FUSSBALL Entscheidung soll am 27. März fallen

Fußballkreis Frankenberg: Tendenz geht Richtung Abbruch

Im Wartestand: Noch dürfen die Fußballer nicht zum Training zurück auf die Plätze. Dazu gehören auch Lukas Becker (TSV Bottendorf, links) und Stephan Weller (Gemünden).
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Im Wartestand: Noch dürfen die Fußballer nicht zum Training zurück auf die Plätze. Dazu gehören auch Lukas Becker (TSV Bottendorf, links) und Stephan Weller (Gemünden).

In zwei Wochen will der Hessische Fußball-Verband entscheiden, ob und wie die Saison fortgeführt werden kann. Wir würden gerne wieder Fußball spielen, sagt Frankenbergs Kreisfußballwart Jürgen Schicke. Die Tendenz geht dennoch in Richtung Abbruch der Saison.

Frankenberg – Es war eine lange Sitzung, die der hessische Fußball-Verband mit seinen Kreiswarten am Donnerstag per Video abhielt. „Zweieinhalb Stunden haben wir zusammengesessen“, berichtete Frankenbergs Kreisfußballwart Jürgen Schicke. Eine Antwort auf die Frage, ob die Saison 2020/21 aufgrund der Corona-Pandemie fortgesetzt werden kann oder abgebrochen werden muss, gab es noch nicht.

Noch hofft man beim HFV und seinen Fußballwarten, dass zumindest irgendwie die Vorrunde zu Ende gespielt werden kann. Doch mit jeder Woche, die die Fußballer nicht auf die Plätze zurückkehren dürfen, schwindet diese Hoffnung. Zwei Wochen hat sich der Verband nun noch Zeit gegeben. Am 27. März soll eine endgültige Entscheidung fallen. Am Ende soll es so laufen, wie im vergangenen Jahr. „Der Verband will ein Stimmungsbild der Vereine einholen“, erzählt Jürgen Schicke.

Dieses Stimmungsbild soll am 27. März Grundlage einer Entscheidung sein, ebenso mögliche Lockerungen oder Verschärfungen der Corona-Beschränkungen nach der nächsten Konferenz zwischen Bund und Ländern am 22. März.

Klar ist für Schicke: „Am 27. März muss eine Entscheidung fallen. „Es muss ja auch vor Ort dann alles von Ehrenamtlichen geplant werden.“ Und die brauchen Planungssicherheit. Schicke weist darauf hin, dass es spätestens Ende April mit der Runde weitergehen muss, damit hessenweit alle Ligen zumindest die Hinrunde beenden können.

Vier Wochen Vorbereitung

Davor muss eine mindestens vierwöchige Vorbereitungsphase geschaltet werden – ein geordneter Trainingsbetrieb für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsenen ist aber derzeit nicht möglich. Dazu dürfe laut Schicke die Belastung der Spieler nach der langen Pause nicht zu hoch werden. „Da haben wir auch eine Fürsorgepflicht gegenüber den Sportlern. Wir können nicht zu viele Mittwochsspieltage einbauen. Das Programm im Herbst war ja schon heftig“, sagt der Frankenberger Kreisfußballwart.

Auch die Frage nach der Zulassung von Zuschauern bei Spielen soll in die Entscheidung mit einfließen. „Da gab es in der Runde auch eine ganz klare Meinung. Amateurfußball ohne Zuschauer ist nicht praktikabel.“

Für Frankenberg soll die Video-Kreiskonferenz mit den Vereinen wahrscheinlich am Montag, 22. März, stattfinden, eine Einladung dazu soll in den nächsten Tagen erfolgen. Schon jetzt sei bei den Vereinen ein leichter Trend zum Abbruch der Spielzeit erkennbar, sagt Schicke. Auch in den übrigen Kreisen der Region Gießen geht der Trend in Richtung Abbruch, während es in Nord- und Osthessen immer noch Befürworter einer Fortsetzung der Saison gibt.

Ausgenommen von einem Saisonabbruch wären laut Schicke übrigens die Pokalspiele, die sollen, sobald es wieder zugelassen wird, ausgetragen werden. Darüber hinaus will Schicke im Fall des Abbruchs den Vereinen andere Wettbewerbsangebote unterbreiten, wenn Fußball wieder möglich ist. „Hauptsache, es kann wieder gespielt werden.“ Dabei plädiert Schicke auch dafür, die neue Saison möglichst früh beginnen zu lassen, um möglichst viele Spiele im Sommer und Herbst austragen zu können.

Die grundsätzliche Meinung hat sich beim Frankenberger Kreisfußballwart nicht geändert. „Ich würde gerne wieder Fußball spielen und die Vereine auch. Aber die Gesundheit geht vor und steht im Vordergrund. Wir müssen weiter Geduld bewahren.“

Junioren tagen vorher

Wie bei den Senioren sollen auch bei den Fußball-Junioren die Vereine an der Basis entscheiden, ob und wie die durch Corona gebremste Saison im Kreis Frankenberg fortgeführt und beendet werden kann. Das erklärte Rudolf Matter. Der Kreisjugendfußballwart aus Gemünden hat deshalb zu einer Videokonferenz am Freitag, 19. März (Beginn 19 Uhr), eingeladen.

„Der Verbandsjugendwart Carsten Well aus Romrod hat uns aufgefordert, bei den Vereinen mal nachzuhören, wie es aussieht im Kreis, ob die Jugendlichen die Stange halten? Und ob sie die Runde zu Ende spielen wollen? Und wir sollen das vor den Senioren klären,“ erläuterte Matter.

Der Termin der virtuellen Sitzung liegt also drei Tage vor der Schalte bei den Senioren. Auch zeitlich gesehen ist es laut Matter möglich, die Vorrunde bei den Junioren zu Ende zu spielen. Zum einen umfassten die Ligen im Jugendbereich ja weniger Mannschaften als im Seniorenbereich. Matter: „Da wir ja in der gesamten bisherigen Runde erst drei oder vier Spiele absolviert haben, ist die Beendigung der Vorrunde in jedem Fall möglich.“ (Thorsten Spohr, Hans Dreier)

Frankenbergs Kreisfußballwart Jürgen Schicke.

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