Zahlreiche Unterschiede zwischen Futsal und dem gewöhnlichen Hallenfußball

Vier Fouls, ein Strafkick

Grätschen nicht erlaubt: Mit langem Bein versucht der Abwehrspieler den Angreifer zu stoppen. Hier eine Szene aus dem Duell der B-Junioren zwischen der JSG Meißnerland und dem JFV Werra-Meißner Eschwege. Foto: eki

Eschwege. Im Vergleich zum traditionellen Hallenfußball, wie er in Deutschland gespielt wird, unterscheiden sich die Futsal-Regeln in zahlreichen Punkten. Gespielt wird wie beim Hallenfußball gewohnt auf dem Handballfeld – ohne Bande – mit einem Torwart und vier Feldspielern.

Wir haben mit Kreis-Schiedsrichter-Lehrwart Pascal Immig über die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten der beiden Varianten gesprochen.

• Der Ball: Ist schwerer und soll möglichst nicht auftippen. Bei einer Fallhöhe von zwei Metern darf der Ball nach dem ersten Aufprall nicht höher als 65 Zentimeter vom Boden aufspringen, heißt es. „Der Gedanke dahinter ist, dass beim Futsal schnell gespielt werden soll“, sagt Immig. Zudem ist der Ball kleiner und weicher. Während ein normaler Fußball einen Umfang zwischen 68 und 70 Zentimetern hat, ist dieser beim Futsal geringer (62 bis 64). • Das Toreschießen: Kann beim Futsal aus jeder Position erfolgen. Also auch aus der eigenen Hälfte heraus. • Der Wechsel: Darf zu jeder Zeit erfolgen – und fließend. • Der Einkick: Ist der Ball im Aus, wird eingekickt. Nicht eingeworfen oder eingerollt. • Die Spielzeit: Diese beträgt offiziell zweimal 20 Minuten. „Aber das ist bei uns natürlich nicht möglich“, sagt Schiedsrichter-Lehrwart Pascal Immig. So wird einmal zwölf Minuten gespielt.

• Die Foulspiele: Sind beim Futsal verpönt, Grätschen am Mann werden sofort als Foul geahndet. Fouls, die eine Mannschaft begeht, werden gezählt und kumuliert. Ab dem vierten Foul einer Mannschaft wird jeweils ein Zehn-Meter-Strafkick verhängt.

Das Rempeln des Gegenspielers und Grätschen ist untersagt. „Das sorgt dafür, dass es fairer zugeht und weniger aggressiv gespielt wird als im herkömmlichen Hallenfußball“, sagt Immig. • Der Strafkick: Ist wie ein direkter Freistoß und erfolgt aus zehn Metern ohne Mauer aufs Tor. Mit jedem weiteren Foul gibt es gleich einen weiteren Strafkick.

• Der Strafstoß: Strafstöße finden aus sechs Metern statt, nicht aus sieben. • Die Schiedsrichter: Ein Spiel beim Futsal wird immer von zwei Schiedsrichtern geleitet. „Das ist natürlich gerade bei Entscheidungen, ob ein Ball im Aus ist, ein großer Vorteil.“ • Die Strafen: Die Zwei-Minuten-Zeitstrafe gibt es nicht. Stattdessen werden nur die üblichen Karten gezückt. • Der Torhüter: Darf den Ball über die Mittellinie abwerfen. Immig: „Es gibt dann keinen Freistoß.“ Zudem darf er im Feld mitspielen und gilt – überquert er die Mittellinie – als Feldspieler. Beim Hallenfußball habe der Torhüter den Strafraum nur zu Abwehrzwecken verlassen dürfen. • Der Freistoß: Ist bei Foulspielen direkt. Beim Hallenfußball indirekt. • Die Vier-Sekunden-Regel: Spieler haben vier Sekunden Zeit, um ruhende Bälle auszuführen. Auch der Torhüter darf den Ball nur vier Sekunden lang kontrollieren. „Es kommt zu keinen Verzögerungen.“ Wird diese Zeit überschritten, erhält der Gegner den Ball. • Der Rückpass zum Torwart: Der Torwart darf den Ball nur einmal berühren und dabei höchstens vier Sekunden kontrollieren (dazu gehört auch der Abwurf). Danach darf er den Ball erst wieder berühren, wenn zwischenzeitlich ein Gegner Ballkontakt hatte, oder wenn der Torwart sich in der gegnerischen Hälfte befindet oder der Ball im Aus war.

Von Nico Beck

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