Kraftsport: Maczkas weiter auf Rekordjagd

Ehepaar aus Großalmerode räumt bei Europameisterschaften in Polen ab

Energieleistung beim Kreuzheben: Mieczyslaw Maczka glänzte in Siedlce in allen drei Disziplinen und ist bereits zu einer Legende in seiner Sportart geworden: „Der Weltmeister im Europarekorde-Aufstellen“.
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Energieleistung beim Kreuzheben: Mieczyslaw Maczka glänzte in Siedlce in allen drei Disziplinen und ist bereits zu einer Legende in seiner Sportart geworden: „Der Weltmeister im Europarekorde-Aufstellen“.

Sie sind selbst von der Pandemie nicht zu stoppen: Brigitte und Mieczyslaw Maczka haben bei den Kraftmehrkampf-Europameisterschaften 2021 ordentlich abgeräumt.

Großalmerode – Das Ehepaar aus Großalmerode sicherte sich bei den Titelkämpfen im polnischen Siedlce nahe der weißrussischen Grenze insgesamt 20 Mal den obersten Podestplatz. Dabei verbesserten sie – wie so häufig – auch wieder unzählige Europarekorde.

Während viele Sportarten wichtige Wettkämpfe absagen oder verschieben müssen, hat der Powerlifting-Verband XPC seine Europameisterschaften auch 2021 stattfinden lassen – unter Pandemie-Bedingungen ohne Zuschauer versteht sich. Immerhin mehr als 200 Frauen und Männer aus elf Nationen waren am Start. Die Maczkas mussten fast 1100 Kilometer von Großalmerode nach Siedlce fahren. Doch die Reise hat sich gelohnt.

Brigitte Maczka, die in der Masters-Klasse der über 50-Jährigen startete, wurde bei sechs Starts sechs Mal Europameisterin (drei Mal Bankdrücken, drei Mal Kreuzheben) und brach dabei zwölf Mal verschiedene Europarekorde. Mieczyslaw Maczka war bei 14 Starts (Kraftdreikampf, Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben) in der Masters-Klasse der über 60-Jährigen 14 Mal erfolgreich und verbesserte diverse Europarekorde gleich 24 Mal.

„Der Hallensprecher hat mich mehrfach als Weltmeister im Europarekorde-Aufstellen angekündigt“, sagt Mieczyslaw Maczka im Gespräch mit unserer Zeitung. Hundertprozentig zufrieden mit seiner Leistung war der 66-Jährige allerdings nicht: „Gut, aber nicht überragend“, lautete sein Fazit. Zu seiner Frau Brigitte, die er auch als Coach betreut, sagte er: „Mit ihrem Kampfgeist und ihrer Leistung bin ich sehr zufrieden.“ Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass sie eine längere Wettkampfpause hatte einlegen müssen.

Gewohntes Bild: 14 Mal stand Mieczyslaw Maczka (Mitte) bei der EM in Polen ganz oben auf dem Podest.

Die Vorbereitung habe sich insgesamt schwierig gestaltet für die Kraftsportler, erzählt Maczka. Denn viele seien auf Fitnessstudios zum Trainieren angewiesen. Wie gut, dass seine Frau und er verschiedene Geräte im Keller stehen haben. „Das war zwar manchmal etwas kalt, aber so konnten wir zumindest trainieren“, sagt der Großalmeröder. Trotzdem musste er zehn Tage vor der EM noch zehn Kilo „abkochen“ – wie es in der Kraftsport-Sprache heißt – um sein Wettkampfgewicht zu erreichen.

„Die ganze Mühe in der Vorbereitung ist nun vergessen, die Zufriedenheit über die Ergebnisse ist groß“, bilanziert Mieczyslaw Maczka. „Jetzt können wir die Wettkampfanalyse durchführen und nach Verbesserungen und Reserven suchen.“

Denn die Saison ist noch nicht vorbei für die Kraftsportler. Am 13. April stehen die WPC-Weltmeisterschaften – ebenfalls in Polen – an. 600 Starter aus 21 Ländern haben sich angekündigt. Wegen der kurzen Regenerationszeit mussten die Maczkas ihre Kräfte bei der EM gut einteilen. Trotzdem brachten sie Deutschland auf Platz zwei der Nationenwertung.

Hintergrund: Kraftdreikampf

Kraftdreikampf (Powerlifting) ist eine Wettkampfsportart des Kraftsports und setzt sich aus den drei Disziplinen Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben (jeweils mit Gewichten) zusammen. Ziel ist es, größtmögliche Lasten zu bewältigen. Die Teilnehmer werden in Alters- und Gewichtsklassen eingeteilt. In jeder Disziplin sind ihnen jeweils drei Versuche gestattet. Zudem gibt es verschiedene Varianten mit (unterstützendem) Equipment oder ganz ohne.

Von Andreas Arens

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