Radcheck und Tipps auch für Einsteiger

Vor dem Start in die Radsaison: So wird das Mountainbike startklar gemacht

Auf in die Radsaison: Wer wieder Fahrradfahren will, zum Beispiel wie hier am Edersee, sollte es vor dem Start einmal gründlich durchchecken.
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Auf in die Radsaison: Wer wieder Fahrradfahren will, zum Beispiel wie hier am Edersee, sollte es vor dem Start einmal gründlich durchchecken.

Mit den ersten Sonnenstrahlen und steigenden Temperaturen steigt auch die Lust aufs Radeln. Doch bevor man sich auf’s Bike schwingt, sollte es einmal gründlich durchgecheckt werden. Denn Staub, Feuchtigkeit und Schmutz haben oft ihre Spuren hinterlassen.

Frankenberg - „Besonders Bremsen können über den Winter ihre Funktion einbüßen und Reifen können spröde und rissig werden. Auch der Luftdruck in den Federelementen sollte geprüft werden“, sagt Tobias Schmidtmann und fügt an: „Da man sich aktuell beim Händler auf recht lange Wartezeiten einstellen muss, ist es nicht verkehrt, wenn man sich selbst mit dem Rad auseinandersetzt, weil man einiges gut selbst machen kann.“

Dazu empfiehlt Schmidtmann beispielsweise Youtube-Tutorials: „Da wird sehr gut beschrieben, wie man vorgehen muss. Auch ich gucke dort nach, wie ich meine elektronische Schaltung einstellen muss. Das ist kein Hexenwerk. Und wenn unterwegs mal etwas passiert ist es immer gut, wenn man das selbst reparieren kann.“

Sollte der Durchblick aber trotzdem fehlen, sollte man sich beim Experten melden. Was man laut Schmidtmann aber auf jeden Fall können sollte, ist der Reifenwechsel. „Viele laufen sofort zum Händler, wenn sie einen platten Reifen haben. Den muss man selbst wechseln können, wenn man Mountainbike fährt. Deswegen sollte man auch immer einen Ersatzschlauch und eine Luftpumpe in der Satteltasche dabei haben.“

Grundreinigung

Besonders im Winter kann einiges an Schmutz und Splitt zwischen die Speichen geraten sein. Zur Reinigung empfiehlt sich ein Schwamm mit etwas Wasser und Spülmittel. Ist das Rad vom Schmutz befreit, sieht man eventuelle Schäden leichter.

Reifen aufpumpen

Gerade aus den Reifen ist nach einem langen Winter oft die Luft raus. Hier muss nachgepumpt werden. Spröde und rissige Reifen sollten komplett ausgetauscht werden. „Daher Profil und den Mantel auf feine Risse oder Schnitte untersuchen“, sagt Tobias Schmidtmann. Egal wie teuer ein Reifen oder Schlauch ist, es kann immer sein, dass im Stand etwas Luft entweicht. Daher sollte vor jeder Fahrt die Luft kontrolliert werden. „Durch den Luftdruck kann man auch den Fahrkomfort verbessern“, sagt Schmidtmann und fügt an: „Ein hoher Reifendruck heißt nämlich nicht, dass der Rollwiderstand besser ist, ganz im Gegenteil. Und man merkt sofort jeden kleinen Stein.“

Die Bremsanlage

Ein hohes Sicherheitsrisiko stellt eine nicht intakte Bremsanlage dar: „Im Mountainbike-Bereich werden mittlerweile ausschließlich Scheibenbremsen verbaut und auch bei Rennrädern werden es immer mehr“, sagt Schmidtmann. „Daher sollte der Fokus auf den Bremsbelägen liegen: Sind diese zu stark verschlissen, sollten sie ausgetauscht werden.“ Wer keine Scheibenbremsen hat, sollte sich das Laufrad anschauen: „Durch die Felgenbremse kann die Flanke runtergebremst sein.“ Auch der Lenkervorbau, die Lenkerstange und der Sattel sollten auf den richtigen Halt überprüft werden. Ein weiterer Tipp von Schmidtmann: „Im Stand die Vorderbremse ziehen und dabei schauen, ob zwischen Rahmen und Vorbau etwas wackelt.“

Ein eierndes Rad

Ist altersbedingt eine Speiche verzogen oder sogar gebrochen, sollte man besser beim Mechaniker vorbei gucken. Das kann übrigens auch bei einer Ausfahrt passieren, wenn man einen Stein oder einen Stock falsch erwischt. „Eine lockere Speiche kann man mit etwas handwerklichem Geschick wieder festdrehen“, sagt Schmidtmann. „Aber meistens ist es mehr. Ein Zentierständer und spezielles Messwerkzeug helfen dann beim sauberen Einstellen. Das sollte auf jeden Fall der Fachmann machen.“

Kette ölen

Eine verdreckte Kette macht das Treten unnötig schwer. Darüber hinaus kann sie Rost ansetzen und im äußersten Fall sogar brechen. Eine regelmäßige Ölung einmal im Monat beugt dem vor. Doch spätestens im Frühjahr, wenn das Fahrrad aus dem Keller geholt oder einen nasskalten Winter hinter sich hat, sollte die Kette noch einmal ausgiebig gewartet werden. Mit einer Bürste oder einem Lappen kann sie von grobem Schmutz befreit und anschließend geölt werden.

