Facharzt beweist seine ganze Klasse

Golf: Eschweger Stefan Sachs löst EM-Ticket

Der Eschweger Stefan Sachs mit viel Ruhe und Konzentration.
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Der Eschweger Stefan Sachs mit viel Ruhe und Konzentration.

Geschafft! Der Eschweger Facharzt Stefan Sachs hat erneut das Ticket zur Mannschafts-Europameisterschaft der Golfer gelöst.

Eschwege/Sedin – Geschafft! Der Eschweger Facharzt Stefan Sachs hat bei der letzten und entscheidenden Qualifikation seine ganze Klasse gezeigt und souverän das angestrebte Ticket zur Mannschafts-Europameisterschaft der Golfer erneut, wie schon im Jahre 2018, gelöst. Die Titelkämpfe finden vom 31. August bis zum 4. September in Sedin in der Slowakei statt.

Er ist nach über 40 Jahren noch immer motiviert bis in die Haarspitzen. Die Basis für die endgültige Nominierung ins Team der sechs EM-Starter der Klasse AK 50 hatte er bereits mit seinen Erfolgen bei der Deutschen Meisterschaft im oberpfälzischen Lauterhofen sowie bei der Internationalen Amateurmeisterschaft in Hubbelrath bei Düsseldorf gelegt, als er jeweils mit dem zweiten Platz die Clubhäuser erreichte. Und mit dieser Maßvorlage im Gepäck reiste Stefan Sachs, der dem Golfclub Kassel-Wilhelmshöhe angehört, zur finalen Qualifikation, die ebenfalls schon im slowakischen Sedin bei Bratislava ausgetragen wurde.

Drei Sahne-Runden

„Na klar, ich war mit dem Ranglistenplatz zwei im Vorfeld schon fast am Ziel, aber für mich gehörte eine sehr gute Leistung zur vorrangigen Pflicht, denn es wäre mir sehr unangenehm gewesen, wenn ich im Feld der zwölf Starter, die dem Ruf des Deutschen Golf-Verbandes gefolgt sind, schlecht abgeschnitten hätte“, geriet Stefan Sachs beim WR-Gespräch förmlich ins Schwärmen, als er von seinen drei mit Bravour absolvierten Runden erzählte, unter denen am Ende der erste Platz stand.

„Den musste ich mir zwar mit unserem Seriensieger und führenden der Rangliste, Martin Birkholz, schlaggleich teilen, aber nach den glanzvollen Serien zwei unter Par, Par und zwei über Par kann ich natürlich mit großer Vorfreude den Titelkämpfen entgegenblicken“, so der 56-jährige Eschweger.

Der deutsche Golf-Verband hat den finalen Ausscheidungswettbewerb zwar als Lehrgang deklariert, aber die drei Runden wurden analog wie bei Meisterschaften ausgefochten. Stefan Sachs wörtlich: „Wir waren gefordert, höchste Konzentration wurde uns abverlangt, aber bei allem Fokussieren in Richtung Team-Europameisterschaft war die Stimmung unter den zwölf Gleichgesinnten in Ordnung, ja, sogar freundschaftlich.“

Quali am EM-Ort

Als perfekt stufte der Eschweger Facharzt auch die Tatsache ein, dass die Quali bereits zum EM-Ort führte: „Wir konnten das Hotel näher kennenlernen oder auch nach Einkaufsmöglichkeiten Ausschau halten.“

Der Platz stellte sich als anspruchsvoll heraus: „Genaues Spiel mit einer Portion Angriffslust und Feingefühl auf den Grüns war also gefragt. Und bei Temperaturen um die 30 Grad sowie wechselnden und teilweise ausgeprägten Winden mussten zusätzliche Erschwernisse bewältigt werden. Dazu kam auf den vielfach engen Bahnen reichlich Wasser, zahlreiche Sandbunker und auch Wald“, gab Sachs zu verstehen, dass ein gewisser Trickreichtum unbedingt nötig wurde.

Rekordteilnehmerzahl

„Unmittelbar nach der Rückkehr in die Heimat hat der deutsche Captain Thomas Hübner vom GC Tegernsee die Nominierung verkündet. Auch die ausgeschiedenen Teilnehmer wurden mit ehrlichen Worten benachrichtigt. Mitfahrende Ersatzleute wird es nicht geben, zwei Spieler werden zusätzlich ausgewählt, die im Falle eines Ausfalls vor der Anreise zur Meisterschaft mitgenommen werden“, blickt Stefan Sachs auf die Tage von Sedin.

Obwohl die Teilnahme von England aus Gründen der Pandemie noch nicht sicher ist, konnte schon jetzt mit 22 Nationalteams eine neue Rekordteilnehmerzahl registriert werden: „Unser Ziel ist es, die Vorrunde zu überstehen, um dann ab dem Viertelfinale in den Ko-Spielen mit einer Medaille zu liebäugeln. So richtig weißt du ja nie, wie stark sich die Länder präsentieren, weil ja auch viele jüngere Spieler in die AK 50 nachrücken, die auch körperlich fit sind. Bei uns in Deutschland ist das nicht der Fall, vier Mann waren schon bei unserem legendären ersten Erfolg für den Deutschen Golf-Verband der Geschichte in 2018 dabei und die beiden Nachrücker, die unserem Spielpotenzial entsprechen, sind auch nicht jünger“, rechnet Stefan Sachs wieder mit den üblichen Verdächtigen.

Tägliches Training

2018 wurde Frankreich im Viertelfinale, England in der Vorschlussrunde und Spanien im Endspiel bezwungen. „Seit Thomas Hübner die Nominierung bekannt gegeben hat, erhalten wir von ihm fast täglich Trainingspläne. Übungen vom Abschlag bis zum Putten oder auch körperliche Bewegungseinheiten verlangt er von uns“, sagt der 56-Jährige, dass er versucht, alle diese gut gemeinten Vorgaben zu erfüllen.

Stefan Sachs wird am 29. August gen Sedin reisen, ist vom 31. August bis zum 4. September täglich auf dem Golfplatz gefordert, ehe es am 5. September, „hoffentlich mit dem Titel zurück nach Eschwege geht.“

Das Aufgebot

Das deutsche Aufgebot von Nummer eins bis zur Nummer sechs mit der jeweiligen Punktzahl aus den drei Qualifikationswettkämpfen: Martin Birkholz 1170 Punkte (GSV Düsseldorf); Stefan Sachs 1030 (Eschwege, GC Kassel-Wilhelmshöhe); Ekkehart Schieffer 715 (GC Bochum), Thomas Himmel 670 (GC Feldafing); Ulrich Schulte 665 (GC Bochum); Marc vom Hagen 660 (GC Bad Nauheim). (Harald Triller)

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