Denkwürdiges Spiel

Ungewöhnliches 27:0 in Waldecker Kreisliga: Viel Respekt für den Verlierer

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Und wieder hat’s gerappelt. Beim 27:0 in der C-Liga musste aber nicht Freienhagens Keeper (wie hier Daniel Seiler) hinter sich greifen, sondern sein Kollege von Wellen/Wega II.

Sachsenhausen. Es war ein denkwürdiges Spiel - in vielerlei Hinsicht. 27:0 endete die Partie der Waldecker Kreisliga C zwischen dem SV Freienhagen/Sachsenhausen II und der SG Wellen/Wega II.

Das gibt es wohl nicht zweimal in einer Saison. Jeder hat zweimal hingeschaut, aber es stimmt tatsächlich, auch wenn fast alle Spieler nach 90 Minuten nicht wussten, wie das Spiel ausgegangen war. „Ich war schon zur Pause überrascht, als unser Betreuer sagte, es stünde 15:0“, sagt auch Marco Rüger. Zehn Tore schoss er zwischen der 31. und der 90. Minute. „Ich dachte eigentlich, ich hätte neun Tore geschossen“, verrät der 31-jährige.

Er zollt wie auch andere dem Verlierer großen Respekt. „Die Gäste haben bis zum Schluss weitergespielt, und das äußerst fair. Es gab keine Frustfouls oder ähnliches, die Spieler haben sich nicht gegenseitig angemeckert - davor kann man nur den Hut ziehen.“

Verlierer sind stolz

Auch bei Wellen/Wega ist man stolz, wie diszipliniert die Reserve die Pleite erduldet hat. „Kein Vorwurf an diese Jungs. Wir sind dankbar, dass wir sie haben“, sagt SG-Obmann Robert Fritze mit Blick auf die zehn Flüchtlinge, die seit zwei Jahren bei Wellen/Wega kicken. Sechs von ihnen waren auch beim 0:27 dabei. Dass es in der Defensive mitunter nicht klappt, nimmt man bei der SG in Kauf. „Diese Jungs müssen Regeln, Spieltaktik und auch die Technik vielmals noch lernen“, so Fritze.

Er weiß: Die Flüchtlinge mögen die meisten Anweisungen nicht verstehen und wenig Ahnung von Taktik haben. Aber sie beweisen, dass es beim Fußball um weit mehr geht als Titel, Aufstieg und das liebe Geld.

Ein noch höheres Resultat ist übrigens aus dem Kreis Frankenberg überliefert: Im September 2006 verlor dort B-Ligist Italy Burgwald mit 0:32 gegen den TSV Haubern.

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