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Triathlet Lars Hildebrand hat sich für die Ironman-WM qualifiziert

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Von: Kristina Marth

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In Maastricht ging ein Traum in Erfüllung: Lars Hildebrand
In Maastricht ging für Lars Hildebrand ein Traum in Erfüllung. © privat

Ein Traum geht in Erfüllung, im Oktober geht es tatsächlich nach Hawaii: Lars Hildebrand wird bei der Ironman World Championship starten.

Reilos - In Maastricht ist der 42-jährige Reiloser am vergangenen Wochenende Fünfter seiner Altersklasse geworden und hat damit das begehrte WM-Ticket gelöst.

Herr Hildebrand, mit ein wenig Abstand zum Wochenende: Haben Sie Ihren Erfolg schon so richtig realisiert?

Das Realisieren ging recht schnell, spätestens am Montag bei der Slotvergabe, als mein Name aufgerufen und die Kreditkarte durchgezogen wurde (lacht). Um das alles wirklich zu verdauen, brauche ich aber wohl noch ein paar Tage.

Es war Ihr vierter Ironman innerhalb eines Kalenderjahres. Ist das in Anbetracht der großen Belastung nicht ein wenig viel?

Idealerweise macht man nur einen Ironman im Jahr und wenn man viel Glück hat, danach noch einen zweiten auf Hawaii. Insbesondere als Nicht-Profi sind vier natürlich schon ein bisschen viel und das werde ich auch in dieser Schlagzahl nicht fortführen.

Zumal an den Wettkämpfen ja auch jede Menge Trainingskilometer hängen…

Das stimmt. Bis Maastricht waren es bei mir seit Jahresanfang 7 300 Kilometer Radfahren, 1 250 Kilometer Laufen und 280 Kilometer Schwimmen bei im Schnitt knappen 14 Stunden Trainingszeit pro Woche. Mit der Regeneration, die man dafür braucht, ist das natürlich auch eine hohe zeitliche Belastung.

Regeneration ist ein gutes Stichwort: Was tun Sie dafür?

Im Prinzip fängt die Erholung schon mit der richtigen Ernährung an und auch der Verzicht auf Alkohol ist eine große regenerative Maßnahme. Das habe ich auch weitestgehend gemacht, wenngleich man aber ab und zu natürlich auch mal zwei, drei Bierchen mit Freunden braucht, um einfach vom Kopf her wieder aufzuladen. Ansonsten versuche ich, viel und gut zu schlafen.

Hier in der Region kennt man Sie schon lange aus Ihren Zeiten als Fußballer. Wann ist aus Ihnen ein Triathlet geworden?

Während der Fußballzeit habe ich ab und zu mal an Fünf-Kilometer-Läufen teilgenommen, mehr aber auch nicht. Kurz vor Jahresbeginn 2017 hat mich ein Freund dann gefragt, ob ich nicht Lust hätte, in Dublin einen Marathon zu laufen. Ich habe zugesagt – jedoch ohne so wirklich eine Ahnung von der Belastung zu haben. Entsprechend blauäugig bin ich rangegangen und hatte auch schnell die ersten Knieprobleme. Allerdings habe ich das Glück, dass mir mein Körper auch Torheiten verzeiht und sich gut an Belastung anpassen kann, das kommt mir auch beim Triathlon zugute. Ende Oktober 2017 bin ich dann den ersten Marathon in Dublin gelaufen, 2018 in Köln den nächsten. In der Vorbereitung darauf schlug mir ein Arbeitskollege vor, doch mal einen Triathlon zu machen, und so habe ich mich spontan für den Ironman in Frankfurt 2019 angemeldet.

Und wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Ehrlich gesagt war ich bis dahin nie geschwommen und mit dem Rad nur ab und zu hobbymäßig unterwegs. Die Monate vorher lag mein Trainingsfokus auf meinem zweiten und dritten Marathon und erst in den letzten beiden Monaten vor Frankfurt habe ich verstärkt auf Radfahren und Schwimmen gesetzt. Es ging mir damals nur darum, durchzukommen, die Zeit beim Ironman war mir egal.

Nur drei Jahre später nehmen Sie nun an der Weltmeisterschaft teil. Haben Sie Hotel und Flug für Hawaii schon gebucht?

Ich habe vorsorglich schon vor eineinhalb Monaten ein stornierbares Hotel gebucht, weil man ja hört und liest, wie stark die Preise angestiegen sind. Um den Flug und alles Weitere kümmere ich mich jetzt natürlich schnellstmöglich.

Wie bereiten Sie sich nun in den verbleibenden Wochen auf das Großereignis vor?

Ich werde es nun wirklich locker angehen lassen, Hawaii war im Prinzip das Ziel, dort geht es nur noch ums Durchkommen. Ich trainiere jetzt das, worauf ich Lust habe, es geht vor allem darum, die Form möglichst wenig zu verlieren. Hawaii soll eine sportliche Urlaubsreise werden, ich möchte das nun einfach genießen.
(Kristina Marth)

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