Maier und Morozov dominieren die Liga

Meister in Unterzahl: Vöhler Tischtennis-Damen spielen meist nur zu zweit

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Eine Klasse für sich: (von links) Marina Morozov, Verena Kalhöfer und Anne Maier sind mit dem TSV Vöhl bereits vorzeitig und ohne Minuspunkt Meister in der Tischtennis-Kreisliga der Damen. Und das, obwohl sie immer nur zu zweit oder zu dritt antreten – und die anderen zu viert.

Vöhl. Vier gegen zwei ist eigentlich unfair. Nicht, wenn die zwei Anne Maier und Marina Morozov sind. Die beiden Tischtennisspielerinnen sind mit dem TSV Vöhl vorzeitig Meister der Damen-Kreisliga, obwohl sie in der Regel nur zu zweit gegen drei oder vier Gegnerinnen gespielt haben.

Möglich wird das durch das Braunschweiger System, das in der Damen-Kreisliga, der 3. Kreisklasse und bei Jugend und Schülern auf Kreisebene gespielt wird: Wer zu dritt gegen vier andere spielt, kommt einfach öfter dran, statt für den fehlenden Spieler kampflos Punkte abzugeben.

Zu dritt haben die Vöhler Damen in dieser Saison nur selten gespielt. Verena Kalhöfer, Nummer 3 hinter Anne Maier und Marina Morozov, hat nur die sieben Heimspiele mitgemacht. Die 15-Jährige hat wegen der Schule nicht für alle Spiele Zeit.

Deshalb sind Maier (42) und Morozov (33) auswärts immer nur zu zweit angetreten, die Spiele der fehlenden Nummer 3 gingen kampflos an den Gegner. „Damit sind wir immer einem 0:3-Rückstand hinterhergelaufen“, sagt Maier. Am Endergebnis hat das nichts geändert: Der TSV Vöhl hat alle 14 Spiele gewonnen. Nur ein Mal wurde es knapp: beim 6:4 in Adorf, als Morozov gegen Renate Saebel ihr einziges Einzel der ganzen Saison verlor. Vöhl siegte dennoch mit 6:4.

Maier, die schon mal in der Bezirksoberliga gespielt hat, ist in der gesamten Saison sogar unbesiegt – in 42 Einzeln. Und ihre 14 Doppel haben die beiden auch alle gewonnen. „Man merkt es den Gegnern manchmal an, dass das frustrierend ist“, sagt Maier.

Aber warum ist das Vöhler Damen-Duo so gut? „Weil wir mit den Männern trainieren und auch gegen Männer spielen“, sagt Maier. Sie und Morozov spielen als „weibliche Ergänzungsspielerinnen“, aber eigentlich als Stammspielerinnen, bei den Vöhler Herren in der 2. Kreisklasse und der Kreisliga mit. „Das ist schon etwas anderes als Frauen-Tischtennis“, sagt Maier.

In den vergangenen Jahren haben die beiden sogar nur bei den Männern gespielt, vor dieser Saison habe es sie aber gereizt, wieder ein Damen-Team zu melden. Auch wegen des Pokals, erklärt Maier: „Wir haben vor sechs Jahren in der Kreisliga den Verbandspokal gewonnen und waren im Bundesfinale.“ Für die Verbandspokal-Endrunde haben sie sich nun erneut qualifiziert – sie wird dieses Wochenende in Wetterburg ausgespielt. „Es wäre schön, wenn wir wieder gewinnen würden.“ Da Pokalspiele aber nur bis zum vierten Punkt gehen, wird das zu zweit schwerer als in der Liga.

Und nächste Saison? Als Meister ist der TSV zum Aufstieg verpflichtet. Also in die Bezirksliga. „Wir würden gerne für Vöhl höherklassig spielen“, sagt Anne Maier. „Dafür brauchen wir aber dringend noch eine Spielerin.“.

Noch ist die Saison aber nicht vorbei. Nach Ostern stehen noch zwei Spiele in der Kreisliga an. Vermutlich wird Vöhl auch die gewinnen. Trotz Unterzahl.

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