Vorzeitiges Saisonende wegen Corona

Saisonabbruch im Tischtennis: Das sind die Meister und Absteiger in Waldeck-Frankenberg

zpd123 neue Tischtennisbälle aus Plastik; von links; ein alter 38-Millimeter-Ball, ein 40-Millimeter-Ball aus Zelluloid und ein neuer 40-Millimeter-Ball aus Plastik
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Die Bälle ruhen: In Deutschland sind die Tischtennis-Klassen vorzeitig abgebrochen worden. Der Tabellenstand vom 13. März wird gewertet, was in manchen Ligen zu besonderen Konstellationen führt.

Mit dem vorzeitigen Saisonabbruch in den Tischtennis-Klassen wegen der Corona-Krise stehen nun auch in den Waldeck-Frankenberger Ligen die Meister und Absteiger fest.

Da der Tabellenstand vom 13. März gewertet wird, dem Tag, an dem der Spielbetrieb beendet wurde, haben nicht alle Mannschaften gleich viele Spiele auf dem Konto, was zu besonderen Konstellationen führt und ein spannendes Saisonende verhindert hat. 

In der Herren-Bezirksklasse ist zum Beispiel nun derTSV Bromskirchen nur aufgrund des besseren Spielverhältnisses Meister vor dem punktgleichen SV Reddighausen geworden. In der Damen-Bezirksoberliga ist Vöhl mit einem Punkt Vorsprung Meister geworden. 

In der Herren-Kreisliga Süd lagen zum Zeitpunkt des Abbruchs Geismar (22:6), Roda (20:6), Reddighausen II (19:7) und Edertal (18:8) innerhalb von zwei Minuspunkten beieinander. Geismar hätte noch vier Spiele austragen müssen, die drei Konkurrenten sogar noch fünf. 

Und in der 2. Kreisklasse Süd Gruppe 2 stand noch das Spiel zwischen Birkenbringhausen II (24:2) und Halgehausen II (23:3) an – es wäre das direkte Duell um die Meisterschaft gewesen. Bitter für Halgehausen: Zwei Tage vor dem Saisonende am 13. März hatte der TSV beim 7:7 gegen Geismar III einen Sieg verpasst, der ihn jetzt zum Meister gemacht hätte. 

Es gab aber auch schon Entscheidungen, die vor dem Abbruch feststanden: In der 1. Kreisklasse Süd zum Beispiel hatte Birkenbringhausen die Meisterschaft schon sicher und Rosenthal/Gemünden III stand als erster Absteiger fest.

Sportwart dachte an Aprilscherz

Harald Ludwig (Wetterburg), Sportwart im Tischtennis-Kreis und im Bezirk Nord, konnte am Donnerstag auf unsere Nachfrage nicht viel zu dem vom Deutschen Tischtennis-Bund verkündeten Saisonabbruch sagen. Er habe das am Mittwoch auch erst aus dem Internet erfahren und zunächst an einen Aprilscherz geglaubt. 

Sportwart Harald Ludwig

Ludwig berichtete, dass der Hessische Tischtennis-Verband (HTTV) eine andere Lösung für den Saisonabbruch bevorzugt hätte. Der HTTV hätte die Abschlusstabellen anders berechnet: 

Wenn zwei Mannschaften nur in der Vorrunde gegeneinander gespielt haben, wäre dieses Ergebnis gewertet worden. Hat auch schon das Rückspiel stattgefunden, dann wären beide Ergebnisse aus Hin- und Rückspiel zusammen als ein neues Ergebnis berechnet worden: Hat Mannschaft A zum Beispiel das Hinspiel gegen Mannschaft B gewonnen und das Rückspiel verloren, dann wäre aus 2:0 und 0:2 Punkten für die Tabelle ein 1:1 geworden. Zwei Unentschieden wären ebenso zu einem 1:1 geworden. Und ein Sieg (2:0) und ein Unentschieden (1:1) wären als 1,5:0,5 Punkte gewertet worden. 

Somit hätten alle Mannschaften in der umgerechneten Abschlusstabelle – anders als jetzt – die gleiche Zahl an Spielen gehabt. „Das wäre fairer gewesen“, findet Harald Ludwig. 

Aufstieg und Relegation noch zu klären

Offen sei noch, was mit den Mannschaften auf den Relegationsplätzen für Auf- und Abstieg passiere, da auch die Relegationsspiele abgesagt wurden. Ludwig wünscht sich, dass diese Teams die Möglichkeit bekommen, zur neuen Saison für die jeweils höhere der beiden Klassen zu melden. Der HTTV wolle auch dazu am 6. April eine Entscheidung treffen. 

Harald Ludwig vermutet auch, dass der Zwangsaufstieg für die Meister für diese Saison ausgesetzt werden könnte. Denn aufgrund des vorzeitigen Saisonabbruchs und der ungleichen Anzahl an Saisonspielen stehen in einigen Klassen nun plötzlich Mannschaften auf Platz 1, die gar keine Aufstiegsambitionen hatten. 

Geklärt werden müsse auch, wie mit Stichtagen, Vereinsmeldungen und Leistungszahlen umgegangen werde und mit Spielern, die wegen des Saisonabbruchs nicht die erforderlichen zwei Spiele machen konnten. 

„Wir hätten uns das alle anders gewünscht, aber die Gesundheit geht vor“, sagt Harald Ludwig über den vorzeitigen Saisonabbruch.

Das sind die Meister, Auf- und Absteiger

Nachfolgend eine Übersicht über die mit Tabellenstand vom 13. März feststehenden Meister sowie Auf- und Absteiger aus den Klassen mit Waldeck-Frankenberger Mannschaften:

Hessenliga Damen: Meister: Wißmar, Absteiger: keiner

Bezirksoberliga Herren: Meister: Ginseldorf Absteiger: Söhre, Grebenstein Bezirksoberliga Damen: Meister: Vöhl, Absteiger: Weiterode, Ihringshausen II

Bezirksliga Herren: Meister: Burgholz-Kirchhain, Absteiger: Angelburg, Niederweimar, Ederbergland II, Schröck

Bezirksliga Damen: Meister: Altenbrunslar-W. ,Absteiger: keiner

Bezirksklasse Herren: Meister: Bromskirchen, Absteiger: Frankenberg, Herbsen 

Kreisliga Nord: Meister: Lengefeld I, Absteiger: Lengefeld II, Helsen III

Kreisliga Süd: Meister: Geismar, Absteiger: Battenfeld, Bunstruth

Kreisliga Damen: Meister: Rosenthal/Gemünden, Absteiger: keiner

1. Kreisklasse Nord: Meister: Bad Wildungen, Mitaufsteiger: Korbach IV Absteiger: keiner 

1. Kreisklasse Süd: Meister: Birkenbringhausen, Mitaufsteiger: Halgehausen, Absteiger: Rennertehausen II, Rosenthal/Gemünden III

2. Kreisklasse Nord: Meister: Wetterburg III, Mitaufsteiger: Vöhl II Absteiger: keiner

2. Kreisklasse Süd 1: Meister: Geismar II Absteiger: keiner

2. Kreisklasse Süd 2: Meister: Birkenbringhausen II Absteiger: keiner 

3. Kreisklasse 1: Meister: Battenfeld II, Absteiger: keiner

3. Kreisklasse 2: Meister: Roda II, Absteiger: keiner

Jungen 18: Meister: Korbach, Absteiger: keiner

Jungen 15: Meister: Reddighausen (J13), Absteiger: keiner

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