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Bezirksligist TSV Bromskirchen: Aufstieg ist nicht unbedingt das Ziel

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Von: Hans Dreier

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Hat nach der Vorrunde die beste Bilanz der Spieler bei Bezirksligist TSV Bromskirchen vorzuweisen: der vom TTC Ederbergland gekommene Christian Marschik.
Hat nach der Vorrunde die beste Bilanz der Spieler bei Bezirksligist TSV Bromskirchen vorzuweisen: der vom TTC Ederbergland gekommene Christian Marschik. © Kaliske/NH

Tischtennis-Bezirksligist TSV Bromskirchen hat nach der Verstärkung durch Ederbergländer Spieler auf dem dritten Platz überwintert. TT-Abteilungsleiter Kurt Müller schildert im Interview die Situation beim TSV Bromskirchen.

Bromskirchen – Schon immer war der TSV Bromskirchen eine gute Adresse im Tischtennis. Seitdem im vergangenen Sommer der größte Teil der Spieler des TTC Ederbergland zum Nachbarn wechselte, ist der TSV quantitativ und qualitativ noch stärker geworden. „Bei unserer ersten Mannschaft läuft es unerwartet gut“, findet Kurt Müller. Das Herrenteam ist aktuell Dritter der Bezirksliga. „In der Rückrunde werden wir versuchen, vorne dran zu bleiben. Aber ein Aufstieg ist nicht unbedingt das Ziel“, sagt der Tischtennis-Abteilungsleiter des TSV.

Doch es läuft nicht alles perfekt. Die 8. Herrenmannschaft wurde im Oktober zurückgezogen, viele Spieler müssen in anderen Mannschaften aushelfen, weil Stammspieler fehlen. Im Interview schildert Kurt Müller die Lage der insgesamt elf Mannschaften im Herren-, Damen- und Jugendbereich.

Herr Müller, noch kurz zur Vorgeschichte: Im Sommer sind die Spieler des Bezirksoberligisten TTC Ederbergland fast komplett zu Ihnen gekommen. Wie kam es dazu?

Die Ederbergländer Spieler sind zu uns gewechselt, weil es bei Ihnen schlichtweg um die Existenz ihres Vereins ging. Die Erfüllung der Ederbergländer Anfrage war kein Problem für uns: Wir sind schon seit vielen Jahren mit Ederbergland und den einzelnen Spielern sowieso eng befreundet.

Verstärkung aus der Bezirksoberliga

Verstärkung unter anderem aus der Bezirksoberliga zu bekommen, das hat Sie sicher gefreut.

Sicher ist es angenehm, diese Zugänge zu haben. Von uns aus gesehen war es ja so, dass wir natürlich durch die sportliche Qualität der Spitzenspieler Ederberglands profitieren – im Training und wenn die Mannschaften gemischt werden. Das Niveau für die Bromskircher Spieler ist letztlich dadurch gestiegen.

Dass heißt, dass Bromskirchens erste Mannschaft, momentan Bezirksligist, zum Aufstieg verdammt ist, oder?

Unsere erste Mannschaft in der Bezirksliga spielt ziemlich weit vorne mit. In der Rückrunde werden wir versuchen, vorne dran zu bleiben. Ein Aufstieg ist nicht unbedingt das Ziel, das würde uns ein bisschen überfordern, weil die Ederbergländer Spitzenspieler uns eben nicht immer zur Verfügung stehen.

Ihre zweite Mannschaft, ebenfalls Bezirksliga, kämpft gegen den Abstieg. Wird sie es schaffen?

Wir werden versuchen, das Möglichste noch herauszuholen, aber es ist auch kein Makel, in die Bezirksklasse abzusteigen. Damit rechnen wir zwar nicht, aber wenn es denn passiert, ist das auch in Ordnung.

Dritte Mannschaft peilt Aufstieg an

Was gibt es von der dritten Mannschaft und den weiteren Teams zu berichten?

Mit der dritten Mannschaft peilen wir den Aufstieg an. Sie hat am Montagabend mit einem 8:8 beim unmittelbaren Verfolger Edertal die Tabellenführung der Kreisliga verteidigt. Auf Aufstiegskurs ist auch unsere fünfte Mannschaft. Andererseits müssen wir auch immer Probleme lösen bei Spielern, die nicht immer zur Verfügung stehen, oder mit Langzeitverletzten. Im vorigen Herbst haben wir uns entschieden, die vierte Mannschaft in der Klasse zu lassen, und die achte Mannschaft abzumelden. Wir sind also mit unseren ganzen Mannschaften eine nach oben gerückt.

Bei so vielen Teams ist es nicht einfach, alles im Blick zu haben, oder?

Bei unseren Mannschaften den Überblick zu behalten, ist eine logistische Aufgabe. Man muss ziemlich planen und gucken, aber das ist das Schöne und das will ich vorwegnehmen: Alle Spieler sind bereit, das zu machen.

Es sind auch zur Rückrunde in mehreren Bromskircher Mannschaften einige Spieler als Stammspieler aufgestellt, die mutmaßlich nicht spielen werden. Wäre es nicht sinnvoller, diese Spieler zu streichen, um die Mannschaftsaufstellungen zu bereinigen?

Wir hatten eigentlich vor, jetzt zur Rückrunde schon klar Schiff zu machen. Aber wir sind alle der Meinung, dass wir das noch einmal so machen wollen. Die Spieler sind dafür, der ganze Stress von den Spielführern wird noch einmal hingenommen, das ist bei unserer Spartenversammlung im Dezember einstimmig beschlossen worden. Zur neuen Runde werden wir dann wahrscheinlich Nägel mit Köpfen machen.

Damen in der Stammbesetzung

Wie ist die personelle Situation bei den Damen mit drei Mannschaften?

Die Damen spielen schon seit Jahren in dieser Stammbesetzung, auch mit drei Mannschaften. Da wird sich kaum etwas verändern. Allerdings haben wir da auch keinen Nachwuchs in Sicht.

Nachwuchs scheint überhaupt das große Problem zu sein. Bromskirchen stellt derzeit eine Jugendmannschaft mit nur vier Spielern. Woran liegt das? Müssten es bei sieben Herren- und drei Damenmannschaften nicht mehr Kinder sein?

Die Anzahl der Erwachsenen-Mannschaften hat mit der Jugendarbeit nichts zu tun. In Bromskirchen sind Betreuer vorhanden, aber uns fehlen schlichtweg die Jugendlichen. Der hessische Verband ist ja über Land gezogen und in die Vereine gegangen, um da noch Motivation zu erzeugen und Vorschläge zu machen für die Gewinnung von Jugendlichen oder in die Schulen zu gehen. Wir haben diese Verbandsvorschläge schon vor Jahren umgesetzt. Aber das Ergebnis ist eben so, dass wir einfach keine Jugendlichen haben. Wir versuchen alles Mögliche, aber man kann es nicht erzwingen.

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