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Paul Womelsdorf und sein Fair Play-Elfer - Fair Play geht einfach vor

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Für ihn steht Fair Play an erster Stelle: Paul Womelsdorf (rechts) von der SG Birkenbringhausen/Haine im Zweikampf mit Maurice Willstumpf.
Für ihn steht Fair Play an erster Stelle: Paul Womelsdorf (rechts) von der SG Birkenbringhausen/Haine im Zweikampf mit Maurice Willstumpf. © Michael Paulus

Eine bemerkenswerte Fair-Play-Aktion erlebten Spieler und Zuschauer im Spiel der Frankenberger Kreisliga B zwischen der SG Birkenbringhausen/Haine und der SG Oberes Edertal II am vergangenen Sonntag kurz vor dem Schlusspfiff.

Allendorf-Haine -Paul Womelsdorf, der Angreifer der Hausherren, stand zum Elfmeter bereit. Doch anstatt den Ball im Netz unterzubringen, spielte Womelsdorf den Ball Torhüter Tim Theis von der SG Oberes Edertal II locker in die Arme.

Dass es zu dieser auf den ersten Blick paradoxen Ausführung kam, hatte natürlich eine Vorgeschichte. Was war denn da los?

Der gastgebende Spitzenreiter befand sich im Angriff, als Gästetorwart Theis nach einem Zweikampf verletzt auf dem Boden liegen blieb, während das Spiel aber weiterging. Nach einer Flanke von Marco Brand köpfte Paul Womelsdorf den Ball auf das immer noch leere Tor. Dieser Versuch wurde von Heiko Feisel mit der Hand abgewehrt. Feisel musste für seine Aktion das Feld verlassen. Und der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß für die Heimelf.

„Bis dahin hatten wir noch gar nicht richtig mitbekommen, dass der Torwart immer noch verletzt am Boden lag“, schilderte Paul Womelsdorf die Szene aus seiner Sicht. „Sonst hätten wir den Ball doch ins Aus gespielt. Auch der Schiedsrichter hatte die Szene wohl nicht richtig auf dem Schirm, sonst hätte er das Spiel ja unterbrechen können“, sagte Womelsdorf weiter.

Seine Schlussfolgerung aus dem Geschehen stand für den Elfmeterschützen fest: „Ich fand es nicht richtig, aus einer Verletzung eines Spielers noch Kapital zu schlagen und habe mich entschieden, den Ball dem Torwart einfach zurückzuspielen. Dies habe ich ihm vor der Ausführung des Elfers auch gesagt. Ich bin der Meinung, dass sich das so gehört. Da geht Fair Play einfach vor. Und das hat auch nichts mit dem Spielstand zu tun“, führte Womelsdorf aus.

Immerhin führte seine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich mit 7:2. Was für den Stürmer, der in dieser Begegnung vor der Halbzeitpause schon zweimal getroffen hatte, überhaupt keine Rolle spielte. Womelsdorf: „Auch bei jedem anderen Ergebnis hätte ich mich so entschieden.“

Dass seine Entscheidung die richtige war, machten auch die Zuschauer deutlich mit viel Beifall für diese nicht alltägliche und gelungene Fair-Play-Aktion. (Michael Paulus)

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