1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport
  4. Sport Waldeck-Frankenberg

Verbandsligist FC Ederbergland trotz verpatztem Start nun in der Winterpause voll im Soll

Erstellt:

Kommentare

Voller Einsatz: der Ederbergländer Janis Wolff (rechts) im Duell mit dem Biedenkopfer Dennis Rakowski.
Voller Einsatz: der Ederbergländer Janis Wolff (rechts) im Duell mit dem Biedenkopfer Dennis Rakowski. © Wilfried Hartmann

Winterzeit - Zwischenbilanz-Zeit. Auch bei Fußball-Verbandsligist FC Ederbergland wird ein vorläufiger Strich unter das bisher geleistete Werk gezogen. Die Verantwortlichen sind zufrieden, steckt der FCE doch trotz verpatztem Start mitten im Aufstiegsrennen.

Allendorf/Battenberg - Der FC Ederbergland scheiterte in der vorigen Saison als Tabellenzweiter im Aufstiegsrennen, auch weil es wegen der Corona-Pandemie keine Aufstiegsspiele der Vizemeister der drei Verbandsligen gab. In diesem Jahr gibt es wieder die Zusatzrunde, in der ein Hessenligaplatz ausgespielt wird, und als Tabellenzweiter liegt der FCE voll im Rennen.

Ziel Aufstieg

Entsprechend wurde das Ziel, dass es in dieser Saison mit dem Aufstieg klappen sollte, formuliert. Zumal es im Kader der ersten Mannschaft keine Abgänge gab und mit Elvis Funwi Shuakonwi und Okay Yildirim zwei ligataugliche Kicker zum FCE stießen, wobei Yildirim sein Potenzial auch verletzungsbedingt zu selten abrief. „Die Zielsetzung ist der Aufstieg in die Hessenliga. Das haben wir nach wie vor nicht aus den Augen verloren“, sagt auch der sportliche Leiter Rolf Althaus, der zufrieden registriert hat: „Wir haben uns oben in der Tabelle etabliert.“

Dabei ging der Start ein wenig in die Hose. Nach drei Spieltagen (3:3 gegen Pohlheim, 2:3 bei Waldgirmes II, 1:1 gegen Biebrich) sah sich der FCE die Tabelle von hinten an. Kurz vor Saisonbeginn hatte Kevin Vidakovics sein Karriereende verkündet und sich Wolfgang Klaus als tragende Figur auf der rechten Außenverteidiger-Position so schwer am Oberschenkel verletzt, dass er bis zum heutigen Tag kein Spiel bestritten hat. Auch hier liegen die Gründe für sieben Gegentore in drei Spielen.

Erst am vierten Spieltag gelang mit 4:1 im Derby gegen den Aufsteiger VfL Biedenkopf der erste Saisonsieg. Nur allmählich kämpfte sich die Mannschaft des Trainergespanns Christian Behle/Christian Hartmann in die Saison. Es folgten zwei Siege in Weyer (6:1) und gegen Walluf (3:2), ehe es mit 0:1 beim VfB Marburg die zweite Saisonniederlage setzte.

Siegesserie gestartet

Nach der Niederlage Anfang September in Marburg aber setzte der FC Ederbergland bis heute zu einer Siegesserie an, die nur von zwei 1:1-Remis gegen Breidenbach und in Zeilsheim unterbrochen wurden. Jetzt kam den Ederbergländern zugute, dass sie mit einem breit aufgestellten Kader in die Saison gegangen waren. Verletzungen oder Formschwächen einzelner Spieler konnten problemlos aufgefangen werden, ohne das die Qualität litt.

Die jungen Spieler wie Lucas Altmann, Kemal Celik, Moritz Graw, Hannes Schneider, Nils Schneider, Christoph Völker, Louis Wickenhöfer und Hendrik Wickert sind zu festen Größen geworden, die die Zukunft des FCE darstellen sollen. Mit dem nach langer Verletzung genesenen Felix Nolte kam wieder mehr Mentalität ins Spiel. Valon Ademi meldete sich mittlerweile wieder von einer Verletzung genesen zurück. Die Breite des Kaders und die damit verbundene Flexibilität bei der Aufstellung ist zudem ein großes Plus. Von der Bank kommen keine Ersatzspieler, sondern echte Alternativen.

Funwi Shuakonwi, Hannes Schneider und Ingo Miß wurden während der Vorrunde auf nahezu allen Positionen außer im Tor eingesetzt. Auch die gesamte Offensive hat auf den vier Angriffspositionen rotiert. Weniger Rotation – und damit mehr Stabilität – gab es in der Defensive. Hier waren von Beginn an Kapitän Simon Mitze, Janis Wolff und Louis Wickenhöfer in der Abwehr ebenso gesetzt wie Christoph Völker als Abräumer vor der Deckung. Letztgenannter muss sich aber ständig auf neue Nebenspieler auf der Sechserposition einstellen. Funwi Shuakonwi, Miß, Hannes Schneider, Benedikt Schneider, Wickert, und Nico Wroblewski kamen hier schon zum Einsatz. Hinten rechts wurde lange rotiert, ehe sich Kemal Celik festbiss.

Starke Reserve im Hintergrund

Trotz des schwachen Starts hat keine Mannschaft hochgerechnet mehr Tore geschossen und keine weniger kassiert als der FCE. Gefährlich ist dabei nicht nur ein Spieler: Sagenhafte 15 Akteure teilen sich die bisher 47 geschossenen Tore. Außerdem steht eine bärenstarke Reserve im Hintergrund, die ein gewichtiges Wörtchen in der Gruppenliga mitredet.

„Taktisch waren wir mit der Mannschaft zufrieden. Sie hat in überwiegendem Maße die Vorgaben umgesetzt“, sagt Trainer Christian Hartmann. „Allerdings waren wir manchmal nicht mutig und zielstrebig genug, bisweilen auch einfallslos. Besonders nach Rückständen.“ In diesem Punkt will der FCE einen Schritt nach vorne machen, wobei Hartmann weiß, „dass das ein mentales Problem ist, das nicht so einfach trainiert werden kann. Da ist jeder selbst gefragt, sich zu puschen, um an die Leistungsgrenze zu gehen.“

Aus dem schlechten Saisonstart habe sein Team gelernt und schnell wieder zur gewohnten Konstanz der Vorsaison gefunden. „Aus solchen Spielen muss man lernen. Da haben wir die läuferische Qualität nicht einhundertprozentig abgerufen. Das brachte dann auch eine Verunsicherung“, sagt der FCE-Trainer. „Wenn also die komplette Mannschaft das läuferische Potenzial nicht abruft, entstehen Lücken, müssen Deckung und Torwart mit einer hervorragenden Leistung die Niederlage verhindern. Das Entscheidende ist, wie gut wir gegen den Ball arbeiten und wie weit wir bereit sind Drecksarbeit zu machen.“

Schwerpunkt Laufen

Hartmann und sein Trainerkollege Christian Behle wollen also laufintensiver arbeiten, um gegnerische Chancen im Keim zu ersticken und Lücken gar nicht erst entstehen lassen. Hier soll der Schwerpunkt bei der Ende Januar beginnenden Vorbereitung liegen.

Der Kader wird dabei – Stand jetzt – zusammenbleiben. Rolf Althaus sagt, dass es keine Abgänge geben wird. „Wir werden uns um keinen weiteren Spieler bemühen“, sagt der sportliche Leiter, fügt aber an: „Wenn uns allerdings jemand anspricht oder ein Spieler angeboten wird, befassen wir uns damit.“ (Wilfried Hartmann)

Auch interessant

Kommentare