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VfB Süsterfeld ist insolvent

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Vom Spielertrainer zum Gläubiger: Karsten Hutwelker. Foto: Fischer

Kassel. Am Samstag tritt der VfB Süsterfeld zum Verbandsliga-Spitzenspiel beim TSV Lehnerz an und verschwindet womöglich anschließend von der Bildfläche. „Wir müssen Insolvenz anmelden“, sagt Frank Dietrich, Süsterfelds Pressesprecher.

Der Mann, der den Gang zum Amtsgericht antreten wird, heißt Karsten Lichtenberg und ist bis zum 1. Juni noch der 1. Vorsitzende des VfB. Bis dahin hat Lichtenberg offenbar beschlossen, abzutauchen. Anrufe werden jedenfalls nicht entgegengenommen. Der noch amtierende VfB-Präsident muss die Suppe auslöffeln, die ihm sein Vorgänger eingebrockt hat. Das war Mehmet Göker, dessen Versicherungsunternehmen MEG Hauptsponsor des Verbandsligisten war.

Die MEG-Pleite im vergangenen Herbst war auch der Anfang vom Ende des VfB Süsterfeld, der seit 1945 im gleichnamigen Stadtteil und benachbarten Helleböhn eine wichtige Rolle spielt.

Den aktuellen Schuldenstand will auch Dietrich nicht verraten, klar ist jedoch, dass Spieler, Krankenkassen, die Berufsgenossenschaft und das Finanzamt namhafte Beträge fordern. Optimismus fällt schwer, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, doch der VfB-Pressesprecher glaubt noch an eine Zukunft eines Süsterfelder Klubs. Zweitrangig, so Dietrich, wäre in diesem Falle, ob der Verein bestehen bliebe oder neu gegründet werden müsste.

Dem Pressesprecher schwebt - wohlwissend, dass der Hessische Fußballverband das letzte Wort hat - ein Neuanfang in der Kreisoberliga vor. „Rund 20 Prozent der ersten und ungefähr 80 Prozent der zweiten Mannschaft werden wohl bei uns bleiben, sodass wir in der Kreisoberliga konkurrenzfähig wären“, sagt der Pressesprecher.

Dem liegen aber vor allem die rund 100 Jugendspieler am Herzen, die in sechs Mannschaften den VfB in verschiedenen Altersgruppen und Ligen vertreten wollen.

„Für die Jugendlichen aus Süsterfeld und Helleböhn ist es wichtig, dass sie ihren Sport weiterhin in der Nähe ihres Wohnortes ausüben können“, sagt der Mann, der sich seit einigen Tagen über mutmachende Signale freut.

Frank Dietrich: „Ich bin kein Einzelkämpfer. Die Zahl der Mitglieder, die dem Untergang unseres Klubs nicht tatenlos zusehen wollen, nimmt wieder zu.“

Jetzt hoffen 300 Mitglieder, dass es vielleicht doch noch eine Zukunft für den VfB gibt.

Von Gerd Brehm

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