Darts

SuFF Raßdorf krönt sensationelle Aufholjagd

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Eine Stunde vor Mitternacht durfte gejubelt werden: Die Raßdorfer Steeldarter haben im Hessenpokal-Viertelfinale den Bundesligisten und Deutschen Meister Dartmoor Darmstadt bezwungen. 

Die Steeldarter von Suff Raßdorf schlugen den Deutschen Meister Darmstadt.

Raßdorf – „Eigentlich ist das nicht möglich. Das ist Wahnsinn“, sagt Silvio Pogode. Er ist der Kapitän der Steeldarter von SuFF Raßdorf, die am Freitagabend in eigener Halle eine Sensation schafften. Sie bezwangen im Hessenpokal-Viertelfinale ihren Gast Dartmoor Darmstadt mit 7:6.

Die Südhessen waren wie angekündigt mit vier Bundesliga- und vier Hessenligaspielern angetreten. Doch im Final Four des Wettbewerbs, das am 25. April im Rhein-Main-Gebiet ausgetragen wird, steht nun SuFF Raßdorf und nicht der klare Favorit Dartmoor Darmstadt, der amtierender Deutscher Meister ist.

Der Titelverteidiger aus Wildeck wird dann nach diesem Coup gewiss nicht als Außenseiter gehandelt werden. Gewinnt er sein Halbfinale, ist er übrigens erneut für den Kampf um den Deutschen Pokal qualifiziert.

Sensationell war am Freitag nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem der Spielverlauf. „Wir lagen so schnell 0:6 zurück, dass wir dachten, wir sind um zehn Uhr fertig“, berichtet Silvio Pagode. Doch das Spiel sollte dann 150 und nicht 90 Minuten dauern.

Denn beim Stand von 0:6 waren die beiden Youngster der Gastgeber an der Reihe, der 14-jährige Marlon Bartholomäus und sein 16-jähriger Bruder Adrian. Und sie leiteten mit ihren Siegen die Wende ein und sorgten so dafür, dass es beim Stand von 2:6 in die Doppel ging.

Hier bewies Kapitän Silvio Pogode bei der Aufstellung taktisches Geschick. Er ließ die Bartholomäus-Brüder, die übrigens waschechte Raßdorfer sind und auch erfolgreich kegeln, beginnen. Auf sie folgte das stärkste SuFF-Duo. Unter dem immer größer werdenden Jubel der Zuschauer gingen schließlich alle vier Doppel an SuFF Raßdorf.

Nun stand es 6:6. Das Entscheidungs-Leg war erzwungen, das von acht Spielern jedes Teams über 1001 Punkte ausgespielt wird. „Wenn man das gewinnen will, braucht man auch etwas Glück“, räumt Silvio Pogode ein.

Die Raßdorfer hatten dieses Glück. Und sie hatten es sich verdient, denn ihr früher 0:6-Rückstand war unglücklich zustandegekommen. „Es hätte da auch 3:3 stehen können“, sagt der SuFF-Kapitän rückblickend.

Als der letzte Dart im richtigen Doppelfeld einschlug und die Raßdorfer ihre 1001 Punkte zuerst auf Null gebracht hatten, gab es kein Halten mehr. Die eigens für dieses Viertelfinale hergerichtete Bühne drohte zusammenzukrachen, als die Zuschauer sie stürmten und gemeinsam mit den Spielern auf ihr feierten.

Die Darmstädter erwiesen sich übrigens als faire Verlierer dieser Begegnung, in der der erreichte Punkteschnitt pro Aufnahme, unter Dartern Average genannt, bei knapp unter 70 lag – ein guter Wert.

Die Gäste konnten jedoch kaum fassen, was ihnen gerade widerfahren war. Dass sie ein 6:0 noch verspielen würden, hätten sie wohl nicht für möglich gehalten.

SuFF Raßdorf:Andreas Kornexl, Tobias Rüger, Sandro Herwig, Alexander Wiedemann, Stephan Balogh, David Wolf, Michael Winkenbach, Marlon Bartholomäus, Adrian Bartholomäus und Silvio Pogode als Kapitän.

VON THOMAS WALGER

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