlebt hat. Ich habe vor beiden großen Respekt.

Ihr Tipp: Wie gehen die beiden Spiele aus?

Wetekam: Wenn wir absolut diszipliniert und voller Leidenschaft auftreten, haben wir gute Chancen zu gewinnen.

Von Thorsten Spohr

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