Was war da denn los? Spieler schlägt bei Fußball-Kreisligaspiel nach roter Karte

Auf den Schiri losgegangen

Ein Schiedsrichter zieht rot: Es ist keine Seltenheit, dass Spieler einen Platzverweis nicht akzeptieren. Proteste stehen an der Tagesordnung. Manchmal werden Spieler sogar handgreiflich gegenüber dem Spielleiter. Foto: dpa

Abterode. Lange war fraglich, ob das Fußballspiel der Kreisliga A zwischen der SG Abterode/Eltmannshausen und dem SSV Witzenhausen zu Ende gespielt wird oder nicht. Denn Schiedsrichter Dusko Vukoman vom TSV Heiligenrode schickte beide Mannschaften in der 51. Minute in die Kabinen. Der Grund war eine Unsportlichkeit gegenüber dem Unparteiischen.

Wir fragen: Was war da denn los?

Die Situation

Nach einem wiederholten Foulspiel eines Gäste-Akteurs wurde diesem von Vukoman die gelb-rote Karte gezeigt. So weit so gut. Doch das trieb dem Spieler wohl die Zornesröte ins Gesicht. Laut Michael Hartung, dem Vorsitzenden des FTSV Abterode, habe der Spieler dann mit einem Griff versucht, dem Unparteiischen den roten Karton wegzuschnappen. Das sah so aus: Als Vukoman den Arm herunternahm, habe der Spieler dem Vernehmen nach, dem Schiedsrichter die Karte aus der Hand schlagen wollen. Das sei nicht gelungen, stattdessen habe er die Hand Vukomans getroffen. Dem reichte es dann, und er schickte die Teams in die Kabinen.

Der Schiedsrichter

Vukoman, der auf Anfrage angab, wegen des schwebendes Verfahrens keine Aussage treffen zu wollen, sei nach übereinstimmenden Meinungen ganz cool geblieben und habe auch bei dieser brenzligen Situation souverän reagiert. „Jeder hätte verstanden, wenn die Partie abgebrochen worden wäre“, sagt beispielsweise Michael Hartung. Stattdessen gab es eine gut 15-minütige Unterbrechung. Bei der soll sich der Schiedsrichter mit den Kapitänen unterhalten haben und ließ danach weiterspielen, heißt es. Hierbei kam dem 33-jährigen Schiri wohl seine Erfahrung zugute, das faire Spiel fortzusetzen. Dem Vernehmen nach hatte der Schiedsrichter die Partie zuvor fest im Griff.

Die Fortsetzung

Die Partie ist nach dem Zwischenfall sportlich fair weitergelaufen, die Gastgeber verloren mit 1:2. „Wir waren an diesem Tag einfach nicht gut genug“, sagt Hartung, der die Unterbrechung nicht als Knick im Spiel der Heimmannschaft sah. Die hatte zu der Zeit auch schon mit 0:1 zurückgelegen. Und Vukoman? Der tat nach der Fortsetzung der Partie so, als wäre nichts passiert. So, als hätte es den Zwischenfall nie gegeben. Ihm sei nichts anzumerken gewesen; mustergültig setzte er die Partie fort.

Von Nico Beck

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