Schlussmann spuckte in Richtung der Schiedsrichterin

Wildwest-Fußball in Kreisliga A: Torhüter für 28 Spiele gesperrt

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Da jubelten sie noch: Die Kreisligakicker des VfB Witzenhausen im Frühjahr.

Witzenhausen. Der VfB Witzenhausen kann auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken. Nun machen die Fußballer des Vereins wieder Schlagzeilen - mit einer Rekordstrafe, die ihresgleichen sucht.  

Auf der Homepage des Hessischen Fußball-Verbandes kann man die Erfolgsgeschichte noch immer nachlesen. „Der VfB Witzenhausen – eine bemerkenswerte Fußballmannschaft“, heißt es dort über den Traditionsklub, der in seiner jüngeren Vergangenheit den Durchmarsch aus der C- in die A-Liga schaffte und der 2020 seinen 120. Geburtstag feiern wird. Aktuell dürfte beim VfB, in dessen Reihen unter anderem Spieler aus Eritrea, Äthiopien, Syrien und Afghanistan kicken, aber niemandem zum Feiern zu Mute sein. Denn am Donnerstag erging das Urteil des Kreissportgerichts. Verhängt wurde eine Rekordstrafe gegen einen Spieler sowie zwei weitere Urteile.

Geahndet wurden die Vorfälle rund um das Kreisliga A-Spiel des VfB bei der SG Werratal am 7. September. Das Freitagabendspiel in Wendershausen verlief umkämpft, aber fair. Doch in der Endphase eskalierte die Partie. Im Mittelpunkt stand die Schiedsrichterin Anna-Lena Schmidt (TSV Netra). Die hatte in der 77. Minute beim Spielstand von 2:1 einen umstrittenen Strafstoß gegen den VfB verhängt und in der Folge einen Witzenhäuser Akteur wegen Rempelns eines Gegenspielers die Rote Karte gezeigt. 

Nach dem verwandelten Elfmeter und einem weiteren Treffer zum 4:1 ging es richtig rund in Wendershausen. Rempeln, Handgreiflichkeiten und Rudelbildungen folgten, an Fußball war nicht mehr zu denken. Zwei weitere VfB-Akteure sahen Rote Karten, bevor die Unparteiische die Partie schließlich abbrach. Ordner versuchten, die Situation unter Kontrolle zu bekommen, sogar die Polizei wurde gerufen.

Am Donnerstag folgte das Urteil. Für den VfB-Torhüter – er soll seine Handschuhe in Richtung der Schiedsrichterin geworfen und anschließend in ihre Richtung gespuckt haben – ist diese Saison bereits beendet. Er wurde für 28 Spiele gesperrt. Zwei weitere Spieler wurden für zehn beziehungsweise zwei Spiele gesperrt.

Weder zum Urteil noch zur Begründung wollte sich Joachim Kraus äußern. „Erst wenn das Verfahren abgeschlossen ist, werde ich mich dazu äußern“, sagte der Vorsitzende des Kreissportgerichts auf Anfrage. Ende dieser Woche wird den Vereinen das Urteil zugehen. Der VfB Witzenhausen hat dann eine Woche lang Zeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

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