Videokonferenz des Kreises ergibt klares Meinungsbild

Frankenberger Fußball: Satte Mehrheit der Vereine ist für Saisonabbruch

Führte durch das virtuelle Treffen der Fußballvereine: Frankenbergs Kreisfußballwart Jürgen Schicke während der Videokonferenz mit den hiesigen Klubs.
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Führte durch das virtuelle Treffen der Fußballvereine: Frankenbergs Kreisfußballwart Jürgen Schicke während der Videokonferenz mit den hiesigen Klubs.

Das Votum war am Ende eindeutig. Bis auf den TSV Gemünden haben sich alle Vereine für einen Abbruch der bislang unterbrochenen Saison 2020/21 ausgesprochen. Dies war das Ergebnis der Videokonferenz des Fußballkreises Frankenberg mit den Vereinsvertretern.

Frankenberg - Das Meinungsbild wird Kreisfußballwart Jürgen Schicke dem hessischen Verband (HFV) in Frankfurt melden. Am kommenden Samstag will der HFV in einer Verbandsvorstandssitzung entscheiden, wie es in Sachen Fußball weitergeht. Für Schicke ist die Sache klar: „Nach den Beschlüssen vom Montag gibt es keine andere Wahl als einen Abbruch“, sagte der Kreisfußballwart am Morgen nach der Videokonferenz.

Ähnlich führte Schicke auch in die Sitzung am Dienstag Abend ein. Mit Blick auf den bis zum 18. April verlängerten Lockdown sagte Schicke: „Es wird sehr eng. Oder um es zu sagen: unmöglich.“ Denn vor einer Fortführung der Saison müssten den Fußballern nach der langen Pause vier bis fünf Wochen Vorbereitungszeit eingeräumt werden. „Und es ist nicht mal abzusehen, dass wir am 18. April zurück auf die Plätze kommen“, verdeutlichte Schicke.

Und schon ein eher unwahrscheinlicher Trainingsstart an jenem 18. April würde einen Saisonstart frühestens Mitte Mai möglich machen mit der Folge, dass ein Großteil der hessischen Ligen bis zum 20. Juni nicht die Hinrunde bei einer vertretbaren Belastung schaffen würde. In den Szenarien des Verbandes, die Schicke den Vereinsvertretern präsentierte, tauchte ein solch später Saisonstart schon gar nicht mehr auf. „Selbst bei uns auf Kreisebene mit fünf bis sechs ausstehenden Spielen würde es eng werden“, sagte Schicke, zumal man auch damit rechnen müsse, dass es wegen Coronafällen zu weiteren Absagen kommen könnte. Eine Verlängerung der Spielzeit über den Juni hinaus sei mit Blick auf Wechselfristen und Verträge keine Alternative. „Da schlagen die Juristen die Hände über den Kopf zusammen“, sagte Schicke.

Angesichts dieser Umstände war es wenig verwunderlich, dass es bei den Vereinsvertretern nur wenig Diskussionsbedarf gab. „Im Grunde ist die Entscheidung doch schon gefallen“, sagte Karl-Heinz Ködding aus Geismar als Mitglied des Kreisfußballausschusses. Bodo Specht von der SG Oberes Edertal stimmte zu: „Wenn im Juni Schluss sein muss und die Runde nicht verlängert werden kann, dann kann sie nicht mehr zu Ende gespielt werden. Da ist es besser, man macht den Cut jetzt und startet für den Herbst eine relativ normale Runde.“ Der Ansicht Spechts stimmte Wolfgang Werth vom FC Ederbergland zu: „Ich sehe das ähnlich wie Bodo, das wird nichts mehr mit dieser Runde.“

So ging der Blick bei den meisten Vereinsvertretern, die sich zu Wort meldeten, bereits nach vorne zur neuen Runde. Bastian Hallenberger von der SG Nordkreis sagte: „An die Saison machen wir einen Haken dran. Wir müssen uns aber Gedanken machen, wie wir die nächste Saison vernünftig starten.“ Dem stimmte Heiko Hoffmann von der SG Rosenthal/Roda zu: „Die neue Runde sollte früher beginnen, nicht erst im August.“ Schicke sicherte zu, die Wünsche der Vereine nach einem früheren Start dem Verband zu unterbreiten.

Das Meinungsbild der Vereine nach nicht mal 60 Minuten war eindeutig. Nur der TSV Gemünden sprach sich gegen einen Abbruch aus, alle anderen Vereinsvertreter sehen keine Möglichkeit, die Spielzeit zu beenden. Schicke glaubt fest daran, dass dies am Samstag durch den HFV endgültig so entschieden wird. „Der Verband kann eigentlich gar nicht mehr anders entscheiden.“

Auch in den benachbarten Kreisen ist die Stimmung pro Abbruch: Sowohl die Vereine des Kreises Biedenkopf als auch die des Kreises Waldeck haben sich bei ihrer Konferenz mit großer Mehrheit für einen Abbruch ausgesprochen.

Pech hat der TSV Altenlotheim, der am 1. Mai die Waldecker Pokalendspiele der Saison 2019/20 ausrichten sollte. Auch diese Veranstaltung wurde endgültig abgesagt.

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