Immer Ärger mit den Schweinen

Sportplatz des TSV Speele erneut verwüstet

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Fußball spielen unmöglich: Die Wildschweine haben vor dem Tor, das in Richtung Fulda steht, ganze Arbeit geleistet. 

Staufenberg. Beim TSV Speele waren alle froh, als es vor zwei Jahren einen Neustart im Herrenfußball gab. Doch nun rollt vorerst kein Ball mehr. Der Grund: Wildschweine.

Erst rennen sie um die Wette, schwimmen dann eine Runde und konkurrieren abschließend darum, wer die tiefsten Löcher gräbt. Lustig finden kann Frank Sittig diesen tierischen Triathlon längst nicht mehr. Zum wiederholten Male, berichtet der Vorsitzende des TSV Speele, wurde in dieser Woche der Sportplatz am Rande des Dorfes von Wildschweinen verwüstet. Diesmal sind knapp 200 Quadratmeter förmlich umgegraben. An Fußball spielen ist derzeit nicht zu denken.

Der TSV ist mit den Nerven am Ende. Der jüngste Arbeitseinsatz nach einer Wildschweinattacke ist gerade mal eine Woche her, da stehen die Fußballer erneut vor diesem Problem. Frank Sittig sagt deshalb: „Es ist zwar bitter für unsere Zuschauer und auch für unsere Vereinskasse, aber wir werden in diesem Jahr keine Heimspiele mehr austragen.“ Von dieser Entscheidung ist bereits das am Sonntag anstehende Spiel gegen die SG Landwehrhagen/Benterode betroffen. In Absprache mit der Staffelleitung findet die Begegnung nun in Benterode statt (So., 14.30 Uhr).

Frank Sittig

Der TSV Speele hat enormes Pech mit seinem Sportgelände. Im vergangenen Jahr missbrauchte zunächst ein verantwortungsloser Quadfahrer den Platz als Teststrecke. Nachdem Vereinsmitglieder die Spuren mühsam beseitigt hatten, kamen zum ersten Mal seit ewigen Zeiten die Wildschweine. Auch von der Weide ausgebüchste Kühe verschandelten den Rasen. Für den TSV ist das alles finanziell und vor allem organisatorisch nicht mehr zu bewältigen.

Doch wie könnte eine Lösung aussehen, um die Wildschweine abzuhalten? Die Spurensuche der Speeler hat ergeben, dass die Tiere auf der hessischen Seite der Fulda eine steile Böschung überwinden und den Fluss durchschwimmen, bevor sie auf dem angrenzenden Sportplatz nach Käferlarven wühlen. Auf der anderen Seite trieben die Tiere ihr Unwesen auch schon auf dem Sportgelände des FC Wahnhausen. „Das hat aber aufgehört, nachdem wir in Eigenregie einen Drahtzaun gesetzt haben“, erzählt Stefan Kowalski, der 2. Vorsitzende.

Einen solchen Zaun dürfen die Speeler jedoch nicht errichten, da der Sportplatz im Hochwasser-Schutzgebiet liegt. Ein fester Zaun könnte Treibgut aufhalten. Einen Jäger zu engagieren, scheint ebenfalls schwierig zu sein. Sportplätze gehören wie Ortschaften zu den sogenannten befriedeten Bereichen. Deshalb könnte sich Dieter Buhse, Vorsitzender der Mündener Jägerschaft, als Lösung einen Elektrozaun vorstellen. Darüber muss der TSV Speele nun diskutieren, denn er hätte auch die Kosten zu tragen.

Bis dahin, berichtet Frank Sittig, wolle man sich mit der Gemeinde Staufenberg beraten, ob eine Mitnutzung des Sportplatzes in Landwehrhagen möglich sei. Das könnte aber nur eine Übergangslösung darstellen. Denn der TSV ist stolz darauf, dass er nach der Wiederbelebung des Herrenfußballs 2013 und dem Aufstieg in die 2. Kreisklasse in diesem Jahr viele Zuschauer begrüßen kann. Das soll spätestens in der Rückserie im kommenden Frühjahr erneut der Fall sein.

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