Sportkreis Waldeck-Frankenberg: 28 500 Euro für zehn Vereine – Sportforum am 27. März in Korbach

Sportförderung auf dem Prüfstein

Sichtlich glücklich: Der Sportkreis-Vorsitzende Uwe Steuber mit Vertretern der geförderten Vereine. Foto: nh

Korbach/Elleringhausen. Frisch sanierte Sportplätze, die kaum genutzt werden; mit viel Aufwand ausgebaute Vereinsheime ohne Leben in der Bude.

Für Uwe Steuber ist das ein Schreckensszenario. Aber ein realistisches. Deshalb will er mit Vereinen und Politik ins Gespräch kommen: Es geht um Sinn und Unsinn der Sportförderung.

Das Thema steht auf die Tagesordnung des 1. Sportforums, zu dem der Sportkreis Waldeck-Frankenberg am 27. März ins Korbacher Kreishaus einlädt. „Wir wollen den Blick dafür öffnen, was sich bei Sportentwicklung und -förderung im Landkreis ändern muss, wenn wir größeren Wert auf ihre Nachhaltigkeit legen“, sagte der Sportkreis-Vorsitzende Steuber.

Eingeladen sind Politiker wie die heimischen Landtagsabgeordneten, die Fraktionschefs aus dem Kreistag, die Mitglieder der Sportkommission, die Bürgermeister, aber auch aus der Sportorganisation wie dem Landessportbund und aus benachbarten Sportkreisen. Steuber appelliert auch an die mehr als 300 Sportvereine, sich zu beteiligen. Um sie gehe es schließlich. Matthias Schäfer, der Leiter des Landkreis-Fachdiensts Sport, wird mit einem Referat „Die Zukunft von Sportstätten und (Sport-)Vereinsförderung“ in das Thema einführen. Ergänzend spricht Jens Prüller, Leiter des Geschäftsbereichs Sportinfrastruktur beim Landessportbund Hessen (LSB).

Schäfer und Steuber plädieren angesichts lokal sinkender Einwohnerzahlen und der beschlossenen Schuldenbremse im Land schon seit längerem für die Absage an das Prinzip Gießkanne. „Wir müssen Schwerpunkte setzen“, sagte Steuber. Beide favorisieren das Ideal einer streng nachhaltig angelegten, gelenkten Förderung.

Wobei die Bedarfsermittlung nicht den Verein allein in den Blick nimmt, sondern die Großgemeinde oder die komplette Region. Nach diesem Ansatz würde, als Beispiel, einer neuer Kunstrasenplatz in Bad Arolsen womöglich auch den Bedarf für Diemelstadt mit abdecken. Oder die Frage gestellt, ob’s auch ohne Kunstrasen geht und mit dem Geld lieber bessere Übungsleiter bezahlt werden sollten.

Bei den Entscheidungen, wie, wo und in welcher Höhe die Mittel eingesetzt werden, will Steuber alle an einen Tisch bringen. Pate für dieses Modell steht ihm der Hochsauerlandkreis. Der HSK-Kreissportbund wird von seinem Landessportbund mit einem jährlichen Budget für die Sportförderung ausgestattet.

Vereinskooperationen oder -partnerschaften sind für Steuber und Schäfer fester Bestandteil einer modernen Sportförderung. Der Sportkreis-Vorsitzende setzt sich für eine bessere Verbundförderung ein, also dafür, dass mehrere Vereine, die ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen wollen, gleichzeitig Gelder vom LSB erhalten können. Bei der Übergabe von Förderbescheiden im Dorfgemeinschaftshaus Elleringhausen kündigte Steuber einen entsprechenden Antrag für den Sportbundtag im September in Frankfurt an. Äußerungen hauptamtlicher LSB-Mitarbeiter interpretiert er so, dass er offene Türen einrennt.

Bei der Übergabe der Bescheide wies Steuber darauf hin, dass nach Informationen aus dem Beirat der Sportkreise Vereine bewilligte Gelder des LSB nicht abrufen würden. Zahlen nach der Größenordnung oder für Waldeck-Frankenberg konnte das zuständige Referat Vereinsmanagement auf Anfrage nicht nennen. Nicht abgerufene Gelder verfallen nicht, müssen aber neu beantragt werden. Steuber hatte zehn Bescheide über eine Höhe von rund 28 500 Euro im Gepäck. (red)

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