Vereine erfüllen Schiedsrichter-Soll nicht

Fehlende Schiris im Fußballkreis: Klubs müssen mehr als 4000 Euro Strafe zahlen

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Rote Karte für die Fußballvereine: Weil die Klubs im Werra-Meißner-Kreis nicht genug Schiedsrichter aufgeboten haben, müssen sie nun eine Gesamtstrafe von mehr als 4000 Euro zahlen.

Werra-Meißner – Auch in dieser Spielzeit werden viele Vereine aus dem Fußballkreis Werra-Meißner wieder kräftig zur Kasse gebeten und bekommen dazu wegen fehlender Schiedsrichter Punkte abgezogen.

Im Extremfall muss ein Klub sogar 700 Euro berappen und hat am Ende der Spielzeit zwei Zähler weniger auf dem Konto. Dies machte Kreisschiedsrichter-Obmann Friedhelm Mühlhausen während der Tagung der Vereinsvertreter im Rahmen der Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil deutlich.

Pokalauslosung: In den Lostopf griff Sandra Johne von der SG Pfaffenbachtal/Schemmergrund bei der Tagung der Vereinsvertreter. Von links Pokalspielleiter Reiner Eichholz und Pressewart Torsten Becker. 

„Das tut einem in der Seele weh“, sagte der Obmann nach Bekanntgabe der vom Hessischen Fußball-Verband (HFV) vorgelegten Zahlen. Betroffen sind demnach 15 Klubs, denen insgesamt 22 Unparteiische nach dem vorgegebenen Soll nicht zur Verfügung stehen. Viele Punkte sind damit futsch, außerdem müssen die betroffenen Vereine Gesamtstrafe von 4515 Euro zahlen. Eine Summe, die gegenüber dem Vorjahr zwar etwas geringer ausfällt (insgesamt 785 Euro), nach Einschätzung des Kreisfußballausschusses aber immer noch viel zu hoch ist.

Und unnötig sind die Strafen noch dazu. „Wenn wir das Manko beheben wollen, dann müssen alle Vereine zusammenarbeiten“, erklärte Mühlhausen. Unbedingte Voraussetzung ist die Meldung von Interessenten für den Schiedsrichter-Neulingslehrgang, der vom 15. Februar bis zum 2. März in Niederhone geplant ist. „Wir haben die Zahl der Nennungen nach unten korrigiert, doch sind zumindest sechs Meldungen erforderlich, damit dieser Lehrgang zustande kommen kann“, sagte der Schiedsrichter-Obmann. Nachdem im Vorjahr keine neuen Referees mangels ausreichender Meldungen ausgebildet werden konnten, ist das Interesse auch in diesem Jahr gering. Vor dem Meldeschluss am 31. Januar wurden bisher erst vier Bewerber gemeldet.

Die Problematik ausgefallener Lehrgänge machte Vorsitzender Fritz Werner von der SG Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach deutlich. So hatte die SG im Vorjahr einen Schiedsrichter-Interessenten gemeldet, der aber nicht ausgebildet werden konnte.

Nach den Ausführungen des Schiedsrichterobmann stehen dem Fußballkreis Werra-Meißner mit 108 aktiven Schiedsrichtern „eigentlich“ genügend Unparteiische zur Verfügung, doch diese Zahl ist relativ. „Manche Schiedsrichter versuchen ihrer Pflicht von insgesamt zwölf Spielleitungen schnellstmöglich nachzukommen. Danach sehen wir sie in der gesamten restlichen Saison nicht mehr“, so der Obmann. Außerdem gibt es Unparteiische, die der Ansetzung einer Spielleitung nicht folgen - im Extremfall bis zu 15-mal.

Von der höchsten Klasse bis hinunter zur jüngsten Nachwuchsstaffel müssen nach Angaben Mühlhausens über 3100 Spiele mit Schiedsrichtern besetzt werden. Dies ist derzeit nur deshalb möglich, da einige Schiedsricher gehörige Mehrarbeit leisten und zeitweilig bis zu vier Begegnungen in einer Woche leiten.  eki

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