Fußball/B-Junioren-Gruppenliga: JFV Bad Hersfeld muss sich Bad Soden im Spitzenspiel mit 0:2 beugen

Ein starker Keeper reicht nicht

Hier auf Augenhöhe, insgesamt ohne Chance: Das waren Bad Hersfelds B-Junioren-Kicker im Gruppenliga-Spitzenspiel gegen den JFV Bad Soden. Das Foto links zeigt Hersfelds Simon Henninghausen (links) im Duell mit Ole Schneider, rechts Dominik Hanslik (in Gelb). Fotos: Eyert

asbach. Strahlender Sonnenschein und klare Luft, wann gibt’s das im November auf Fußballplätzen? Auf dem Kunstrasenplatz in Asbach war das am Sonntagmittag nicht anders, plötzlich aber durchbrach eine Bemerkung die Stille. „Wir spielen viel zu passiv und stehen nur rum“, meinte Simon Henninghausen. Der Sechser der B-Junioren des JFV Bad Hersfeld hatte Recht mit seinem Zwischenton aus Verärgerung und Weckruf zur Pause des Gruppenliga-Spitzenspiels gegen den JFV Bad Soden.

0:1 stand es da, am Ende 0:2 – und an der Berechtigung des Gästesieges gab es nicht den geringsten Zweifel. Bad Soden dominierte den Vergleich: Ballsicher war das Team um seinen Coach Erich Dietz, körperlich präsent, gut geordnet, mit starkem Zentrum, Innenverteidger und Kapitän Reichler sowie Sechser Schneider als Kopf-Spielern. Anfangs spielte der Gast ungenau und wenig zielstrebig im letzten Drittel, das aber änderte sich nach 20 Minuten – und einzig Hersfelds Keeper Maximilan Jung hielt sein Team im Spiel. Fast bis zur Pause.

„Ich kann diese drei Spieler einfach nicht ersetzen.“

MArcel Cean

Felbers Schuss lenkt Jung über die Kiste (18.), gegen Hagemann rettet er per Fußabwehr (24.), gegen Wehner wehrt er glänzend ab (29.), Glück für Hersfeld zudem, dass Felber nicht trifft (35.). Bis Kohlhepp im Nachsetzen per Kopf den Gast doch nach vorn bringt.

Ein Strohfeuer

Hersfeld berappelt sich mit Wiederbeginn, zeigt Körpersprache – der neu belebte Mut erweist sich aber als Strohfeuer. Die Spitzen Hartwig und Hanslik hängen sich rein, nach Koproduktion beider verzieht Hanslik knapp (42.). Der Gast atmet ein wenig durch, als sich Hartwig zunächst clever verhält, dann aber keinen Elfer bekommt (43.). Das aber war’s aus Sicht des Gastgebers; als Hartwig raus muss, weil er keine Luft mehr bekommt, ist Schicht im Schacht.

Bis Bad Soden, bei dem sich die Führungsfigur Schneider zwischenzeitlich eine Zeitstrafe einhandelt, zehn Minuten vor Spielende die Entscheidung gelingt. Nach einer schnellen, direkten und schnittigen Kombination: Zinkhan bedient Schneider, der Jordan, dessen Pass vor die Kiste der zentrale Stürmer Hagemann nur noch einzudrücken braucht. Kein Wunder, dass es Marcel Cean nicht leicht fiel, nicht an der Realität zu kratzen.

Kader stößt an Grenzen

Sauer war Hersfelds Trainer. Weniger, dass „Bad Soden klar besser“ war. „Ich kann die Drei einfach nicht ersetzen.“ Er meinte Abwehrspieler Sören Jordan, den Sechser Marc Jäger und Mittelfeldspieler Dominic Dratwa. Die hatten sich kürzlich beim Pokalfinale verletzt. In Spitzenspielen der Grupenliga stößt der Kader des JFV Bad Hersfeld an seine Grenzen.

Nur gut, dass am Sonntag die Sonne schien in Asbach. Simon Henninghausens Worte hatten offenbar ihre Wirkung hinterlassen. Sie erzeugten eine Reaktion, am Ausgang des Spiels aber konnten sie nichts ändern.

Von Walter Kell

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