Fußballerin Saskia Mann

Aktion „Junges Ehrenamt“: Sie ist mit 25 Jahren die Dienstälteste beim DFC Allendorf

Ist auf und neben dem Platz am Ball: Saskia Mann (rotes Trikot) spielt für den DFC Allendorf und ist Vorsitzende des Vereins.
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Ist auf und neben dem Platz am Ball: Saskia Mann (rotes Trikot) spielt für den DFC Allendorf und ist Vorsitzende des Vereins.

„Da müssen Jüngere ran.“ Hat mancher altgediente Ehrenamtler zum Ausstand gesagt. Und trotz Nachwuchsmangel gibt es sie: Junge Menschen im Ehrenamt. Was treibt sie an? Wir stellen sie vor.

Allendorf/Eder – Gibt eine Position im Fußball einen möglichen späteren Weg vor? Bei Saskia Mann könnte das so sein. Auf dem Feld ist die 25-Jährige im zentralen Mittelfeld beim DFC Allendorf in der Verbandsliga unterwegs. Eine Position, bei der Verantwortung genauso gefragt ist, wie Kreativität und Initiative.

Genau diese Eigenschaften stehen bei der 25-Jährigen auch abseits des Rasens auf dem Programm. Saskia Mann ist seit zwei Jahren Vorsitzende des einzig reinen Frauenfußballvereins im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Aber sie ist dabei nicht allein, das betont Mann im Gespräch immer wieder. „Ich bin zwar auf dem Papier erste Vorsitzende, aber wir sind ein Team. Wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, dann machen wir das alle gemeinsam.“

Wenn Saskia Mann alle meint, dann spricht sie damit einen sehr jungen Vorstand an, alles aktive Spielerinnen oder ehemalige Spielerinnen, alle sind befreundet. Und: Alle sind unter 30 Jahre alt. Deswegen fügt Saskia Mann auch sofort an: „Auch wenn ich jetzt von meinen Kolleginnen vorgeschlagen wurde – es könnten alle für ihr großes Engagement geehrt werden.“

Fußball steht bei der in Viermünden aufgewachsenen Mann seit jeher auf der Tagesordnung, auch weil ihr Vater Andreas beim TSV Viermünden/Schreufa und nun bei der SG Eder als Trainer und Funktionär aktiv ist. Mit fünf Jahren fing Saskia Mann beim TSV Viermünden/Schreufa in der Bambini-Mannschaft an. Mit elf Jahren wechselte sie zum DFC Allendorf. „Ich hatte da schon bei der U16 mitgespielt, war die Kleinste auf dem Feld“, erinnert sich Mann. Geblieben ist sie bis heute. „Zusammen mit Maria Berendes und Alisa Fischer sind wir die dienstältesten Spielerinnen beim DFC“, sagt die Fußballerin nicht ohne ein wenig Stolz.

Vielleicht war das auch der Grund, warum Mann das Amt der Vorsitzenden übernahm, als der langjährige DFC-Chef Axel Feyerabend kürzertreten wollte. Beim DFC kümmert sie sich um den sportlichen Bereich, die Organisation des Spielbetriebs. Ist das einfach, wenn man selber noch spielt? „Bislang ja“, sagt Mann, die allerdings auch anfügt: „Noch gab es da keine großen Konfliktpunkte.“

Viel lieber will sie aber über die Erfolge sprechen. Der DFC ist in der Jugendarbeit gut aufgestellt. Bei den B-Mädchen tummeln sich beispielsweise mehr als 30 Nachwuchskräfte im Training („So viel hatten wir noch nie“), beim letzten Tag des Mädchenfußballs waren gut 50 Teilnehmerinnen dabei. „Mega“, erinnert sich Mann. Auch beruflich hat ihr der Fußball eine Heimat geboten. Beim Deutschen Fußball-Bund absolvierte die eine kaufmännische Ausbildung, danach wechselte sie zum Hessischen Fußball-Verband, wo sie für die Traineraus- und Fortbildung zuständig ist. Nebenbei studiert sie in Düsseldorf Sportmanagement.

Selber hat sie schon im Alter von 15 Jahren die C-Lizenz abgelegt, nach dem Abitur sogar die B-Lizenz. Auch wenn sie derzeit keine Mannschaft betreut, die Lizenzen sind immer noch gültig. „Irgendwann will ich auch als Trainerin arbeiten“, steht für sie fest.

Von Thorsten Spohr

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