Auch die Kettenspannung sollte kontrolliert werden: Denn eine zu locker sitzende Kette erhöht den Verschleiß und verschlechtert das Schaltverhalten des Rades. Grund für die niedrige Kettenspannung kann zum einen der Verschleißgrad sein. Je mehr Kilometer die Kette hinter sich hat, desto anfälliger wird diese. Der zweite Grund kann die Einstellung der Kettenspannung an der Schaltung sein. Mithilfe eines Imbusschlüssels kann die richtige Kettenspannung aber leicht wieder hergestellt werden.

Tipps für Einsteiger

Ob Einsteiger oder Fortgeschrittener – der Spaß am Fahrradfahren sollte immer im Vordergrund stehen. Damit das auch so ist, hier ein paar Tipps für Einsteiger von Tobias Schmidtmann.

• Wer plant, ein neues Fahrrad zu kaufen, sollte sich Zeit nehmen und gut beraten lassen. „Man muss nicht sofort das teuerste Bike im Shop kaufen, sondern gucken, was ich wirklich brauche. Gute Modelle gibt’s bereits ab 1500 Euro. Es kommt eben darauf an, für welchen Einsatz das Rad genutzt werden soll: Will ich viel fahren und das permanent im Gelände, oder soll’s eher gemütlich entlang der Eder gehen.“ Außerdem: „Bevor man ein Rad kauft, kann man sich auch erst einmal eins zum Testen ausleihen. Wer wirklich vor hat, im Gelände zu fahren, dem rate ich einen Besuch im Bikepark in Willingen. Danach weiß man erst, was es überhaupt heißt, im Gelände zu fahren.“

• Einsteiger sollten unbedingt die Fahrtechnik-Grundlagen lernen. „Das bringt mehr Spaß und erhöht die Sicherheit.“ Die ersten Kilometer fährt man besser in flachem Gelände: „Man sollte nicht gleich mit dem steilsten Berg starten, sondern sich langsam warmfahren. Und nicht gleich verzagen, wenn die Beine anfangs schwer sein sollten, das kann sich durchs Warmfahren legen.“ Schmidtmann empfiehlt, es bei der ersten Ausfahrt nicht gleich zu übertreiben. „Für den Einstieg sind 25 bis 30 Kilometer schon viel und am besten fährt man erst einmal auf bekannten Strecken, damit man im Notfall schnell wieder zuhause ist.“

• Wer eine Fahrradtour plant, sollte einen Ersatzschlauch, eine Co2-Kartusche oder eine Notfallluftpumpe in einer Satteltasche dabei haben. „Das erspart viel Ärger, wenn’s mal einen Platten geben sollte.“ Auch eine Trinkflasche und Müsliriegel sollte man dabei haben und etwas Kleingeld, damit man notfalls Kaffee oder Cola ordern kann. Das setzen wir auch regelmäßig ein, wenn die Puste langsam ausgeht, das ist ein kleiner Geheimtipp.“

• Nach einer Stunde Radfahren zwickt bereits der Popo? „Deswegen sollte man in eine vernünftige Radhose investieren, die bekommt man bereits ab 60 Euro. Trotzdem ist es ganz normal, wenn der Hintern anfangs wehtut, da muss man etwas die Zähne zusammenbeißen. Umso häufiger man fährt, desto schneller gewöhnt man sich daran.“ Was immer dabei sein muss: der Helm. Aber auch eine Brille ist nicht verkehrt, die vor Fahrtwind und Insekten schützt.

• Wer einmal Wettkampfluft schnuppern möchte, sollte sich einen Höhepunkt aussuchen: „Man sollte ein Ziel festlegen, das auch erreichbar sein soll.“ Man darf aber nicht zu verbissen ran gehen. „Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen.“

Ihre Lieblingsstrecke gesucht

Waldeck-Frankenberg bietet zweifellos eine Menge El Dorados für Radfahrer. Und es gibt sicher „schöne Eckchen“, die noch nicht jeder erkundet hat. Wir suchen die Geheimtipps unserer Leser. Welches ist Ihre Lieblingsstrecke? Verraten Sie es uns und schreiben Sie (am besten bis 9. Mai) eine E-Mail mit Stichworten und Erklärungen Ihrer schönsten Route. Wir veröffentlichen ausgewählte Tipps! Die Mailadresse: sport-wafk@hna.de

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