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Nachspielzeit: Starkes Trio, neuer Anlauf, keine Vorfreude

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Rainer Henkel, Sportredakteur
Rainer Henkel © Thomas Walger

In dieser Wochenend-Kolumne geht es um ein Wahnsinns-Gruppenligaspiel, um den Aufstiegskurs der Hnadball-Männer der Werra WHO und - natürlich - die Fußball-WM.

Das war wirklich der Wahnsinn“ – Tino Jäger, Trainer des Fußball-Gruppenligisten ESV Hönebach, war noch Stunden nach dem 4:2 seiner Elf am vergangenen Sonntag gegen die SG Freiensteinau aus dem Häuschen. 0:2 hatte der ESV im Rückstand gelegen, um in der letzten halben Stunde dem Tabellenführer, der nebenbei bis dahin die beste Abwehr der Liga hatte, vier Tore einzuschenken.

Nicht nur die Hönebacher, die als Vierte in die Winterpause gehen, freute das. Auch bei der SG Eiterfeld/Leimbach dürfte der Jubel groß gewesen sein, denn der ESV-Sieg und das eigene 1:0 in Kerzell bedeuteten für die Markesic-Elf den Sprung an die Tabellenspitze. Nimmt man den starken sechsten Rang der SG Aulatal hinzu, so stellen wir fest: Die Fußballer aus unserem Kreis waren schon lange nicht mehr so stark in der Gruppenliga vertreten. Und in den Reihen der drei genannten Teams dürfen gern dem Nachbarn FSV Hohe Luft die Daumen gedrückt werden. Denn der ist Letzter – und im neuen Jahr in Zugzwang.

Als im vergangenen Jahr die Handballer in geteilten Ligen spielten, steuerte Männer-Bezirksoberligist HSG Werra WHO auf Aufstiegskurs – um im Saisonfinale einzubrechen. Jetzt, ein Jahr später, ist die WHO ohne viel Tam-Tam wieder auf an der Tabellenspitze: Acht Spiele, acht Siege. Das Ziel Landesliga-Aufstieg ist erneut im Blickfeld. Es könnte ein spannender Dreikampf mit Ost-Mosheim und Alsfeld werden. Auf die entscheidenden Spiele freuen wir uns schon jetzt.

Und? Nächsten Mittwoch nachmittags schon was vor? So ab 14 Uhr? Ja, es ist Fußball-Weltmeisterschaft. Deutschland spielt sein erstes Spiel gegen Japan. Nach Wochen und Monaten der Diskussion über Ausrichter Katar und die Gründe, warum es dieses Turnier dort niemals hätte geben dürfen, rollt ab diesem Wochenende tatsächlich der Ball auf saftig-grünem Rasen, wo einst nur Wüste war. Wie wir es angesichts all der Debatten nun mit den Spielen halten, werden wir bis dahin entscheiden müssen: Doch mitfiebern? Ab und zu mal reinschauen? Im Liveticker oder anderntags in der Zeitung die Ergebnisse registrieren? Alles komplett boykottieren?

Es ist das wichtigste Sportereignis des Jahres. Kein Fußballfan kann so tun, als fände es nicht statt. Das wäre weltfremd. Aber so zu tun, als wäre es tatsächlich das größte Fußballfest aller Zeiten – nein, liebe Fifa, so zynisch sind wir nicht.

Ohne jegliche WM-Vorfreude wünscht die Sportredaktion schönes Wochenende

Von Rainer Henkel

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