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3:0 gegen Sandershausen: Lichtenauer FV siegt erstmals auf heimischem Kunstrasen

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Von: Andreas Arens

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Jubel über den ersten Sieg auf heimischen Kunstrasen und ein Traumtor: Die Spieler des Lichtenauer FV feiern das 3:0 durch Sinan Üstün (vorne) gegen die TSG Sandershausen.
Jubel über den ersten Sieg auf dem heimischen Kunstrasen und ein Traumtor: Die Spieler des Lichtenauer FV feiern das 3:0 durch Sinan Üstün (vorne) gegen die TSG Sandershausen. © Moritz Ziegler

Gleich eine doppelte Premiere feierten die Verbandsliga-Fußballer des Lichtenauer FV am Sonntagnachmittag. Das Wichtigste vornweg: Der LFV besiegte die TSG Sandershausen im ersten Ligaspiel des Jahres mit 3:0 (2:0).

Hess. Lichtenau – Es war zugleich der erste Punktspielsieg auf dem heimischen Kunstrasenplatz überhaupt.

„Endlich ist der Knoten geplatzt“, war Lichtenaus Sportlicher Leiter Erkan Kilci nach der Partie erleichtert und erfreut zugleich. Denn es glich fast schon einem Fluch, der auf dem Kunstrasenplatz lastete: Viele Unentschieden und auch Niederlagen hatte der LFV – der seine Heimspiele normalerweise ein paar hundert Meter weiter auf dem Rasenplatz austrägt – in Ligaspielen dort zu Buche stehen. Dass es mit dem Premierensieg ausgerechnet nun klappte, war angesichts der Umstände nicht unbedingt zu erwarten gewesen.

Denn personell waren die Lichtenauer nicht wirklich auf Rosen gebettet. Mit Cedric Mimbala und Spielertrainer Alexandru Cucu fehlten zwei wichtige Akteure, die nach ihrer Corona-Erkrankung noch in Quarantäne weilten. Hanifi Kurt (nach Operation) und Haris Ljatifi (Aufbautraining) fehlten ohnehin, der angeschlagene Mathias Tadeis Gambetta konnte zunächst nur auf der Bank Platz nehmen. Das veranlasste das für Cucu eingesprungene Trainerteam um Aydin Gür und Eduard Grosu zu einem gewagten Experiment und Premiere Nummer zwei: Erstmals trat der LFV in der Abwehr mit einer Dreierkette an.

„Erprobt war das noch nicht, aber es ist aufgegangen. Wir haben uns gesagt: Einmal ist immer das erste Mal“, erklärte Kilci die neue Taktik (3-4-1-2-System). Insbesondere Alexander Dietz bescheinigt der Sportliche Leiter ein „bärenstarkes Spiel“. Und in der Tat: Bis auf eine kurze Phase zwischen der 70. und 85. Minute ließen die Lichtenauer kaum etwas zu.

Schon vor dem Halbzeitpfiff war dem Gegner aus Sandershausen die Unzufriedenheit – auch in Äußerungen untereinander – deutlich anzumerken. Allerdings präsentierte sich der LFV in Durchgang eins auch von seiner besten Seite. Spielerisch und kämpferisch überzeugend, entwickelten die Gastgeber viel Druck nach vorn. Maxim Antoniuc (dieses Mal als hängende Spitze auf der 10 aufgeboten) sorgte mit einem schönen Schuss für das 1:0 (15. Minute). Der sehr starke und agile Jan Kaufmann erhöhte auf 2:0 (34.).

Der LFV, der in Hälfte eins mit schönen Spielzügen und über außen stets gefährlich war, hätte zur Pause noch höher führen können. Nach Wiederanpfiff schaltete Lichtenau aber eher in den Verwaltungsmodus – wohl auch aufgrund der angespannten Personallage und des bevorstehenden Hessenpokalspiels am Mittwoch gegen Hessen Kassel. „Für mich zählt die erste Halbzeit. Das war richtig souverän“, lobte Kilci.

Nachdem der zweite Durchgang etwas dahinplätscherte, bevor Sandershausen einige gute Chancen vergab – unter anderem traf Emre Bicer nur die Latte (75.) – wurde es in der Schlussphase noch einmal richtig heiß. Zunächst bekam Benjamin Orschel die Gelb-Rote Karte wegen Ballwegschlagens (89.). Wobei Lichtenaus Sechser den Ball eigentlich nur leicht berührt hatte – von Wegschlagen konnte keine Rede sein. Ob Orschel nun im Hessenpokal oder im kommenden Ligaspiel (in Sandershausen) gesperrt ist, konnte Kilci noch nicht sagen. Dass er das Duell mit dem KSV Hessen zu verpassen droht, ging Orschel aber sichtlich nahe.

Doch der Tag musste aus Lichtenauer Sicht mit einem Glanzpunkt enden. Für den sorgte Sinan Üstün, der zuvor zwei gute Chancen vergeben hatte, mit einem direkt verwandelten Freistoß (90.+1). Aus gut 20 Metern hämmerte der Rechtsaußen den Ball ins rechte obere Toreck – und freute sich mit seinen Teamkameraden wie ein Schneekönig. Auch nach Schlusspfiff machten die Lichtenauer noch ein wenig Rabatz auf dem Platz. Es war ein spürbar wichtiger Sieg für den LFV.

Von Andreas Arens

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