Was war da denn los? Wichmannshausens Verteidiger erzielt als Keeper das 3:3

Not-Torwart trifft in 93. Minute

Spieler des Spiels: TSV-Trainer Fabian Schweitzer (links) lobt seinen Aushilfstorhüter Maximilian Schilling. Archivfotos: Berg/privat

Eschenstruth. Maximilian Schilling vom TSV Wichmannshausen II hat in der Fußball-Kreisliga A am Sonntag Geschichte geschrieben. Der Verteidiger musste aus Personalnot kurzerhand ins Tor. Doch was dann folgte, war filmreif: Der 27-Jährige erzielte in letzter Sekunde den 3:3-Ausgleich in Eschenstruth.

Was war da denn los?

• Der Verteidiger geht ins Tor: Am Morgen vor dem Spiel war die Welt von Maximilian Schilling noch in Ordnung. „Aber dann habe ich ihn angerufen“, sagt Fabian Schweitzer, Trainer der TSV-Reserve. Weil die etatmäßigen Keeper Sebastian Döring und Felix Holzapfel kurzerhand absagen mussten, auch Schweitzer selbst, ebenfalls Torhüter, verletzt nicht auflaufen konnte, war Schilling die letzte Rettung. „Eigentlich spielt er in der Verteidigung oder im defensiven Mittelfeld. Vor vielen Jahren hat er schon mal im Tor gespielt, wenn auch nur freizeitmäßig. Aber großartig andere Möglichkeiten hatten wir auch nicht“, sagt Schweitzer. Schilling sei zwar überrascht gewesen, hätte aber prompt zugesagt. „Er brauchte nur noch Handschuhe.“ • Der späte Schock: Keine Abwehrmöglichkeit hatte der Not-Keeper bei den drei Gegentreffern – auch beim späten Schock in der 88. Minute. „Da lagen wir auf einmal 2:3 hinten, obwohl wir überlegen waren und ein gutes Spiel gezeigt haben. Das war echt bitter.“

• Der letzte Angriff: „Nach einer Ecke von uns hat der Schiri gerufen, dass jetzt die letzte Aktion des Spiels kommt, wir hatten noch mal Ecke. Ich habe dann alle in den Strafraum beordert.“ Auch Schilling verließ sein Tor und ging an den zweiten Pfosten. Und dann folgte das Unfassbare. Die Ecke von Lukas Schellhase wurde lang und länger, Mitspieler Markus Ritz ging zum Kopfball, aber verpasste. Der Ball fiel direkt vor Schillings Füße und der drückte das Leder zum 3:3-Ausgleich über die Torlinie.

• Alle auf den Torhüter: Mit dem Tor pfiff der Schiedsrichter ab, beim TSV brachen alle Dämme. „16, 17 Leute sind auf Maxi zugerannt und haben sich vor Freude auf ihn geworfen“, sagt Schweitzer, „Das war der Wahnsinn. Und wir haben uns den Ausgleich verdient. Das sagte auch der gegnerische Trainer. Auch deshalb war die Freude so groß, weil wir uns so spät belohnt haben.“ Und das auf die spektakulärste Art und Weise.

Von Nico Beck

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