Handball: Bei der Twistetaler „Dritten“ spielen Opa und Enkel in einer Mannschaft

„Es macht mir richtig Spaß“

Der Enkel und sein Großvater: Maxim (links) und Fritz Stracke laufen derzeit gemeinsam in der dritten Twistetaler Herrenmannschaft auf. Foto: Spitzkopf

Mühlhausen. Dass Väter mit ihren Söhnen in einer Sportmannschaft spielen, ist zwar selten, aber durchaus nicht ungewöhnlich. Deutlich ungewöhnlicher ist es, wenn ein Großvater und sein Enkel zusammen in einer Mannschaft stehen. Bei der HSG Twistetal kann genau das gerade bestaunt werden: Denn in der dritten Männermannschaft laufen Opa Fritz (68 Jahre) und Enkel Maxim (17) gemeinsam in der Bezirksliga B auf.

Eins ist klar: Die Familie Stracke aus Twiste ist handballverrückt, Opa Fritz ein echtes Twistetaler Original. Anders ist auch nicht zu erklären, dass der inzwischen 68-Jährige seinen angestammten Zuschauerplatz links hinter dem Ballfangnetz noch einmal gegen einen Platz auf dem Feld eintauschte. „Eigentlich hatte ich ja vor 13 Jahren aufgehört“, erzählt der Twister Oldie. Doch dann kam die Idee, noch einmal für die Dritte und mit seinem Enkel aufzulaufen. „Die Mannschaft hatte personelle Probleme, da habe ich mir überlegt, dass ich helfe“, sagt der Twister.

„Die Idee war für mich am Anfang eigentlich eher ein Hirngespinnst“, erinnert sich der HSG-Vorsitzende Holger Schmidt, der in der „Dritten“ selber das Tor hütet. „Irgendwann sagte Fritz einmal, dass er gern mal mit seinem Enkel zusammen spielen würde.“

Ein Problem gab es: Stracke besaß gar keinen Pass mehr, denn die HSG meldete vor Jahren alle Spieler jenseits der 60 Jahre vom Spielbetrieb ab. „Dann stand er in der Halle plötzlich vor mir, gab mir sein Passbild und fragte mich, wo denn jetzt sein Passantrag sei“, erzählt Schmidt. Eine Unterschrift später war Fritz reaktiviert.

 „Er hat gut aufgeräumt“

Seinen Einstand gab der Oldie beim Auswärtsspiel in Wehlheiden – und dafür bekam Fritz Stracke ein Lob seiner Mitspieler. „Es ist wirklich ernst gemeint: Fritz hat in der Abwehr gut aufgeräumt“, erinnert sich Holger Schmidt. Auch Stracke sagt: „In der Abwehr läuft es für mich ganz gut, den Rhythmus habe ich nicht verloren.“ Gleichwohl habe er im Angriff einiges seiner Wurfkraft eingebüßt. Aber er fügt hinzu: „Es macht mir richtig Spaß auf dem Feld, auch dass ich mit Maxim spielen kann.“ Zumal er trotz seines fortgeschrittenen Alters fit sei und er nach einem Einsatz „keinerlei Wehwehchen“ habe. Deswegen spielt Stracke nicht etwa auf Außen, sondern da, wo es richtig weh tun kann: Im Rückraum und im Abwehrmittelblock.

Einen Traum gibt es bei den „Strackes“ noch – denn einer könnte aus dem Familien-Duo auf dem Feld bald sogar ein Trio machen: Joachim, Sohn von Fritz und Vater von Maxim. Läuft „Jojo“, der bislang noch in der Bezirksoberligamannschaft spielte, auch noch einmal für die Twistetaler „Dritte“ auf, würden insgesamt drei Generationen der Familie in einem Team ein Ligaspiel bestreiten.

Und das dürfte mit Sicherheit einmalig im heimischen Handball sein. „Das haben wir vor. Joachim ist wegen einer Verletzungspause momentan nicht mehr festgespielt. Wenn es mit seinem Rücken wieder geht, dann wäre das eine richtig tolle Sache für uns“, sagt Fritz Stracke.

Von Thorsten Spohr

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